Bundesliga - Boateng teilt aus: "Sind selbst schuld"
Di 24.Jan. 15:36:00 2012
Jerome Boateng ist der neue Abwehrchef des FC Bayern. Nach der Verletzung von Daniel van Buyten bringt er sich mit markigen Sprüchen in Position. Sämtliche Kritiker, inklusive Ehrenpräsident Franz Beckenbauer und Kollege Rafinha, bekamen im Pressetalk an der Säbener Straße ihr Fett weg.
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Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen (twitter: @DanielRathjen)
Aus Jerome Boateng wird öffentlich wohl nie ein Lautsprecher werden.
Der Bayern-Verteidiger hat eine weiche Haut, das ist offensichtlich, er "nuschelt", wenn er spricht und wirkt - ganz im Gegensatz zu seinem Halbbruder Kevin-Prince - ohne Trikot insgesamt eher gemütlich.
Doch der 23-Jährige hat sich in München weiterentwickelt, seine Sätze haben mittlerweile Schlagkraft, wovon sich am Dienstag die versammelte Presse überzeugen konnte. Passend dazu trug der Defensivspezialist ein schwarzes T-Shirt mit einem Portrait des legendären Boxers Muhammad Ali.
Die 1:3-Pleite in Mönchengladbach zum Rückrundenauftakt nagt auch an Boateng. "Robben und Boateng zusammen auf der rechten Seite - das passt nicht", hatte der Ehrenpräsident gezürnt. Darauf von eurosport.yahoo.de angesprochen, erwiderte Boateng:
" Ich glaube nicht, dass man das nach einem Spiel beurteilen kann. Wir haben noch nicht oft zusammengespielt. Klar, es sah nicht gut aus. Wir müssen Robben besser einsetzen und den Ball schneller spielen. Aber man sollte jetzt nicht alles infrage stellen!"
Mehr Verantwortung als Abwehrchef
Zur Gesamtleistung des Teams gegen die frechen "Fohlen" sagte er: "Wir sind selbst schuld! Wir müssen jetzt aufpassen und die Kurve kriegen. Es wird nicht einfach."
Auf die Mannschaft und speziell Boateng kommt eine große Herausforderung zu. Nach dem Mittelfußbruch von Daniel van Buyten deutet alles darauf hin, dass der gebürtige Berliner in die Innenverteidigung neben Holger Badstuber rücken wird.
Transfers hat Sportdirektor Christian Nerlinger ausgeschlossen, damit wäre Boateng - in einer der wichtigsten Phasen in diesem möglicherweise historischen Jahr für den Rekordmeister - der neue Abwehrchef.
"Ich muss mich in der Innenverteidigung nicht beweisen. Ich spiele gerne da und freue mich darauf", merkt er selbstbewusst an.
Dass er von Trainer Jupp Heynckes eigentlich für den Rest der Saison als rechter Außenverteidiger eingeplant war, kommentiert er mit einem kleinen Seitenhieb in Richtung Rafinha. "Dass das so ist, liegt ja nicht nur an mir - sonst würde Rafinha ja dort spielen."
Generell blickt er optimistisch nach vorne und sieht auch nach der Van-Buyten-Verletzung keine Engpässe: "Es ist trotzdem genug Qualität in der Abwehr da. Da muss man jetzt keinen Alarm machen", beschwichtigt er und fordert zugleich: "Mit dieser Mannschaft müssen wir Meister werden."
Schon am Samstag gegen den VfL Wolfsburg müsse das Team so funktionieren wie in der Hinrunde und zeigen, "dass wir es können" - wenn nicht wieder ein Rückstand die Pläne über den Haufen wirft. In fünf von sechs Spielen war das in dieser Saison der Fall, nur gegen den VfB Stuttgart gelang es den Münchnern noch, die Partie umzubiegen.
Wird Schweinsteiger rechtzeitig fit?
Auch Boateng hat das natürlich bemerkt und fordert deshalb: "Nach einem Rückstand muss ein Ruck durch die Mannschaft gehen, dann müssen wir noch mehr Torchancen erzwingen und aggressiver spielen."
Viel hängt dabei auch von Bastian Schweinsteiger ab, der gegen Gladbach noch Anlaufschwierigkeiten hatte. Eventuell kann er gegen die "Wölfe" aber gar nicht mitwirken. Der Bayern-Leader brach am Dienstag das Training ab, klagte über eine Sehnenreizung im Knie und fuhr zur Untersuchung in die Praxis von Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt.
Während sein Einsatz etwas fraglich ist, brennt Boateng auf die Partie, wo er sich endlich wieder auf seiner Lieblingsposition zeigen kann.
Video: Herrmann: "Haben Chancen genutzt"
ITV 'Gladbach spieler 1
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