Hannover (dpa) - Eine seltsame Spielanalyse von Markus Babbel hat die Trainerdiskussion beim VfB Stuttgart verschärft. «Ich sehe, dass der Trend nach oben geht», kommentierte der VfB-Teamchef das bittere 0:1 (0:1) bei Hannover 96.
Manager Horst Heldt hingegen ging nach der vierten Pflichtspiel-Pleite in Serie und dem Absturz in die Abstiegs- Region auf Distanz zum Coach. «Ich tue mich etwas schwer, nach der vierten Niederlage von Aufwärtstrend zu sprechen. Es ist ganz klar, dass wir Ergebnisse brauchen», sagte Heldt. Dennoch soll Babbel im DFB-Pokalspiel bei der SpVgg. Greuther Fürth wieder auf der Bank sitzen.
Der Teamchef steht in Stuttgart in der Kritik, die Unzufriedenheit über den schlechtesten Bundesliga-Start der Schwaben ist groß. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft beim Champions League-Club eine große Lücke. In Hannover vermied es der Coach, seine hoch eingeschätzten und hoch dotierten Profis zu kritisieren. «Ich habe eine gute Leistung meiner Mannschaft gesehen. Sie wirkte nicht verunsichert, ich kann ihr keinen Vorwurf machen. Es fehlte das Quäntchen Glück», sagte Babbel.
Allerdings gelang der so gelobten Elf in der ersten Halbzeit nicht, sich nur eine zwingende Chance gegen ein biederes 96-Team zu erarbeiten. Dafür nutzte der Ivorer Didier Konan Ya (30. Minute) die einzige Chance für die Gastgeber zum glücklichen Siegtreffer aus abseitsverdächtiger Position. Es war das dritte Saisontor für Hannovers Stürmer.
Nach der Pause berannten die Stuttgarter erfolglos das von Enke- Vertreter Florian Fromlowitz gut gehütete 96-Tor. «Wir sind nicht belohnt worden», erklärte VfB-Kapitän Thomas Hitzlsperger zu den zwei Pfosten-Treffern und einem zurecht nicht anerkannten Abseitstor. Selbstkritisch stellte der Nationalspieler fest: «Wir haben auch Fehler gemacht. Das Entscheidende hat gefehlt, der Sieg». Während Hitzlsperger immerhin formverbessert wirkte, grenzte der Auftritt von Alexander Hleb fast an Arbeitsverweigerung. «Alex kann natürlich noch Prozente zulegen«, formulierte Manager Heldt milde Kritik. Auch der zweite teure VfB-Zugänge erfüllte bisher nicht die Erwartungen. Daher saß Russlands Nationalstürmer Pawel Pogrebniak erneut auf der Bank.
Mächtig vom Leder zog Keeper Jens Lehmann. In einem Rundumschlag schimpfte der frühere Nationalspieler auf einen Balljungen, der ihn düpierte, auf Hannovers Spieler, die Zeit schindeten, auf die Kultur der Betrüger in der Bundesliga sowie auf die Schiedsrichter mit ihren falschen Entscheidungen. «Eigentlich hatten wir gewonnen», befand Lehmann. Sein Abgang bestärkte Heldt in der Auffassung, die VfB- Mannschaft agiere nicht emotions- und charakterlos. Auf die spielerischen Vorteile, auf die Babbel verwies, sollte sich der Coach lieber nicht verlassen. «Da darf man sich nicht hineinretten», sagte Heldt. Zumal am nächsten Soieltag Bayern München nach Stuttgart kommt.


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Kommentare 1 - 1 of 1
Wie bescheuert ist Babbel eigentlich bzw. wie blind ist der Vorstand???
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