UEFA Cup - Bayern wieder mit dem Rücken zur Wand

Eurosport - Do 24.Apr. 23:37:00 2008

Bayern München muss um den Einzug ins UEFA-Pokal-Finale zittern. Im Halbfinal-Hinspiel kam der deutsche Rekordmeister gegen Zenit St. Petersburg über ein 1:1 (1:0)-Remis nicht hinaus. Franck Ribery (17.) brachte die Bayern in Führung, Lucio (61.) sorgte mit einem Eigentor für den Endstand.

FOOTBALL 2007-2008 UEFA Cup Bayern-Zenit Ribery Ribéry - 0

Der FC Bayern steht nach diesem Ergebnis wie schon im Viertelfinale gegen den FC Getafe im Rückspiel unter Zugzwang:

"Wir müssen jetzt im Rückspiel ein Tor aufholen, das ist schwer, aber möglich. Angst haben wir nicht, weil wir die bessere Mannschaft sind", gab Trainer Ottmar Hitzfeld schon einmal die Marschrichtung für die Partie am 1. Mai (ab 18:30 Uhr im Live-Ticker) in St. Petersburg vor.

1. Halbzeit

Der FC Bayern München bestimmte in den ersten Minuten klar das Spielgeschehen. Die erste aussichtsreiche Möglichkeit hatte der sehr frisch wirkende Bastian Schweinsteiger, der von der Strafraumgrenze eine Flanke von Marcell Jansen nicht optimal verwerten konnte. Sein Schuss ging über das Tor (2.).

Die Gastgeber spielten weiter entschlossen nach vorne und zwagen St. Petersburg in die Defensive. Jedoch brauchten die Bayern einen Elfmeter um die Führung zu erzielen. Franck Ribery verwandelte mit Glück: Viacheslav Malafejew parierte den schwachen Schuss direkt vor die Füße des Franzosen, der die Nerven bewahrte und zur Führung einschob(17.).

Danach drängten die Bayern weiter. Die beste Chance, auf 2:0 zu erhöhen, vergab Ze Roberto, als er aus spitzem Winkel alleine vor dem Tor an Malafejew scheiterte. Die Russen kamen erst in der in der 23. Minute zu ihrer ersten Möglichkeit. Konstantin Zyrianow prüfte Oliver Kahn von der Strafraumgrenze mit einem strammen Flachschuss, aber der Münchner Schlussmann hielt sicher. Auch wenn Zenit nach und nach agiler wirkte, gab die Mannschaft von Trainer Ottmar Hitzfeld das Spiel zu keinem Zeitpunkt aus der Hand. Ze Roberto hätte sogar noch nachlegen müssen, aber er scheiterte nach einem überragenden Pass von Mark van Bommel wieder am hervoragend aufgelegten russischen Schlussmann (31.).

2. Halbzeit

Beide Mannschaften kamen wie verwandelt aus der Kabine. So konzentriert St. Petersburg den zweiten Durchgang anging, so legere präsentierten sich die Hausherren. Schweinsteiger setzte zwar mit einem strammen Schuss ein erstes Ausrufezeichen (50.), doch Zenit kaufte den Bayern durch aggressives Zweikampfverhalten den Schneid ab. Viktor Fayzulin scheiterte in der 54. Minute noch mit einem Distanzschuss. Seine scharfe Hereingabe von der linken Seite, nur wenige Minuten später, fand den Weg ins Tor, weil Lucio unglücklich und unhaltbar für Kahn mit dem Kopf abfälschte (63.).

In der Folge war das Spiel ausgeglichen und es dauerte bis kurz vor Schluss bis die Kontrahenten wieder aussichtsreich in Tornähe kamen. Andrei Arschawin, der im Rückspiel wegen seiner dritten gelben Karte im laufenden Wettbewerb pausieren muss, schoss in der 89. Minute von der Strafraumgrenze aus knapp am Tor vorbei. Auch der FC Bayern hätte noch den Siegtreffer erzielen können. In der Nachspielzeit verfehlte Lukas Podolski aus elf Metern nur um Haaresbreite.

Spieler des Spiels: Lucio

Der Brasilianer in Dienstern der Bayern lieferte eine Weltklasseleistung ab. Über 60% gewonnene Zweikämpfe und auffälligste Offensivkraft in der zweiten Halbzeit sprechen für sich. Leider war er aber auch der tragische Held durch das unglückliche Eigentor in der 63. Minute.

Andreas Benjamin Krieger / Eurosport