World Championship - Doherty von Liang vorgeführt

Eurosport - Do 24.Apr. 10:02:00 2008

Der 21-jährige chinesische Debütant Liang Wenbo sorgte bei der Weltmeisterschaft in Sheffield für die größte Sensation seit Jahren: Er schaltete Ex-Weltmeister Ken Doherty aus. Der "Darling von Dublin" war ohne Chance und am Ende mit der 5:10-Niederlage noch gut bedient.

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Neben Liang Wenbo wusste am fünften WM-Tag auch Shaun Murphy zu überzeugen, der durch ein 10:3 über Dave Harold das Achtelfinale erreichte. Unter den letzten 16 steht auch Joe Perry nach dem 10:7 über Graeme Dott.

Ken Doherty begann gegen Liang Wenbo zunächst programmgemäß: Mit einer 66 ging der Weltmeister von 1997 mit 1:0 in Führung. Doch der U-21-Weltmeister von 2005 glich in einem umkämpften zweiten Frame aus und zog dann mit Breaks von 77, 58 und 45 Punkten auf 4:1 davon.

Hoffnung bei den Fans von Doherty keimte auf, als er auf 2:4 verkürzte, aber die erhoffte Wende blieb aus. Mit einem Top-Break von 95 ging Liang beinahe uneinholbar mit 8:2 in Führung. Im Safety-Bereich konnte Doherty noch einigermaßen kithalten, aber sein Lochspiel hatte er in Dublin gelassen.

Wende für Doherty bleibt aus

Nachdem Ken Doherty auf 3:8 verkürzte hatte, musste er den entscheidenden Schlag verdauen: Im zwölften Frame kam es zu einer re-spotted Black; die schwarze Kugel musste noch einmal aufgelegt werden, nachdem es am Ende des regulären Frames 67:67 gestanden hatte. Beim Versuch, schwarz und weiß sicher abzulegen, fiel Doherty die weiße in eine Ecktasche und es stand 9:3 für den Chinesen.

In seiner hoffnungslosen Situation versuchte Doherty nun, den Kopf vollkommen auszuschalten und aus dem Bauch heraus zu spielen. Nicht einmal sechseinhalb Minuten brauchte er, um dank eines 69er-Breaks Frame 13 zu gewinnen. Nach dem Midsession Interval dann zeigte auch Liang Wenbo Nerven und konnte das hohe Niveau nicht halten. Ein weiterer Framegewinn für Doherty war die Folge, aber die Niederlage konnte er nicht mehr verhindern.

Shaun Murphy hatte den Großteil der Arbeit gegen Dave Harold schon am ersten Tag erledigt, nach dem er mit 7:2 führte. Harold fand nie zu seiner Form und sprach im Anschluss von seinem "schlechtesten Spiel der Saison". Trotzdem verkürzte der Routinier zu Beginn von Tag zwei noch auf 3:7. Dann aber hatte Shaun Murphy den Fuß wieder auf dem Gaspedal und benötigte nur 32 Minuten, um sich mit Breaks von 102, 72 und 73 Punkten die noch fehlenden drei Frames zu holen. Im letzten Frame war er sogar lange auf Maximum-Kurs, verschoss aber die zehnte schwarze.

Starker Dott nicht belohnt

Graeme Dott zeigte zwar in Sheffield seine beste Leistung seit langem, konnte die 16. Niederlage in Folge aber nicht abwenden. Nach dem 5:4 für Joe Perry am ersten Tag holte sich Perry auch gleich den ersten Frame an Tag zwei mit einer 104, aber Dott schaffte unter anderem mit einer 126 wieder den Ausgleich.

Dann aber feuerte Joe Perry mit 132, 63 und 88 drei schnelle Breaks zum 9:6. Anschließend zeigte der Engländer jedoch Angst vor der Ziellinie und verlor seine Sicherheit; Dott verkürzte auf pink noch einmal zum 7:9. Auch Frame 17 wurde erst auf die Farben entschieden, aber nach mehreren vergebenen Matchbällen stolperte Perry schließlich ins Achtelfinale.

O'Sullivan mit Mühe

Überraschend schwer tut sich Top-Favorit Ronnie O'Sullivan gegen den 17-jährigen Debütanten Liu Chuang. Nach der ersten Session liegt "The Rocket" nur mit 5:4 vorne. Unter anderem mit Breaks von 76 und 87 Punkten hatte O'Sullivan die ersten drei Frame gewonnen, aber der Chinese startete seine Aufholjagd mit einer 92 und glich aus. Nachdem die nächsten beiden Frames geteilt wurden, sicherte sich O'Sullivan mit einer Clearance von blau bis schwarz in Frame neun den knappen Vorsprung.

"Maguire on Fire" galt für Stephen Maguire bei seinem Einstieg in die WM. Der zweifache Turniersieger dieser Saison spielte Anthony Hamilton an die Wand und führt nach der ersten Session mit 8:1. Seine höchsten Breaks waren 118, 83 und 82 Punkte. Erst im letzten Durchgang des Tages sicherte sich Hamilton seinen ersten Framegewinn und vermied dadurch die Höchststrafe.

Rolf Kalb / Eurosport