Essen (dpa) - Die entscheidende Phase der Olympia-Vorbereitung der Schwimmer für Peking wird von einem Machtkampf zwischen dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) und dem Fernsehen beeinträchtigt.
Die öffentlich-rechtlichen Anstalten ARD und ZDF wollen bei den deutschen Meisterschaften mit Olympia-Qualifikation im April kommenden Jahres eine quotenträchtige Konzentration der Wettkämpfe mit den Stars am Wochenende. DSV-Cheftrainer und Sportdirektor Örjan Madsen besteht auf die geplante Durchführung analog zum Peking-Programm. Er lässt dabei keine Zweifel aufkommen: «Für mich ist es absolut unabdingbar, dass das Programm nicht geändert wird, egal, was das Fernsehen sagt.»
Madsen will in Berlin den Wettkampf-Ablauf von Peking simulieren. Geplant sind die Meisterschaften von Montag, 14. April, bis Samstag, 19. April. Das Problem des DSV: Ende 2008 läuft der Fernsehvertrag aus. Das macht die Verhandlungsposition für den Verband nicht einfacher.
Für Madsen, der nach den Olympischen Spielen in Peking sein Engagement für den DSV beendet, zählt allein der sportlich richtige Weg. «Wir sollen bei Olympia Erfolg haben, und wir wollen Erfolg haben. Dann muss man uns aber auch die Chance auf eine optimale Vorbereitung geben.» Tjark Schroeder, Fachsparten-Vorsitzender Schwimmen im DSV, äußert sich zurückhaltend: «Fachlich wird das von uns voll unterstützt, da gibt es keine Zweifel. Nun gibt aber ja auch DSV-Interessen. Da muss abgewogen werden, was machbar ist.»
Sportwissenschaftler Madsen macht das Problem am Beispiel von Superstar und Weltrekordlerin Britta Steffen deutlich. «Das Freistil- Programm bei Olympia ist so ausgelegt, dass die Sprinter die 50, 100 und 200 Meter schwimmen können. Wir wollen das natürlich genau so machen. Wir dürfen das Programm für die Qualifikation doch nicht so machen, dass wir ihr ihre Chancen verbauen.»
Die Schwimmer sollen in Berlin die Möglichkeit bekommen auszuprobieren, wie sie mit dem olympischen Programm klarkommen. Und sie sollen sich auf die Strecken konzentrieren, die sie in Peking angehen wollen. Madsen: «Für mich ist wichtig, dass sich die Athleten festlegen, wo sie sich qualifizieren wollen. Man darf nicht immer hin und her wechseln. Wenn ich bei Olympia erfolgreich sein will, dann muss ich das Training darauf ausrichten.» Berlin solle allen zeigen, wo sie stehen. Madsen: «Wenn wir dazu diese eine Möglichkeit nicht nutzen, dann ist das eine vertane Chance. Das können wir uns nicht leisten.»


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