Tour de France - Tour d'Honneur und Sprint Royal
Auf den letzten 95 Kilometern der Tour de France steht zunächst das Schaulaufen der Sieger an. Auf den ersten Kilometern von Créteil auf die Champs Élysées werden vor allem die Fahrer in den Wertungstrikots die Strapazen der letzten Wochen mit dem einen oder anderen Glas Champagner herunterspülen.
Nur der Mann im Grünen Trikot dürfte bereits voll auf den letzten Kampf der Tour auf den Champs Élysées fokussiert sein. Mark Cavendish (HTC) aus Großbritannien möchte zum ersten Mal das begehrte Trikot des Punktbesten mit nach Hause nehmen, nachdem er bereits zwei Mal als Zweiter diese Sonderwertung abgeschlossen hat.
Allerdings droht dem wohl schnellsten Mann im Feld noch Konkurrenz aus Spanien. Jose Joaquin Rojas (Movistar) hat vor der Schlussetappe 15 Punkte Rückstand und die Möglichkeit sich das "maillot vert" doch noch zu sichern. Der Zwischensprint nach 59,5 Kilometern könnte dabei eine entscheidende Rolle spielen. Das Rennen dürfte zu diesem Zeitpunkt aber bereits animiert sein, denn zum Abschluss der "Grande Boucle“ will sich jeder, der noch einigermaßen bei Kräften ist, vorne präsentieren.
Franzosen wollen sich zeigen
Zuvor aber wird vor allem Cadel Evans seinen ersten Gesamtsieg auf dem Weg durch die französische Landeshauptstadt ausgiebig feiern. Auf der "Tour d’Honneur", werden die Champagnerkorken knallen und die Wertungstrikots von Evans, Cavendish, Samuel Sanchez (Berg) und Pierre Rolland (Nachwuchs) in vorderster Front leuchten. Das Peloton wird die erste Rennstunde im Bummeltempo zurücklegen, doch danach wartet eine Tempojagd der besonderen Art.
Denn sobald die Champs Élysées erreicht ist, wird die Ruhe im Peloton nicht länger anhalten. Vor allem die französischen Teams wollen sich zum Abschluss der 98. Großen Schleife noch einmal vor heimischem Publikum zeigen und werden sich in Szene setzen. Auf den insgesamt acht Runden vorbei an Arc de Triomphe und Louvre wird es in ständiger Regelmäßigkeit Attacken geben. Die Sprinterteams um HTC, Garmin und Omega-Pharma werden im Feld versuchen, das Tempo zu kontrollieren, um ihre Kapitäne Cavendish, Tyler Farrar und André Greipel in Position zu bringen.
Im Sprint Royal soll der letzte Etappensieger der Frankreich-Rundfahrt gekürt werden und der prestigeträchtige Etappensieg ausgefahren werden. Für einen Sprinter ist der Sieg auf dem Pariser Prachtboulevard in etwa gleichzusetzen wie für einen Bergfahrer ein Erfolg in Alpe d’Huez. Cavendish kann davon ein Lied singen. Der Brite hat zwar noch nie das Grüne Trikot gewonnen, aber in den letzten beiden Jahren auf der Schlussetappe triumphiert. Vor allem 2009 legte der 26-Jährige von der Isle of Man eine beeindruckende Performance hin. Damals schoss er mit seinem Teamkollegen Mark Renshaw aus der letzten Kurve heraus und ließ der Konkurrenz keine Chance. Renshaw belegte noch vor Farrar den zweiten Platz.
Massensprint oder Ausreißer-Coup?
Es ist zwar alles auf einen erneuten Massensprint programmiert, doch es gab in der Geschichte der Tour auch schon Ausnahmen. Im Jahr 2005 setzte sich Alexander Winokurow drei Kilometer vor dem Ziel mit einem beherzten Angriff ab und die überraschten Sprinter kamen auf der Zielgeraden nicht mehr heran. Ein ähnliches Kunststück gelang dem Belgier Eddy Seigneur elf Jahre zuvor, als er den endschnellen Männern ein Schnippchen schlug.
Im Ziel gibt es für den Sieger noch einmal 45 Punkte im Kampf um das Grüne Trikot. Cavendish gilt zwar als Topfavorit, doch auch der Brite ist nicht gefeit vor Stürzen im hektischen Finale. Sollte der HTC-Zug aber wie gewohnt funktionieren steht dem ersten Gewinn der Punktewertung und dem dritten Erfolg in Paris für "Cav" wohl kaum etwas im Wege.
TV-Tipp:
Mehr Live geht nicht: Eurosport präsentiert die Tour de France wie gewohnt in ausführlichen Live-Übertragungen. Verfolgen Sie die große Schleife im TV, über den Eurosport Player oder im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de!




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