Eurosport - Do 25.Jun. 16:20:00 2009
Die erste Garde der deutschen Golfprofis ist bei der 21. BMW International Open eher verhalten in Runde eins gestartet. Titelverteidiger Martin Kaymer (71) landete um einen Schlag hinter Marcel Siem (70) auf dem Par-72-Kurs in München Eichenried vorerst auf dem 32. Platz.
Alexander Cejka lag nach 18 Löchern bis zur Halbzeit mit eins über Par im Mittelfeld der insgesamt 156 Konkurrenten. Die Führung übernahm der Engländer Richard Finch (66). Ein Wolkenbruch hatte zu einer 35-minütigen Unterbrechung geführt, so dass Bernhard Langer erst um 14.05 Uhr zum Abschlag bei dem mit zwei Millionen Euro dotierten Europa-Tour-Turnier kam. Der Sieger erhält am Sonntag 333 330 Euro.
"Die Runde war ganz ok. Aber das war nicht mein Tag beim Putten. Ich habe viel zu viele Puttlinien auf dem Grün falsch gelesen. Extrem ungewöhnlich bei mir. Es fehlte das Gefühl. Die Bedingungen waren trotz des Regens und der kurzen Unterbrechung nicht sehr schwer", meinte der hohe Titelfavorit.
Unterbrechung wegen Regen
Als der pechschwarze Himmel um 11.30 Uhr über dem Norden Münchens die Schleusen öffnete, konnten der 24 Jahre alte Kaymer im Flight mit dem Weltranglisten-5. Henrik Stenson (68/Schweden) und dem Dänen Sören Kjeldsen (68) eine kurze Verschnaufpause einlegen. Seine Zwischen-Bilanz bis Loch 12 war allerdings bei nur einem Birdie und zehn Pars nicht so überzeugend wie vor einem Jahr, als er seinem 68er-Auftakt eine brillante 63er Runde folgen ließ. Wieder waren Tausende dem Shootingstar gefolgt, der immer noch ein wenig unter Jetlag litt.
"Das war eine der besten Runde meiner Karriere. Warten wir ab, was kommt", ergänzte Kaymer angesichts der Seenplatte, die sich wieder zwischen den vom tagelangen Regen durchtränkten Spielbahnen blitzschnell gebildet hatte. Drei Tage nach dem Rückflug von der US Open, bei der Stenson mit Rang 9 überzeugt und Kaymer den Cut verpasst hatte, zeigte dann vor allem der Schwede, dass er neben Kaymer zu den ersten Favoriten auf den Titel zählt, den er 2006 schon gewinnen konnte. Mit vier Birdies auf den letzten 9 Löchern schob er sich mit Kjeldsen immer näher an die Spitze hinter Finch heran.
Aber Kaymers interner Zweikampf mit Stenson entbehrt nicht einer pikanten Note: Beide Profis werden von der schwedischen Agentur Sportyard betreut und Stensons Caddie-Frau Fanny Sunesson ist gleichzeitig Kaymers Coach vor, zwischen und nach den Turnieren. "Damit haben wir überhaupt kein Problem. Wir sind eine große Gemeinschaft. Da gibt es keine Geheimnisse. Jeder spielt und ist anders", meinten beide übereinstimmend.
"Man sah heute, wie groß seine Sicherheit bei den Schlägen, beim Schwung und im Spiel ist. Er gibt mir damit ganz viel Motivation für mein Training", ergänzte Kaymer. Auch Sunesson, die ehemalige Caddie- Frau des sechsmaligen Major-Siegers Nick Faldo, hat keine Probleme mit dem Doppeljob. "Wir reden während der Runde natürlich nicht untereinander. Ich bin dann auf Henrik fokussiert. Das ändert aber nichts an der Diskussion hinterher. Martin ist wie Henrik ein Supertyp, mit denen ich toll auskomme. Probleme gibt es nicht."
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