Eurosport - So 24.Jun. 18:57:00 2007
Wimbledon - Amelie Mauresmo, Maria Scharapowa und die Williams-Schwestern - in den letzten acht Jahren gab es beim ältesten und prestigeträchtigsten Tennisturnier der Welt nur vier verschiedene Siegerinnen. eurosport.yahoo.de stellt Ihnen die Wimbledon-Favoritinnen für 2007 vor.
Sie hat einen Lauf. Justine Henin ist derzeit wirklich kaum zu bremsen. Die Viel-Spielerin und -Siegerin aus Belgien strotzt nicht nur vor Selbstvertrauen, sie spielt derzeit einfach das beste Tennis aller Damen im Circuit. Ob auf Sand, auf Hartplatz oder auf Rasen - ist sie gesund, ist sie kaum zu schlagen. Beim Vorbereitungsturnier in Eastbourne stellte sie ihre Traumform eindrucksvoll unter Beweis.
Seit Februar in Dubai stand Henin in sieben Finals, gewann fünf davon. Der Wimbledon-Titel fehlt der 25-Jährigen noch in ihrer Sammlung, im letzten Jahr unterlag sie im Finale Amelie Mauresmo. Nun aber hat sie ihr Spiel "beisammen". Kraft, Technik und auch Finesse vereinen sich bei ihr auf's Beste.
Prognose: Der Weg zum Titel führt nur über Justine Henin.
Ihr ersten großen Sieg landete die Russin ausgerechnet auf dem heiligen Rasen. Ihr Spiel allerdings passt auch beinahe perfekt zu diesem schnellen Belag. Hier kann sie ihre Power richtig ausspielen, die Gegnerinnen laufen lassen und sich dabei selbst nicht zu viel bewegen. Denn Letzteres ist nach wie vor die Schwäche des "Glamour Girls".
Die Saison lief für die Nummer zwei der Welt durchwachsen. Im Finale der Australian Open und Halbfinale von Roland Garros kassierte sie jeweils zwei bittere, weil glatte Niederlagen. Zuletzt stand sie im Endspiel von Birmingham, unterlag dort nur knapp gegen Jelena Jankovic.
Prognose: Viertelfinale auf jeden Fall, Halbfinale dürfte schon schwierig werden - für den zweiten Wimbledon-Titel reicht es sicher nicht.
Die 27-Jährige hat sich in Wimbledon in den letzten Jahren fast kontinuierlich gesteigert und nach drei Halbfinalteilnahmen im letzten Jahr mit dem Turniersieg den großen Coup gelandet. Allerdings - die Saison 2007 verläuft, abgesehen von einem Hallenturniersieg im Februar in Antwerpen, bislang nicht wie gewünscht: Eine Blinddarm-Operation setzte die Französin zwei Monate außer Gefecht und auf Sand gab es in Berlin (Viertelfinale), Rom (2. Runde) und bei den French Open (3. Runde) herbe Rückschläge.
Dennoch - für die "Lawn Tennis Championships" ist die Weltranglisten-Vierte bester Dinge: "Ich bin überzeugt, dass ich mein Spiel schnell auf Rasen umsetzen kann. Wimbledon ist etwas, dass ich nicht erklären kann, es wirkt ganz besonders auf mich." In Eastbourne zeigte sie mit der Finalteilnahme ihre durchaus ausgeprägten Rasenqualitäten.
Prognose: Halbfinale sollte drin sein - alles, was darüber hinausgeht, wäre ein Riesenerfolg für die Titelverteidigerin.
In Melbourne verblüffte sie nicht nur die Kolleginnen, Fans und Journalisten, sondern wohl auch sich selbst. Der Sieg bei den Australian Open waren das "Ende" eines schier unglaublichen Comebacks. Anschließend machte sich die jüngere der beiden Williams-Schwestern dann wieder etwas rar, konnte aber durchaus ihre Erfolge verbuchen.
Auch bei den French Open zeigte sie, dass sie an ihrer Fitness gearbeitet hat, für das Spiel auf Rasen sicher unerlässlich. Ihre kraftvollen Schläge helfen außerdem weiter. Doch fehlt der Powerfrau aus den USA ein wenig das feine Händchen, das auf diesem kurzgeschorenen Belag vielleicht das letzte Quäntchen ausmacht.
Prognose: Die Auslosung für Serena ist sicher nicht schlecht, allerdings wartet planmäßig im Viertelfinale Justine Henin - und das dürfte dann auch die Endstation sein.
Sie kennt im All England Lawn Tennis and Crocket Club alle Höhen und Tiefen. Die Schweizerin wurde 1997 die jüngste Championesse der Open Era mit 16 Jahren, 9 Monaten, 5 Tagen. Zwei Jahre später lernte sie die Kehrseite des Ruhms kennen, schied in der ersten Runde sang- und klanglos gegen die Qualifikantin Jelena Dokic aus. In den vergangenen Wochen plagte sich die 26-Jährige mit einer Hüftverletzung herum, ließ die French Open und auch alle Vorbereitungsturniere aus.
Das große Fragezeichen steht bei Hingis also hinter der Fitness und der Matchpraxis. Nicht aber hinter ihrem Können. Rasenschach - so wurde ihr Spiel Ende der 90er Jahre gennant.
Prognose: Kann Hingis dieses Schachspiel erneut zelebrieren und macht ihr Körper mit - dann ist eine faustdicke Überraschung drin.
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