Eurosport - Mo 24.Mrz. 23:48:00 2008
Was ist bloß mit "König" Federer los? Nach der - zugegebenermaßen krankheitsbedingten - Erstrunden-Pleite in Dubai gegen Andy Murray wurde der Weltranglisten-Erste im Halbfinale von Indian Wells von Mardy Fish vorgeführt. Wankt das Denkmal Roger Federer? Nein, sagt der Schweizer selbst.
"Müde wovon und welche Probleme? Es ist alles in Ordnung", antwortete Federer in einem Interview auf die Frage, ob er irgendwelche gesundheitlichen Probleme habe oder müde sei. Der 26-Jährige scheint mit sich und der Welt im Reinen zu sein. "Ich bin da, wo ich gerne sein möchte. Ich habe in Kalifornien gute Leistungen gezeigt, konnte wieder ein paar Matches gewinnen und habe wieder ein gutes Gefühl" - ein ganz anderer Ton in den Worten der Nummer eins. Dass sich ein Federer mit ein "paar" gewonnenen Matches zufrieden gibt, zeugt davon, dass der Schweizer sich nicht mehr genötigt sieht, alles zu gewinnen und jeden bezwingen zu müssen.
Klar ist: Der Nimbus der Unantastbarkeit ist dem besten Tennis-Spieler der Welt momentan abhanden gekommen. Das klare 3:6, 2:6 gegen den für Federer-Verhältnisse bestenfalls zweitklassigen US-Amerikaner im Halbfinale des Masters in Indian Wells wirft erneut besorgte Fragen der Federer-Fans auf.
"Bin nicht sehr enttäuscht"
Schon bei der Erstrundenniederlage im Scheichtum fragte sich die Tennis-Welt, was mit dem sonst so souverän auftretenden Baseler nicht stimme. Nur ungern gab der 26-Jährige später zu, dass eine Erkrankung an Pfeifferschem Drüsenfieber die Ursache für den kraftlosen Auftritt gewesen sei.
Für den zwölffachen Grand-Slam-Turnier-Gewinner ist das Verpassen des Finals in Indian Wells aber kein Beinbruch. "Ich bin nicht sehr enttäuscht. Im Training verliere ich häufig 2:6, 3:6. Im Match allerdings nicht, da finde ich dann meistens einen Weg, mich noch raus zu kämpfen", so der Rechtshänder. Gegen den überragend agierenden Fish suchte Federer vergeblich.
"Fed-Ex" ist heiß
Überhaupt zeigte sich Federer beeindruckt von der Leistung seines auf Position 40 der Welt geführten Gegners. "Mardy hat wahnsinnig gut gespielt. Er hat mit Vor- und Rückhand viel Druck gemacht. Und gegen seinen zweiten Aufschlag habe ich auch kein Rezept gefunden."
Jetzt will sich "König" Federer in Ruhe auf das kommende Masters in Miami vorbereiten. "Ich werde noch drei Konditionstage einlegen und versuchen, mich an die Bedingungen zu gewöhnen. Es ist dort etwas wärmer, dazu kommen die Hitze und der Wind", erklärt "Fed-Ex". Kein Zweifel: Federer mag vielleicht gelassener geworden sein - heiß auf Titel ist er immer noch.
Stefan Zürn / Eurosport