Ein "Fohlen" bringt Borussia auf Trab

Fr 24.Feb. 12:34:00 2012

Was als Risiko begann, entpuppte sich als Geniestreich. Gladbachs Trainer Lucien Favre beförderte den 19-jährigen Schlussmann Marc-André ter Stegen zum Ende der vergangenen Saison zur Nummer eins. Seitdem ist in Gladbach alles anders.

2011/2012 Gladbach ter Stegen - 0

Von Tobias Laure

Kapitän Filip Daems erinnert sich noch genau, wie es im Mai 2011 war, als der Borussia der Abstieg drohte und ter Stegen seine Chance bekam. "Schon bei seinem ersten Spiel, damals zu Hause gegen den 1. FC Köln, war ihm keine Nervosität anzumerken", lobt ihn der Belgier im Interview mit eurosport.yahoo.de. "Marc ist eine tolle Persönlichkeit im Tor, und das hat dann für die nötige Ruhe in der Abwehr und im ganzen Team gesorgt." Nachdem ter Stegen maßgeblich an der Rettung über die Relegation beteiligt war, verhalf er dem Team in der laufenden Saison mit Glanzleistungen in Serie zum sensationellen dritten Tabellenplatz nach 22 Spieltagen.

Das "Fohlen" in der "Fohlen-Elf"

Ter Stegen selbst bleibt bescheiden. Es sei sein "Traum gewesen, Profi bei der Borussia zu werden", so der Torwart im Interview mit dem "kicker". Und das ist alles andere als eine Worthülse, es ist vielmehr logisch. Der Blondschopf stammt aus Mönchengladbach, durchlief die komplette Jugendabteilung des Klubs und empfahl sich in der zweiten Mannschaft für den Bundesliga-Kader. Der 19-Jährige ist das einzige waschechte "Fohlen" in der Elf. Und nun soll die nächste Stufe zünden. "Ich versuche jetzt, meine Leistungen zu zeigen, damit wir mit der Borussia oben stehen und nicht wie im vergangenen Jahr nur nach unten schauen müssen."

Bei aller Euphorie um die Offensivabteilung um Marco Reus und Mike Hanke oder das exzellente Mittelfeld mit Juan Arango und Patrick Herrmann ist es die Abwehr, die das Fundament für Erfolge schafft. "Es ist ein großer Vorteil, dass wir auf diese Stärke in der Defensive vertrauen können", betont ter Stegen. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Gladbach hat mit 13 Gegentoren die beste Abwehr der Bundesliga, ter Stegen spielte zehnmal zu Null.

"Wir wollen ins Finale einziehen"

Und dafür gibt es Gründe. So sei es "beeindruckend zu sehen, wie die Lücken zugemacht werden und jeder für den anderen in die Bresche springt, wenn es einmal nicht so perfekt funktioniert" habe, erläutert ter Stegen. "Wir marschieren ja nicht ohne Niederlage durch die Saison. Wir haben in der Hinrunde Spiele verloren und es gab Phasen, in denen gesagt wurde: Die treffen das Tor nicht." Trotzdem sei man "immer wieder auf den Weg" zurückgekommen. Auch deshalb, weil der junge Torwart beständig sein Niveau hielt und sich weder vom Hype um seine Person, noch von zwischenzeitlichen Rückschlägen aus der Ruhe bringen ließ.

Was als Risiko begann, entpuppte sich als Geniestreich. Gladbachs Trainer Lucien Favre beförderte den 19-jährigen Marc-André ter Stegen. - 2 Schon gibt es die ersten Spekulationen um einen Platz in der Nationalmannschaft, und das nach gerade einmal 28 Bundesligaspielen. Ter Stegen ist das Thema noch nicht geheuer. Er wolle "auf dem Platz meine Leistung" bringen. "Alles andere kann ich nicht beeinflussen." Wesentlich mutiger hört sich das Talent an, wenn es um den Verein geht. Zwar sieht ter Stegen Dortmund und München als Meisterschaftsfavoriten, doch im Pokal-Halbfinale glaubt er an den dritten Saisonsieg gegen Bayern im dritten Pflichtspiel. "Warum nicht? Wir haben bewiesen, dass wir gegen den FC Bayern gewinnen können. Wir wollen ins Finale einziehen", so der 19-Jährige.

Das Gladbacher Eigengewächs ist schon jetzt eine der Identifikationsfiguren für die Fans der Borussia. Und während es Reus nach Dortmund zieht, Abwehrchef Roman Neustädter auf Schalke anheuert und Dante mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht wird, hat ter Stegen seinen Vertrag bis 2015 verlängert. "Er hat eine große Karriere vor sich, wir können stolz darauf sein, solch einen Spieler bei uns ausgebildet zu haben", sagt Sportdirektor Max Eberl. Marc-André ter Stegen könnte eine neue Ära prägen beim Traditionsverein Borussia Mönchengladbach...

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Pênalti William - Fluminen

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