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Biathletin Neuner: Vom Lehrling zum Topstar

So 23 Dez, 12:17 Uhr


Baden-Baden (dpa) - So schnell wie Magdalena Neuner läuft, so rasend schnell war auch ihr Aufstieg zum neuen Top-Star des deutschen Sports. Noch vor einem Jahr galt sie als Riesen-Talent, ihr Name war aber nur Biathlon-Insidern bekannt.

Zum Lernen hatte Bundestrainer Uwe Müssiggang die damals 19-Jährige aus dem kleinen Örtchen Wallgau im Werdenfelser Land mit zu den Weltmeisterschaften genommen. Mit den Einzeltiteln im Sprint und der Verfolgung sowie Staffelgold mit dem deutschen Quartett wurde sie in Antholz (Italien) nicht nur jüngste Mehrfach-Weltmeisterin der Biathlon-Geschichte, sondern feierte auch den erfolgreichsten Einstand in der WM-Historie.

Trotz aller Erfolge sieht sich «Gold-Lena» sportlich noch lange nicht am Ziel. «Das ging alles so schnell. In diesem Winter ist der Druck wesentlich höher, bin ich die Gejagte», meinte sie und sie weiß, dass sie sich Mittelmaß auf Dauer nicht leisten kann. «Aber auch das wird 'Lena' schaffen», sagt Müssiggang überzeugt - dank ihrer Fähigkeit der schnellen Regeneration, des ebenso schnellen Wegsteckens von Misserfolgen und ihrer das ganze Wesen prägenden optimistischen Fröhlichkeit.

Die etablierten Olympiasiegerinnen Martina Glagow - bis zur WM ihr Vorbild -, Kati Wilhelm und Andrea Henkel überholte das Team-Nesthäkchen nicht nur sportlich, sondern auch als inzwischen bestverdienende deutsche Wintersportlerin. Dabei wägt der Shooting-Star die Angebote genau ab. «Das muss zu mir passen», ist Neuners Devise. Da ihr ein bekannter Softdrink nicht schmeckt, lehnte sie die lukrative Offerte eben so ab wie Nachfragen des Playboys. «Man darf nicht zu gierig sein. Geld ist nicht alles. Davon allein wird man nicht glücklich, auch wenn ich mit Biathlon meine Existenz so sichern möchte, dass ich später gut davon leben kann», sagte sie.

Eine siebenstellige Zahl auf dem Konto, das weiter ihr Vater - Beruf Bankkaufmann - verwaltet, hat Magdalena Neuner nach eigenen Angaben noch nicht. Glaubt man ihrem Management, sollte diese Einnahmegrenze im laufenden Winter trotz sanfter Vermarktung geknackt werden. Von den diesjährigen Einnahmen hat sie im Haus der Oma - wenige hundert Meter vom Elternhaus entfernt - eine Wohnung für sich und ihren Freund ausgebaut. Dass sich im Sommer an den Fenstern einige Leute die Nase platt drückten, gehört zu den negativen Randerscheinungen ihrer Popularität. Dabei bemüht sie sich, ihre nette Natürlichkeit nicht zu verlieren, will auch nach dem erneut erhöhten Trainingspensums den Wünschen der Fans gerecht werden.