Doping-Jäger: "Die meisten sind sauber"

Eurosport - Mi 24.Dez. 14:00:00 2008

Entlastung für den oft als komplett verseucht geschmähten Radsport: Ausgerechnet Frankreichs Doping-Jäger Nummer 1 erklärt, die meisten der Tour-Fahrer "sind nicht gedopt". "Sie haben normale Blutwerte", so Pierre Bordry, Chef der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD.

CYCLING Tour de France peloton Arc de triomphe - 0

Zwar macht er sich keine Illusionen und gesteht, dass den Fahndern "möglicherweise manche Doper entwischt" seien. Generell aber bleibe nach seiner Interpretation der Untersuchungsergebnisse "ein sehr großer Wandel" festzustellen - und zwar in die richtige Richtung.

Die AFLD war in diesem Sommer erstmals komplett für die Kontrollen bei der Tour de France zuständig und überführte während der Rundfahrt und bei späteren Zusatz-Analysen eine ganze Reihe von Profis, darunter Topstars wie Riccardo Ricco oder Bernhard Kohl. Entscheidend dafür, so Bordry im Interview mit der französischen Sportzeitung L'Equipe, waren "die unvorhersehbaren Zielkontrollen, sie stellten den großen Unterschied zu früher dar".

"Sind nicht in Rückstand"

Den Betrügern unterlegen sieht sich Bordry nicht: "Die im Nachhinein enthüllten positiven Fälle sind der Beweis, dass wir keinen Rückstand mehr haben." Im Gegenteil: Die AFLD sei genau im Voraus über mögliche neue Dopingsubstanzen informiert, ihr international besetzter wissenschaftlicher Beirat habe ein äußerst hohes Niveau und inzwischen würden sogar die Pharmafirmen im Vorfeld von sich aus bei kritischen Neuentwicklungen auf die Agentur zukommen, begründete der AFLD-Präsident seinen Optimismus.

Auch die bislang noch nicht nachweisbaren Eigenblut-Transfusionen sollen kein unüberwindbares Hindernis bleiben. "Wir kommen voran. Es laufen gerade zwei wichtige Forschungsprojekte, aber ich kann noch keinen Zeitplan verkünden." Dennoch sollten die Doper gewarnt sein: "Wir haben acht Jahre Zeit, um die Proben zu analysieren. Sobald ein verlässlicher Test vorliegt, etwa auch für Wachstumshormone, werden wir neue Analysen vornehmen."

Haartests als nächster Schritt

Eine weitere Waffe im Arsenal der Doping-Jäger wird bereits eingesetzt: "Wir haben 2008 erstmals auch Haarproben genommen, von denen ich jetzt 100 Proben aus verschiedenen Sportarten zur Untersuchung an ein Speziallabor geschickt habe, das sonst für die Kriminalpolizei arbeitet. Das erlaubt uns nachzuforschen, ob Leute verbotenen Substanzen genommen haben und dient danach zur Auswahl für Zielkontrollen."

Wenig hält Bordry hingegen von den teaminteren Kontrollprogrammen mancher Rennställe wie CSC, Astana, Garmin oder Columbia: "Das ist meinetwegen eine schöne Sache, aber im Kampf gegen Doping hat das keinerlei Wert. Dieser muss von einem internationalen Fachverband oder einer unabhängigen Instanz geführt werden, mit akkreditierten Labors und unabhängigen Proben-Nehmern. Was die Teams machen, fällt eher in den Bereich der Prävention und der Langzeitkontrolle."

Wovor hat Armstrong Angst?

Zum Abschluss attackiert der Experte noch Rückkehrer Lance Armstrong. Dieser hält weiterhin spätere Analysen seiner Proben aus dem Jahr 1999, in denen EPO nachgewiesen wurde, für nicht aussagekräftig. "Er behauptet, er habe eine weiße Weste - ich will ihm gerne glauben", so der Franzose. "Wir haben seine Proben von 1999, die sehr gut konserviert sind. Ich habe vorgeschlagen, dass man diese analysieren soll, in objektiver Art und Weise, im Beisein von externen Fachleuten. Er hat das abgelehnt."

Andreas Schulz / Eurosport

Kommentare 5 - 24 of 24

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  1. die AFLD ist weltklasse!
    ich glaube auch dass der­ großteil sauber sind. und alle die schreiben "alle­ sind gedopt!" sind proleten, die von der materie­ keine ahnung haben! dann lieber die fresse halten!

    Von lang.david90, am Mo 22.Jun. 15:47
  2. das glaubt ihr ja selbst nicht.
    nie und nimmer stimmt­ das

    Von Loewenherz, am Do 19.Feb. 19:24
  3. g.capetown
    markus_meichtry
    absolut geile kommentare ihr­ sprcht mir aus dem herzen

    Von eurosportfan, am So 4.Jan. 18:55
  4. Der Radsport lebe hoch - auch wenn es ab und zu­ schwarze Schafe hat - diese hat es in jeder Familie und­ in jedem Verein oder sonstwo - ich glaube an den­ Radsport und an die Fahrer, dass der grosse Teil sauber­ ist.
    Markus

    Von Markus, am Sa 3.Jan. 18:21
  5. Es lebe der Radsport mit allem was dazu gehort,um­ diesen extremsten Sport mit derartigen Leistungen,so­ wie es die Massen und vor allem die Medien sich­ wuenschen,auszufuhren !!

