Ahlmann siegt mit Pferd der Freundin, Ehning patzt

So 25.Okt. 15:53:27 2009

Hannover (dpa) - Mit dem Pferd seiner Freundin hat Christian Ahlmann den ersten großen Sieg nach Ablauf seiner Doping-Sperre gefeiert. «Gerade zu diesem Zeitpunkt hat das sehr, sehr gut getan», sagte der 34 Jahre alte Springreiter nach seinem Triumph bei den German Classics in Hannover.

Im Sattel des neunjährigen Hengstes Taloubet feierte der Springreiter aus Marl den Sieg im Großen Preis von Hannover in 39,86 Sekunden vor Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit Gotha (39,94). In der Riders Tour schob sich Ahlmann durch den Triumph auf Rang zwei hinter Gilbert Böckmann (Lastrup), während Europameister Kevin Staut einen Sturz verdauen musste.

«Ich war angesichts der Konkurrenz überrascht, dass keiner schneller war», sagte Ahlmann und schwärmte: «Es ist ein unglaubliches Pferd, ich bin froh, dass ich es reiten darf.» Der Hengst gehört seiner belgischen Freundin Judy-Ann Melchior, die Taloubet vor wenigen Wochen an ihren 36 Jahre alten Freund übergab. «Dass ich hier schon gewinne, damit hätte ich selbst nicht gerechnet.» Vierter hinter dem Schweden Rolf-Göran Bengtsson mit Ninja (40,47) wurde Lars Nieberg (Homberg) mit Levito (40,90).

Für Ahlmann war es der erste Sieg in einem wichtigen Großen Preis nach dem Doping-Fall bei den Olympischen Spielen. Acht Monate war der Reiter nach langem juristischen Hickhack gesperrt, für zwei Jahre ist er von Einsätzen in der deutschen Nationalmannschaft ausgeschlossen. Zur Normalität sei es «noch ein langer Weg», sagte Ahlmann. «Es war gar nicht allein die Sperre, sondern das ganze Drumherum.» Bei den Olympischen Spielen in Hongkong war bei Ahlmanns Pferd Cöster die verbotene Substanz Capsaicin gefunden worden, der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte auf Doping entschieden.

Wie lange er das Pferd seiner Freundin reiten darf, ist derzeit offen. «Wir haben keinen Vertrag», sagte Ahlmann grinsend. Melchior hatte das Pferd zuvor geritten, aber Probleme mit dem oft ungestümen Hengst. «Das ist kein Mädchen-Pferd», sagte der Sieger. Am Anfang habe er mit dem Hengst auch Probleme gehabt.

Ahlmann hat nun auch die Chance, die Riders Tour zu gewinnen. In der Springsport-Serie hat zwar der in Hannover achtplatzierte Böckmann mit 41 Punkten die alleinige Führung übernommen, doch Ahlmann (37) liegt ebenso knapp dahinter wie Beerbaum (36). Der zuvor führende Ehning scheiterte in Hannover mit Sandro Boy, ist nun Vierter, besitzt aber mit 33 Zählern auch noch die Chance zum Riders-Tour-Sieg. «Das wird noch spannend», sagte Ahlmann. Die Entscheidung in der Serie fällt nun Ende Dezember in München.

Für Ehning lief der Große Preis enttäuschend. Der Weltranglisten-Erste patzte mit Sandro Boy, mit dem er vor zwei Jahren in Hannover gewonnen hatte. Durch zwei Abwürfe kam Ehning nur auf Rang 22, konnte im Gegensatz zu Böckmann keine Punkte sammeln. Noch größer war die Enttäuschung für Europameister Kevin Staut. Acht Wochen nach seinem Titelgewinn in Windsor stürzte der Franzose mit Kraque Boom. Staut kam jedoch mit dem Schrecken davon, weder Reiter noch Pferd zogen sich schwere Verletzungen zu.

 

Kein Yahoo!-Nutzer? Kostenlos .