Bundesliga - Robben Opfer einer Hetzkampagne?

Fr 24.Feb. 13:47:00 2012

Arjen Robben hat die Nase voll. Von den Münchner Medien, vom ständigen Reservistendasein, von allem. Ist der Niederländer im Sommer weg? "Die Situation ist sehr schwierig", sagt der Bayern-Stürmer. Seine Vertragsverlängerung schien nur noch Formsache, nun aber ist der sensible Robben beleidigt.

2011-2012 Bundesliga Bayern München Heynckes Robben - 0

Von Petra Philippsen

Als die Bayern-Spieler in den Katakomben des St. Jakob-Park-Stadions von Basel durch die so genannte Mixed Zone liefen, da war den wenigsten von ihnen danach Zumute, sich den drängenden Fragen der Journalisten zu stellen.

Einige taten es trotzdem, denn auch nach bitteren Niederlagen gehört es einfach zum Job. Dass Arjen Robben aber jede Auskunft verweigerte und wortlos an den Reportern vorbei lief, hatte einen anderen Grund. Robben war sauer. Auf die deutschen Medien im Allgemeinen und auf ein paar Münchner Blätter im Speziellen.

"Einige führen Krieg gegen mich"

"Da sind einige Zeitungen, die alle zwei Monate damit beschäftigt sind, einen kleinen Krieg gegen mich zu führen", wetterte er dann beim niederländischen TV-Sender "Sport1", "das ist etwas Persönliches. Ich will da nicht alle über einen Kamm scheren, aber das ist schon traurig." In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder harte Kritik am 28 Jahre alten Flügelstürmer gegeben. Er sei zu egoistisch, sowohl in seiner Spielweise als auch abseits des Platzes. Das sei dem Mannschaftsgefüge des Rekordmeisters nicht zuträglich, wurde von etlichen Medien befunden. Selbst Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer hatte in verschiedenen Medien eine mannschaftsdienlichere Spielweise von Robben gefordert. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nahm den Niederländer daraufhin in Schutz.

Doch Robben hat genug von der Buhmann-Rolle, er reagierte beleidigt auf die Vorwürfe und zog sich in den Schmollwinkel zurück. Das ist nicht neu beim Niederländer, der als äußerst sensibel und empfindlich gilt. Und diese Saison hat seiner Gemütslage bisher auch alles andere als gut getan. Immer wieder plagten Robben schwere Verletzungen, eine Leisten-OP war nun im Herbst der letzte Rückschlag, die für ihn mittlerweile die Joker-Rolle zur Folge hat.

Nur 13 Mal war Robben in dieser Saison in der Liga dabei, allerdings nur drei Mal über die volle Distanz. Vier Mal stand er in der Champions League auf dem Platz, spielte allerdings nur zweimal durch und gegen Manchester City kam Robben erst in der 90. Minute rein. Dazu durfte er zumindest im Pokal-Achtefinale gegen Bochum mitspielen. Immerhin auf sieben Treffer brachte es Robben bei seinen Kurzeinsätzen, doch das stärkt nicht gerade sein Selbstvertrauen, auch wenn er in Basel in der Startelf gestanden hatte.

Reinrotiert, rausrotiert - im Sommer weg?

"Die Situation ist sehr schwierig. Ich bin zurückgekommen von einer schweren Verletzung, spiele dann drei Spiele und schon wird wieder gegen mich ausgeholt. Als ich mich wieder gut gefühlt habe, wurde ich wieder unterbrochen", beklagte er sich. Denn Trainer Jupp Heynckes hatte ihn nach dem Unentschieden in Hamburg für das Heimspiel gegen Kaiserslautern durch Thomas Müller auf dem rechten Flügel ersetzt.

Arjen Robben hat die Nase voll. Von den Münchner Medien, vom ständigen Reservistendasein, von allem. Ist der Niederländer im Sommer weg? - 2 Müllers Spielmacherposition übernahm Toni Kroos. Erst in der 56. Minute durfte Robben rein, da stand es bereits 2:0 für die Bayern und die Partie war gelaufen. Die Rotation hatte ihm gar nicht gepasst. "Darüber habe ich auch mit dem Trainer gesprochen, aber darüber werde ich nichts verraten", erklärte Robben. Auch Heynckes selbst gab später keine Details des Gesprächs preis, sagte aber, dass sein "Bauchgefühl" über den Wechsel entschieden hätte und dass es Robben geärgert hatte: "Arjen hat es professionell, aber enttäuscht aufgenommen."

Dass Robben nun eingeschnappt ist und auch auf konstruktive Kritik eher mit Unverständnis reagiert, könnte auch die Vertragsverhandlungen mit den Bayern torpedieren. Denn die Verlängerung des Kontrakts über 2013 hinaus schien im Winter schon so gut wie beschlossen, doch nun ist es gut möglich, dass der Niederländer München bereits im Sommer verlässt. Denn dass die Bayern mit Xherdan Shaqiri schon seinen potentiellen Nachfolger verpflichtet haben, dürfte seiner sensiblen Seele einen zusätzlichen Stich versetzt haben.

VIDEO - Neuer: "Müssen uns der Kritik stellen"

itw Manuel Neuer

TV-Tipp:

Die schönsten Tore, die heißesten Duelle sowie Einschätzungen von Trainern und Spielern. Eurosport berichtet immer montags ab 17:30 Uhr in EUROGOALS über die aktuellsten Entwicklungen im Europapokal und den europäischen Top-Ligen.

Eurosport

Bemerkung

Kommentarfunktion ist für diesen Artikel nicht verfügbar.