    Verurteilt gehoren die,die­ den deutschen Radsport mit ihren Fahnder Methoden­ kaputt gemacht haben.

    Von g.capetown, am Fr 2.Jan. 10:16
  6. Bin mitlerweile der Meinung, dass die AFLD inzwischen­ die am meisten ernstzunehmende Anti-Doping- Einrichtung­ im Radsport und nicht nur dort ist. Und wenn sie der­ Mehrzahl der Akteure ein gutes Zeugnis ausstellt, ist­ dies ernstzunehmen und mit Erleichterung­ aufzunehmen.

    Weiter so!

    Von rostschnauze, am So 28.Dez. 20:16
  7. Ich bin diese ewigen Diskussionen in diesen Foren echt­ leid. Man kann doch auch diskutieren, ohne sich verbal­ aufs Maul zu hauen. Es gibt kein Allheilmittel und­ beschissen wird immer, egal wie gut die Kontrollen­ sind. Wo Schlupflöcher sind, gibt es auch immer­ jemanden, der da durch will. Ich fahr selber Radrennen­ und ich kann bestätigen, dass schon im Amatuerbereich­ "Benzin geschluckt" wird. Und für mich ist­ das echt kein Zuckerschlecken, wenn ich am Berg von­ jemandem abgehängt werde, den ich letztes Jahr noch an­ gleicher Stelle versägen konnte. Der Unterschied zu den­ Profis: Mein Lebensunterhalt hängt nicht davon ab, wie­ gut und wie schnell ich da jetzt hochkomme. Ich quäl­ mich freiwillig da hoch und ich bin jetzt nicht so­ ehrgeizig, dass ich unbedingt der erste sein will und­ deshalb irgendwelche Mittel schlucke. Ich liebe den­ Radsport und die Freude daran lässt mich weiter machen.­ Aber wenn eine riesige Maschinerie dahinter steht und­ tausend Leute darauf bauen, dass du erster wirst, dann­ sieht die Sache schon anders aus. Und mal ganz ehrlich:­ Jeder der Sport betreibt und ein Mittel in die Finger­ kriegen würde, von dem wissenschaftlich erwiesen ist,­ dass es zu 100% nciht nachzuweisen ist, der würde es­ nehmen. Überlgt doch mal, jeder hat schon mal bei­ Mensch ärger dich nicht beschissen, oder?

    Von gustelschmackes, am Fr 26.Dez. 15:43
  8. 300 Euro nebenbei die Woche ,infos unter calamee yahoo­ de

    Von calamee, am Mi 24.Dez. 18:41
  9. "Die meisten sind sauber.." - Was soll man­ dazu noch sagen?
    Gestern in meinem Fitness Board nen­ Thread entdeckt, wo ein !!!15!!! Jähriger, der­ "professionell" Radsport betreibt, nach­ Roids/etc. fragt, damit er richtig kräftige Beine­ bekommt...

    "Hallo. Ich betreibe Professionell­ Radsport im Team. Dieses ich nicht nennen möchte­ Lächeln .
    Ich brauche ein mittel das schnell­ Muskelnaufbaut, also oberschenkel bzw die anderen­ beinmuskeln, ich trainiere im studio viel mit der­ beinpresse oder anderen beingeräten. auf der beinpresse­ mache ich momentan 350kg bei 3 sätzen mit 6 - 8­ wiederhohlungen. welche mittel gibt es die schnell und­ auch sehbar wirken und die ich nicht spritzen muss und­ wo kann ich sie eventuell beziehen ???"

    Einfach­ nur traurig.

    Von machodijai, am Mi 24.Dez. 11:12
  10. was soll der Leiter einer Anti-Doping-Agentur auch­ sonst sagen ausser dass die meisten sauber sind?
    etwa:­ 90% aller Fahrer sind gedopt aber ich und meine­ Mitarbeiter sind unfaehig, diese zu enttarnen?

    Von Gerhard, am Mi 24.Dez. 9:27
  11. Schönes Video über Lance und sein Comeback. Danke an­ Eurosport. Und Danke, daß Sie allgemein auch mal­ endlich wieder was Nettes schreiben über den Radsport.­ Man sollte ihn auch wirklich nicht totschreiben,­ abschreiben. Auf den Radsport trifft auch der Spruch­ zu, der auch auf starke Menschen zutrifft.: Harte­ Zeiten vergehen. Starke Menschen (und eben auch der­ Profiradsport mit seinen starken Menschen)­ bestehen"....ist von Robert Schuller. Icch wünsche­ allen Mitarbeitern von Eurosport und natürlich vor­ allem Carsten Migels und Ulli Jansch schöne und­ friedliche Weihnachten und alles Gute für das neue­ Jahr. PS: und säubern Sie öfter mal die Foren von­ Beleidigungen. Ich werde sie nur noch auf Igno setzen,­ aber andere, die sie dann noch sehen, könnten sich­ gestört fühlen, denn es sollte um Radsport gehen und­ nicht um Beleidigungen....Schönes Fest und guten Rutsch­ jedenfalls. Werden Sie denn eigentlich die Tour Down­ under übertragen? Ich würde es mir sehr wünschen und­ mich sehr freuen. Alf

    Von Livestrong, am Di 23.Dez. 23:22
  12. Die Worte hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube ...­ an eine Sportart, die sich in den letzten Jahren unter­ stillschweigender Duldung ihres Weltverbandes­ systematisch selbst zerstört hat.

