4. Sieg für Bremer Serientäter: 4:1 in Bochum

So 25.Okt. 20:18:56 2009

Bochum (dpa) - Der Rekordversuch von Bremens Keeper Tim Wiese war nach nur 38 Sekunden beendet, aber Werder setzte seine imposante Erfolgsserie fort: Durch das 4:1 (2:1) beim VfL Bochum feierte Werder bereits den vierten Bundesliga-Sieg in Folge.

Das Team von Trainer Thomas Schaaf blieb damit auch im 15. Pflichtspiel nacheinander ohne Niederlage. Dank der Tore von Aaron Hunt (9.), Marko Marin (32.), Tim Borowski (76.) und Mesut Özil (90.+1) verbesserte sich Werder in der Tabelle bereits auf Platz drei. Stanislav Sestak hatte Bochum vor 25 703 Zuschauern mit dem schnellsten Tor dieser Saison in Führung gebracht und Wiese nach zuletzt 619 Minuten ohne Gegentor bezwungen.

Die Chancen von Bochums Interimstrainer Frank Heinemann auf eine dauerhafte Anstellung sind trotz einer zunächst stürmischen Bewerbung deutlich gesunken. Noch in dieser Woche will der Tabellen-Vorletzte seinen neuen Cheftrainer vorstellen. «Wir sind wahnsinnig enttäuscht. Wir haben mehr für das Spiel gemacht, aber Bremen war cleverer», analysierte Bochums Keeper Philipp Heerwagen. Marin freute sich dagegen über sein Premierentor im Bremer Trikot: «Endlich ist es gefallen. Es wurde auch mal Zeit. Jetzt ist es nur noch ein Punkt zur Tabellenspitze, wir wollen uns da oben festsetzen.» Schaaf meckerte über das Gegentor: «Ich hätte gern zu Null gespielt. Es war nicht so souverän, wie wir das sonst schon gezeigt haben.»

Joachim Löw wollte sich auf der Tribüne vor allem die Bremer Nationalspieler anschauen. «Tim Wiese steht aber nicht unter besonderer Beobachtung», verriet der Bundestrainer, «wir wissen, was er kann.» Ganze 38 Sekunden waren rum, als Wiese den Ball aus dem Netz holen musste. Nach einem schönen Pass des starken Japaners Shinji Ono beendete Sestak den Rekordversuch des Bremer Keepers, der die vereinsinterne Bestmarke von Oliver Reck (641 Minute) verbessern wollte. Wie berauscht legten die Gastgeber nach und schienen die nachlässigen Bremer überrollen zu wollen. Mimoun Azaouagh schlenzte an den Pfosten (3.), der Eckball von Christian Fuchs klatschte gegen die Latte (7.). «Am Anfang hat unsere Defensive noch ein bisschen geträumt», meinte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs.

Bochums furioser Hochgeschwindigkeits-Fußball war ansteckend. Nach einem Eckball von Mesut Özil veredelte Hunt (9.) einen Kopfball von Claudio Pizarro mit der Fußspitze zum Ausgleich. 1:1 statt 0:3 - die Bremer Lethargie war vorbei. Im Stil einer Spitzenmannschaft arbeiteten sich die Bremer mit viel Ruhe, hoher Ball- und Pass- Sicherheit zurück ins Spiel. Und die Geduld der Norddeutschen wurde belohnt. Marin (32.) gelang mit seinem ersten Tor für Werder nach gelungener Vorarbeit von Hunt die verdiente Führung.

69 Stunden nach dem unnötigen 2:2 in der Europa League bei Austria Wien beschränkte sich Werder auch dieses Mal im zweiten Durchgang vor allem auf Ergebnisverwaltung. Kapitän Thorsten Frings, bemüht, aber unauffällig, konnte sich vor Löws Augen bis auf einen Schuss (48.) kaum empfehlen. Dafür glänzten Özil, Marin, Per Mertesacker und Hunt. Erst nach einer Stunde wurden die Bochumer wieder stärker. Ein Abseitstor von Diego Klimowicz wurde zurecht nicht gegeben (61.), vier Minuten später rettete Wiese gegen Azaouagh. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß von Frings machte Borowski (76.) dann alles klar.

 

Kein Yahoo!-Nutzer? Kostenlos .