DSV-Staffel feiert WM-Sieg

Eurosport - Fr 25.Sep. 18:44:00 2009

Das Mixedstaffel-Quartett aus Deutschland hat mit einer tollen Vorstellung ohne Strafrunde erstmals in der Geschichte der Sommer-WM einen Titel für die schwarz-rot-goldenen Farben geholt. Russland und die Slowakei landeten abgeschlagen auf den Plätzen. Die Zuschauermenge in Oberhof war begeistert.

2009 Biathlon Sommer Rösch - 0

In der Besetzung Magdalena Neuner (Wallgau), Tina Bachmann (Schmiedeberg), Christoph Stephan (Oberhof) und Michael Rösch (Altenberg) musste die Staffel zwar elfmal nachladen, lag vor rund 3000 Zuschauern im Ziel mit einer Gesamtzeit von 1:09:01,1 Stunden aber deutliche vor der Konkurrenz.

In den Junioren schon erfolgreich

"Eigentlich bin ich nicht die begnadete Skiroller-Läuferin. Deshalb freut mich der WM-Titel umso mehr", jubelte Magdalena Neuner. Die sechsmalige Winter-Weltmeisterin freute sich besonders darüber, dass sie mit nur einer Reservepatrone die beste Schützin des Quartetts war. "Ich habe vom Start weg gemerkt, dass ich einen Schritt schneller als die Konkurrenz war - und dass, obwohl ich am Dienstag noch den anstrengenden Laufbahntest in Oberhof absolviert habe. Die Beine sind schon etwas müde", sagte die 22 Jahre alte Bayerin - und betonte, dass ein junges deutsches Team gewonnen habe. "Wir waren schon als Junioren mit Tina und Christoph ein tolles Team - und sind es jetzt wieder", ergänzte sie.

Die ein Jahr ältere Tina Bachmann büßte beim ersten WM-Start ihrer Laufbahn zwar 16 Sekunden des Vorsprungs ein, den sie von Neuner erhalten hatte. Mit 17 Sekunden Vorsprung schickte sie aber Lokalmatador Stephan auf die dritte Teilstrecke. "Ich war zwar mächtig aufgeregt, doch es war ein tolles Erlebnis. Das möchte ich im Winter beim Weltcup erneut haben", sagte die sächsische Aufsteigerin des Sommers.

Stephan auf dem Zahnfleisch

Der gleichaltrige Christoph Stephan musste in beiden Anschlägen zwar einmal nachladen, sorgte trotzdem für die Vorentscheidung und gab Michael Rösch über eine Minute Vorsprung mit auf den Schlussabschnitt. "Als Thüringer wollte ich hier in Thüringen unbedingt starten", bemerkte der WM-Zweite des vergangenen Winters. "Die Stimmung war super, die Fans waren Wahnsinn", stellte er zufrieden fest. Überbewerten wollte er seine erste WM-Goldmedaille bei den Männern aber nicht. "Man muss auf dem Boden bleiben und das Ergebnis mit Abstand betrachten. Es fehlten ja einige der führenden Nationen. Und der Winter hat Priorität", bemerkte der Aufsteiger des vergangenen Winters.

Nach den zwei Wochen deutsche Meisterschaften sei er schon etwas auf dem "Zahnfleisch gekrochen". Trotz des jetzt schon siebten harten Wettkampfs in 14 Tagen habe er sich relativ gut gefühlt. "Man muss einfach alles zusammenkratzen, was man noch hat, viel schlafen und essen. Man sieht, dass ich gut drauf bin. Ich fühle mich auf dem richtigen Weg in den Winter", bemerkte Christoph Stephan.

dpa / Eurosport

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