Bundesliga - Acht Wahrheiten zur Bayern-Krise
Der FC Bayern droht alles zu verspielen. eurosport.yahoo.de beantwortet die brennenden Fragen zur Situation beim deutschen Rekordmeister.
Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen (twitter: @DanielRathjen)
Der Tag danach war trübe. Wie sollte er beim FC Bayern nach der 0:1-Blamage im Achtelfinal-Hinspiel beim FC Basel auch sonst sein?
Es droht das Aus in der Champions League, das Rückspiel am 13. März gegen die frechen Schweizer wird alles andere als ein Spaziergang.
Die eindringlichen Worte von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hallten den Münchnern bei der Nachbesprechung im Auditorium an der Säbener Straße noch in den Ohren.
"Wir müssen jetzt in den nächsten Wochen hier gemeinsam, gemeinsam ist die Parole, aber hart arbeiten, um wieder aus der Scheiße, in die wir uns leider in den letzten Wochen reingespielt haben, rauszukommen", hatte Rummenigge gefordert.
Am Sonntag gegen Schalke könnten die Bayern gar auf Rang vier der Tabelle abrutschen. Dieser Platz würde am Saisonende den erneuten Gang in die Champions-League-Qualifikation bedeuten. Wie schlimm ist die Lage wirklich beim deutschen Rekordmeister?
eurosport.yahoo.de liefert Antworten auf die brennendsten Fragen.
Platzt der große Triple-Traum?
Noch ist nichts entschieden. Vier Punkte Rückstand auf Dortmund sind aufzuholen, im Pokal trifft Bayern im Halbfinale zwar auf "Angstgegner" Gladbach, doch werden sie in dieser Saison bestimmt nicht ein drittes Mal gegen Favres "Fohlen" verlieren. In der "Königsklasse" muss gegen Basel nicht Endstation sein, in der heimischen Arena sind die Bayern weiter eine Macht. Aber: Die Mannschaft muss schnellstens wieder mehr Durchschlagskraft entwickeln.
Was ist das Hauptproblem der Bayern?
"Der Funke muss wieder überspringen, dass ein Rädchen wieder ins andere greift", sagte Heynckes am Donnerstag. Keeper Manuel Neuer wurde deutlicher: "Wir haben klasse Einzelspieler, aber es läuft derzeit nicht rund und flüssig", analysierte er. Das Hauptproblem der Bayern ist: Momentan treten sie nicht als Einheit auf.
Wo ist die Balance geblieben?
Von der Leichtfüßigkeit der Hinrunde ist keine Spur mehr. Es klafft ein Loch zwischen Abwehr und Offensive. Hinten gibt es immer wieder Lücken und vorne ist das Team nicht mehr gefährlich genug, das Spiel gerät ins Stocken. Zwar hat die Mannschaft viel Ballbesitz, aber das Spiel ist statisch. Es fehlen Überraschungselemente, Dynamik und Spielwitz.
Warum schießt die Star-Offensive keine Tore mehr?
Seit Gladbach und Dortmund weiß jeder Gegner, wie der FC Bayern besiegt werden kann. Franck Ribéry und Arjen Robben werden konsequent gedoppelt, dazu vor dem eigenen Strafraum zwei dichte Viererketten gebildet. Dann gibt es kaum mehr ein Durchkommen. Mario Gomez hängt dadurch vollkommen in der Luft.
Warum lässt Heynckes nicht mit zwei Spitzen spielen?
An seinem 4-2-3-1 will Heynckes nicht rütteln. "Das werde ich nicht ändern", betonte er zumindest vor dem Spiel in Basel energisch. Einerseits erscheint es verständlich, denn das System hat sich bewährt. Dazu gibt es ein Überangebot im Mittelfeld, so ist es die beste Möglichkeit für den Trainer, möglichst viele Stars in der Startformation unterzubringen. Das mindert das Konfliktpotenzial.
Warum wackelt die Abwehr?
Säule Daniel van Buyten ist verletzt. Jerome Boateng wird hin und her geschoben, Philipp Lahm ist im Leistungsloch. Rafinha ist der große Schwachpunkt - bislang ist er nicht die erhoffte Verstärkung. Problem-Brasilianer Breno ist keine Alternative. Keine guten Voraussetzungen für den Mannschaftsteil, der die Basis für jeglichen Titelgewinn bildet.
Muss Heynckes um seinen Job fürchten?
Das Band zum Präsidenten Uli Hoeneß, seinem engen Freund, ist sehr stark. Feuern wird Hoeneß ihn nicht mehr. "Don Jupp" kann nur selbst zurücktreten. Auch er muss Ergebnisse liefern. Sind die schlecht, wird er über Konsequenzen nachdenken müssen.
Gibt es Hoffnung?
Wichtig ist: Die Qualität ist da. Und eventuell wird Leader Bastian Schweinsteiger rechtzeitig zu den entscheidenden Spielen wieder fit. Vielleicht reicht auch nur ein "Schlüsselspiel", um einen "Hallo-Wach-Effekt" zu erzielen. Doch: Für einige bedeutete das 2:0 im Pokal bei Stuttgart schon viel - aber auch das brachte keine Besserung.
TV-Tipp:
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