Eklat nach Sieg: HSV darf nicht mit Fans feiern

Fr 23.Okt. 11:36:38 2009

Glasgow (dpa) - Mit Zornesröte im Gesicht stürmte Bruno Labbadia in den Spielertunnel und schrie die schottischen Sicherheitskräfte an. Der Trainer des Hamburger SV hatte kein Verständnis für das Feierverbot mit den 3000 mitgereisten Anhängern.

«Wir haben ja verstanden, dass wir nicht ganz zur Fankurve gehen durften, aber dann haben sie uns noch gedroht, weil einige Spieler auf dem Rasen gesessen haben», regte sich Labbadia über das mangelnde Fingerspitzengefühl der Stadionpolizei nach dem umjubelten 1:0 in der Europa League gegen Celtic Glasgow auf. Ein Eklat, der ganz unnötig war, denn nach dem einzigen internationalen Sieg eines deutschen Vereins in dieser Woche waren alle Hanseaten in bester Feierlaune.

«Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir stolz sein können, so eng zusammengerückt zu sein», betonte Labbadia, «denn man hat uns schon abgeschrieben nach den Verletzungen, es wurde von Untergangsstimmung geschrieben». Tatsächlich dominierten die Norddeutschen im Celtic Park das kämpferische Spielgeschehen gegen limitierte Schotten, kamen durch das fünfte internationale Tor von Markus Berg zum verdienten Erfolg. Bei zwei ausstehenden Heim- und einem Auswärtsspiel hat der HSV, der wegen des besseren direkten Vergleichs mit Hapoel Tel Aviv trotz schlechterer Tordifferenz die Gruppe C anführt, die lukrative K.o.-Runde fast schon erreicht.

Doch gegen den FC Schalke 04 in der Bundesliga wird es eine viel schwerere Aufgabe, da waren sich alle sicher. «Unser Spiel hatte eine unglaubliche Intensität, wir werden jede Stunde zur Regeneration nutzen, denn wir treffen auf eine ausgeruhte Mannschaft», sagte Labbadia. Noch in Glasgow trainierte der HSV vor dem Abflug auf der Hotelanlage des abgelegenen mondänen ehemaligen Schlosses «Mar Hall».

Besonders erleichtert waren alle über den Treffer des Sorgenkindes Berg, der die Erwartungen an einen Neun-Millionen-Einkauf noch nicht erfüllt hat. In Einzelgesprächen wurde der Torschützenkönig der U 21- EM in den vergangenen Tagen aufgebaut, um den massiven Druck nach den Ausfällen von Paolo Guerrero und Mladen Petric etwas abzufangen. «Ja, wir haben viel geredet, ich muss mich auf die ein bis zwei Torchancen pro Spiel fokussieren, denn zwanzig bekomme ich nicht», sagte Berg, der eine Vorlage von Zé Roberto bei einem Konter aus 18 Metern bestens verwertete.

«Als einziger echter Stürmer hat Marcus enormen Druck, aber wir haben alle Vertrauen zu ihm», sagte Abwehrchef Joris Mathijsen, «die Umstellung von der holländischen Liga zur deutschen ist nicht einfach». Für Labbadia stellt sich vor dem Schalke-Spiel erneut die Frage, wen er neben dem Schweden im Sturm aufbieten wird. Jonathan Pitroipa agierte viel zu planlos und undurchsichtig für seine Nebenleute, dazu verstolperte er viele Bälle - es bleiben die 19- jährigen Tonay Torun und Tolgay Arslan. Ob Jerome Boateng in die Innenverteidigung zurückkehren kann, ist noch ungewiss: «Sein Knie wird von Tag zu Tag besser», sagte Labbadia.

 

Kommentare 1 - 5 of 5

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  1. Die Bayern respektieren den HSFlau aus Mitleid. Weil­ die auch in den nächsten 20 Jahren keinen Titel holen.

    Von Wolfgang, am Sa 24.Okt. 13:18
  2. HSFlau-Fans,mein freund wie alt bist du denn, darfst du­ schon alleine etwas aufschreiben?? Diese Fans sind­ wegbegleiter eines absoluten Bundesligavereins. Nicht­ die Anzahl der Titel sonder die absolute Beständigkeit­ macht die HSFlau fans zu dem was dieser Verein ist, er­ ist für mich seit 32 jahren der Verein, wenn sogar die­ Bayern diesen Verein extrem Respektieren sollte das ein­ möchtegern Fussballfan wie du schon lange oder du­ solltest zum Volleyball wechseln

    Lars

    Von Lars, am Fr 23.Okt. 21:39
  3. Kann man doch verstehen. Der schottische­ Ordnungsdienste hat sich die gestörten debilen HSFLau­ Fans genau angesehen und wusste doch genau, dass die­ auf den Platz stürmen wollten.

    Von Wolfgang, am Fr 23.Okt. 17:38
  4. Also in meinen Augen sollte Pitroipa gegen Schlake­ unbedingt wieder in der Anfangsformation­ stehen.
    Erstens ist er wirklich sehr schnell - alleine­ damit bindet er zwei Leute im gegnerischen­ Abwehrverbund. Wenn sich seine Mitspieler mal ein wenig­ auf seine Laufwege einstellen könnten, müsste nur­ jemand knapp hinter ihm her laufen, um die Bälle­ einzusammeln, die ihm unterwegs so von den Füßen­ kullern.
    Zweitens hat seine Spielweise etwas von­ Damenbasketball - man möchte runter aufs Feld und­ helfen. Das sehen die Schiedsrichter genau so. Bei Jaro­ haben sich die Schiris daran gewöhnt, dass er­ umgerempelt wird und erst mal ein wenig liegen bleibt­ und lamentiert - wenn Pitroipa sich an einem­ gegnerischen Spieler vorbeige - (was eigentlich?­ Ge-rumpelt? Ge-stolpert?) irgendwas hat und dann eine­ auf seine Beinchen bekommt und abhebt - das ist schon­ rührend, da gibt man eher mal Freistoß. Irgendwie­ strahlt Pitroipa etwas aus, was permanenten­ Welpenschutz proviziert.
    Der HSV muss jetzt nur noch­ herausfinden, wie man Pitroipas Stärken optimal nutzt.­ Gute Freistoßschützen (Trochowski, Zé, Aogo etc) sind­ da - und irgendwo wird sich doch jemand finden, der­ vor"sehen" kann, wohin Pit so laufen wird -­ oder??

    Von Sven, am Fr 23.Okt. 12:58
  5. Man merkt, dass der Artikel möglicherweise von einem­ Hamburger Insider geschrieben wurde. Denn in Hamburg­ kursiert seit geraumer Zeit ein Running-Gag: Co-Trainer­ Sözer zu Bruno in der 70. Minute: "Laß uns den­ Pitroipa bringen, der ist völlig unberechenbar für den­ Gegner." Bruno: "Leider auch für uns."

    Von Jens K, am Fr 23.Okt. 12:03
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