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America's Cup: Team Germany zum Warten verdammt

Sa 24 Nov, 23:56 Uhr


Valencia (dpa) ­ Der America's Cup hat Schlagseite, doch das Team Germany gibt sich kämpferisch. Nach der angekündigten Verschiebung der 33. Auflage des Segelklassikers von 2009 auf 2010 oder gar 2011 steht bei allen Teilnehmern die Neuorientierung auf dem Programm.

Der deutsche Team-Chef Jochen Schümann hat die Parole «Weitermachen wie bisher» ausgegeben. «Wir haben aber keine Angst», sagte der dreifache Olympiasieger der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Schlechte Nachrichten beinhalten meist auch die Möglichkeit zu positiven Wendungen.» Nach den Weihnachtsferien nimmt das Team Mitte Januar wie geplant das Training wieder auf. «Wir wollen den Vorsprung, den wir haben, in keinem Fall aufgeben», sagte der Hamburger Trimmer Matti Paschen.

Aufgrund des schwelenden Rechtsstreits zwischen Kläger BMW Oracle Racing aus den USA und Cup-Verteidiger Alinghi aus der Schweiz bleibt die Zukunft des America's Cup jedoch auch nach der Verschiebung mit vielen Fragezeichen versehen. Gewinnt Alinghi vor Gericht, entstehen zwei mögliche Szenarien: Entweder wird die Regatta dann wie geplant vor Valencia ausgetragen oder BMW Oracle Racing legt gegen die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes in New York Berufung ein und lähmt das Geschehen weiterhin.

Gewinnt jedoch das US-Team von Software-Milliardär Larry Ellison, will Alinghi auf das Recht zur Berufung verzichten. Es kommt in dem Fall laut Stiftungsurkunde im kommenden Jahr zum Exklusiv-Duell der beiden Giganten. Bis dahin bliebe unklar, wer als neuer Cup-Verteidiger die Eckdaten für die 34. Auflage bestimmen darf. Für Alinghi sowie alle sieben offiziellen Herausforderer-Teams herrscht damit weiterhin Planungsunsicherheit.

Gespannt wird deshalb die längst überfällige Entscheidung durch Richter Herman Cahn in New York erwartet. Bis dahin sind die Planer zum Warten verdammt. «Wir sind natürlich sehr enttäuscht über die Verschiebung, denn für uns war gerade der neue Zweijahresrhythmus extrem wichtig. Wir werden uns jetzt mit dem Team beraten», erklärte Unternehmenssprecher Markus Schaps vom Hauptsponsor des Teams Germany, United Internet.

Neusponsor Audi hegt trotz der Turbulenzen keine Trennungsgedanken. «Die Verschiebung hat uns keinen Schritt weitergebracht, die Unsicherheiten bestehen noch. Wir werden uns mit dem Team besprechen und die Entwicklung abwarten», sagte Pressesprecherin Iris Altig. Ein klares Bekenntnis kommt von Albrecht Bamler, Unternehmenssprecher der Porsche AG: «Porsche hat weiterhin großes Interesse am America's Cup und wird Management- und Technologiepartner des deutschen Teams bleiben. Unsere Berater bleiben vor Ort. Wir gehen sogar davon aus, dass noch nicht ganz sicher ist, dass der Wettbewerb tatsächlich verschoben wird.»