Bundesliga - Nürnberg verpasst Befreiungsschlag

Eurosport - Mo 25.Feb. 10:59:00 2008

Der 1. FC Nürnberg kommt einfach nicht aus dem Bundesligakeller. Im Heimspiel gegen die bis auf weite Strecken unterlegenen Cottbuser kamen die Franken nicht über ein 1:1 (0:0). Die Führung durch Marco Engelhardt in der 58. Minute egalisierte Dennis Sörensen fast im Gegenzug.

FOOTBALL 2007-2008 Bundesliga Nürnberg-Cottbus Ziebig und Charisteas - 0

"Das Ergebnis ist sehr enttäuschend für uns. Aber nach dem Tor waren wir einfach etwas zu unkonzentriert, wir haben es in dieser Phase dem Gegner auch zu leicht gemacht, wenngleich das Tor auch sehr unglücklich fiel", konstatierte ein enttäuschter Marco Engelhardt nach dem Spiel. "Wenn man gegen Rostock und Cottbus nicht gewinnt hat man natürlich nicht die besten Argumente im Kampf gegen den Abstieg", fügte er hinzu.

Anders fiel das Fazit vom Cottbuser Torschützen Dennis Sörensen aus: "Wir waren heute mächtig unter Druck und folglich gerieten wir in Rückstand. Aber wir sind jederzeit für ein Tor gut und das haben wir heute eindrucksvoll bewiesen."

Nach dem äußerst bitteren Ausscheiden im UEFA-Pokal gegen Benfica Lissabon musste "Club"-Coach von Heesen seine Mannschaft auf einer Position verändern: Für den gelb-rot-gesperrten Iwan Saenko rückte der wiedergenesene Marek Mintal in die Startelf. Cottbus-Trainer Boris Prasnikar ließ seine Mannschaft gegenüber dem 0:2 vor Wochenfrist bei Borussia Dortmund unverändert.

1. Halbzeit

In den ersten 45 Minuten sahen die Zuschauer im easyCredit-Stadion verhaltenen Fußball. Chancen waren Mangelware. In der 13. Minute zielte Ervin Skela einen Freistoß knapp neben das Gehäuse; dies sollte der einzige Torschuss der Cottbuser sein. Und auch dem 1. FC Nürnberg merkte man die Nervosität an. Meist wurden die Bälle im Mittelfeld durch unnötige Zweikämpfe oder Fehlpässe hergegeben. So brauchte es bis zur 32. Minute, ehe Marco Engelhardt zwei Mann ausspielte und mit links auf das Tor schoss - doch Schlussmann Gerhard Tremmel konnte den Ball vor dem lauernden Jan Koller wegfausten. Und auch vier Minuten später zeigte Tremmel, warum er Tomislav Piplica aus dem Kasten der Lausitzer verdrängt hat: Einen strammen Schuss von Dominik Reinhardt aus 20 Metern fischte der Torsteher in Weltklasse-Manier aus dem linken Winkel.

2. Halbzeit

Die Franken dominierten nahmen in der zweiten Hälfte von Anfang an das Heft in die Hand, während sich die Lausitzer aufs Konterspiel konzentrierten und so immer wieder zu gefährlichen Aktionen kamen. So war es der Grieche Michal Papadopulos, der von Igor Mitreski herrlich in Szene gesetzt wurde, aber in letztem Moment vom eminent starken Verteidiger Glauber vom Ball getrennt werden konnte (53.). Wenig später sorgte Andreas Wolf für eine Schrecksekunde beim aktuellen Pokalsieger, als ihm der Ball als letzter Mann versprang, er seinen Fehler aber gegen den anstürmenden Sörensen gerade noch ausbügelte (56.).

Zwei Minute später zappelte das Leder dann auf der Gegenseite im Netz: Jan Koller behauptet sich im gegnerischen Sechzehner gegen Mitreski und legte klug zurück auf Engelhardt, der keine Probleme hat, zur Führung einzuschieben. Fast im Gegenzug glich das Team von Trainer Bojan Prasnikar aus. Ervin Skela bediente auf der linken Seite Sörensen, der nach innen zog und von der Strafraumkante abzog. Sein leicht abgefälschter Flachschuss fand den Weg in die kurze Torecke. Nürnbergs Keeper Blazek machte dabei eine äußerst schlechte Figur (59.).

Die Franken reagierten mit wütenden Gegenangriffen, die aber meist zu ideenlos vorgetragen wurden. Erst in der Schlussphase erarbeiteten sich die Nürnberger hochkarätige Chancen. Doch weder Koller per Kopf (86.) noch Charisteas (88.) brachten die Kugel im Gehäuse unter.

Spieler des Spiels - Glauber

Der Brasilianer überzeugte wie zuletzt schon im UEFA Cup gegen Lissabon durch glänzendes Stellungsspiel und Zweikampfstärke.

Tim Proll / Eurosport