    Von Harry, am Di 23.Dez. 22:47
  13. die meisten sauber ??? so ein schwachsinn

    ich gehöre­ zu denen, die immer behauptet haben, dass 90% gedopt­ sind, und dazu stehe ich

    ich gehöre auch zu denen, die­ immer gesagt haben, das kontrolliertes doping unter­ ärztlicher betreuung und natürlich erst ab 18 jahren­ legal sein sollte, und dazu stehe ich auch.

    Von Harry, am Di 23.Dez. 21:38
  14. Das ist wieder mal so schrecklich radikal und­ undifferenziert, was hier so geschrieben wird. Wie­ viele in welchen Sportarten in welchem Ausmaß gedopt­ haben, ist doch noch nicht einmal verläßlich zu­ schätzen, geschweige denn zu wissen. Doping ist­ schlicht die Verwendung nicht erlaubter Hilfsmittel -­ so wie das Hufeisen im Boxhandschuh oder zu viel­ Hubraum in einem Formel-Rennwagen. Das kann man nicht­ erlauben. Man kann die Regeln ändern, aber man kann die­ Regeln nicht weglassen. Sport ohne Regeln ist nicht­ denkbar.

    Also: die Blut-, Haar-, Haut- und Urinproben­ konservieren und alle nachanalysieren. Es gibt noch­ genug Proben aus früheren Jahren - auch von Armstrong,­ Ullrich und Genossen. Diese alten Hochverdächtigen und­ schon mal Überführten sollten nur noch fahren dürfen,­ wenn diese Proben nachanlysiert wurden. Dazu kommt­ natürlich, dass solche Verfahren wie gegen Ullrich erst­ mal zu Ende gebracht werden müssen. Es geht natürlich­ nicht, von Armstrong die Zustimmung zur Nachanalyse zu­ verlangen, wenn man die anderen in Ruhe lässt. Auch­ Armstrong hat einen Anspruch auf Gleichbehandlung.­

    Aber wenn der Ir(r)e McQuaid schon sagt, er wolle­ keine Nachanalysen, da die Ergebnisse die Platzierungen­ der letzten Jahren ändern würde ... schon ein­ trauriges Bild.

    Ich hoffe im Sinne eine gesunden­ (Rad-)Sport, dass die Dopingjäger das Risiko für die­ Gauner und Halunken so groß werden lassen, dass die­ Schwelle für die allermeisten viel zu hoch ist.

    Von Sam S, am Di 23.Dez. 21:00
  15. Immer geht es nur um die Fahrer...die sind nur das­ letzte Glied in der Dopingkette, nicht schuldiger aber­ auch nciht unschuldiger als alle Hintermänner, Teams­ und Geldgeber; dnen letztendlich gehts ja nur ums geld­ und vlt ein bisschen Ruhm...

    Von stefansochert, am Di 23.Dez. 20:56
  16. Für die Aussage gehörst du eigentlich geprügelt du Nap

    Von Schorsch D, am Di 23.Dez. 20:12
  17. radsport ist einer der besten sporte, die es auf dieser­ welt gibt. ob jetzt manche dopen oder nicht, ist das­ wirklich so wichtig?

    Von saschawi, am Di 23.Dez. 18:35
  18. Doping-Jäger: "Die MEISTEN sind sauber"

    lol­ was soll man dazu sagen -.-

    Von Schorsch D, am Di 23.Dez. 18:12
  19. doper sind die ärmsten schweine,man bedenke unter­ welchem druck so etwas passiert.bei vielen geht es doch­ um den job,um die berechtigung in der weltspitze zu­ sein.den einsichtigen wie jörg jaksche keine­ möglichkeit zu geben sich wieder zu etablieren ist das­ grösste zugeständnis an die unverwerflichkeit des­ dopingmissbrauchs.hut ab jörg jaksche für diese­ ehrlichkeit die sie haben walten lassen.der radsport­ braucht mehr leute ihres kalibers.frohes fest an alle­ radsportfans

    Von hegelbert2008, am Di 23.Dez. 17:42
  20. ....wir Schweizer freuen uns über die Bronze Medaille­ von Peking, da ja das Pferd des Norwegischen Reiters­ gedopt war......!
    Noch Fragen zu sauberen und­ unsauberen Sportarten?

    Schöne Feiertage!

    Von smilingbiker, am Di 23.Dez. 17:26
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