(sid) Lewis Hamilton ist den Sieg beim Formel-1-Rennen in Spa endgültig los. Das Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA wies am Dienstag nach zweitägiger Verhandlung in Paris den Einspruch von Hamiltons Arbeitgeber McLaren-Mercedes gegen die 25-Sekunden-Zeitstrafe beim Großen Preis von Belgien als unzulässig zurück. Wie die FIA ausführte, sind laut Artikel 152, Paragraph 5 ihres Reglements Einsprüche gegen Zeitstrafen grundsätzlich nicht möglich.
Damit führt Hamilton die WM-Wertung vor dem ersten Nachtrennen der Formel-1-Geschichte am Sonntag in Singapur mit nur einem Punkt Vorsprung vor seinem Erzrivalen Felipe Massa an. Der Ferrari-Pilot aus Brasilien war nachträglich am grünen Tisch zum Sieger von Spa erklärt worden. Hamilton fiel durch die 25-Sekunden-Zeitstrafe letztlich hinter Massa und BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld (Mönchengladbach) auf Rang drei zurück.
Hamilton: "Ich bin enttäuscht"
"Die Leute glauben jetzt wohl, ich wäre niedergeschlagen, aber das ist nicht der Fall. Ich bin lediglich enttäuscht. Ich will diese Sache jetzt hinter mich bringen und das machen, was wir Fahrer am besten können: Rennen gegeneinander fahren", erklärte Hamilton in einem McLaren-Statement. Mercedes-Sportchef Norbert Haug sagte: "Zum Glück bleibt Lewis auch so der WM-Führende, und wir werden weiter versuchen, auf der Strecke so viel zu erreichen, dass die uns in Spa weggenommenen Punkte am Ende nicht die Weltmeisterschaft entscheiden."
McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh hatte sich vor Beginn der FIA-Verhandlung noch gelassen gezeigt und seine Überzeugung zum Ausdruck gebracht, dass sein Formel-1-Rennstall im Recht ist. "Die meisten Leute, die das gesehen haben, sagen, Lewis hat den Sieg verdient und nicht Felipe", sagte Whitmarsh. Nach dem Urteil meinte Whitmarsh: "Natürlich sind wir enttäuscht, aber wir werden uns jetzt auf die verbleibenden vier Saisonrennen konzentieren."
Experten sind sich nicht einig
Die Strafe gegen Lewis Hamilton war kontrovers diskutiert worden. Auch Fachleute hatten ihr Unverständnis zum Ausdruck gebracht. Der RTL-Experte und dreimalige Weltmeister Niki Lauda hatte die Strafe gar als die "schlimmste Entscheidung in der Geschichte der Formel 1" bezeichnet: "Es ist absolut inakzeptabel, wenn drei Leute die WM in dieser Weise beeinflussen."
Auch der Schweizer Ex-Pilot und heutige Premiere-Experte Marc Surer hatte entsetzt reagiert. "Ich bin schockiert. Die Strafe kam für mich völlig überraschend, denn Lewis hat aus meiner Sicht alles richtig gemacht." Hans-Joachim Stuck meinte nach der Entscheidung am Dienstag: "Ich bleibe dabei, Lewis Hamilton ist zu unrecht bestraft worden." Konkurrenten aus dem Fahrerlager wie der deutsche Williams-Pilot Nico Rosberg (Wiesbaden) hatten dagegen Verständnis für die Entscheidung gezeigt.
Norbert Haug hatte vor der Verhandlung im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) betont: "Die Fakten sprechen aus unserer Sicht ganz klar für Lewis Hamilton und sein faires Verhalten in Spa. Wer bei Start und Ziel nach einem Nachteil vom Gas geht, knapp 7km/h langsamer fährt als sein Widersacher vor ihm und dann keine 300 Meter später sauber und überzeugend überholt, ist einfach schneller."
In der Schlussphase des Rennens in Spa hatte sich Hamilton ein packendes Duell mit Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) geliefert. Dabei hatte Hamilton in einer Kurve zunächst abgekürzt, um so eine Kollision zu vermeiden, ehe er den Ferrari-Piloten Räikkönen wieder passieren ließ. In der direkt danach folgenden Kurve setzte Hamilton zu einem erneuten Überholmanöver an und zog an Räikkönen vorbei, der wenig später auf der regennassen Fahrbahn durch einen selbst verschuldeten Unfall ausschied.
Die Rennkommissare hatten Hamilton danach eine 25-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt mit der Begründung, der Silberpfeil-Pilot habe sich durch das Abkürzen einen Vorteil verschafft.


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Kommentare 1 - 4 of 4
Er hats Drauf an kommen lassen, und den Ferrari neben der Strecke zu überholen versucht.
Normalerweise währe das Rennen nach so einer Dummheit zu Ende, denn er hat die Strecke verlassen.
Da aber bei diesen sterielen Cartkursen Fehler dieser Art ohne besondere Folgen bleiben, müssen halt die Kommisare einschreiten.
Lass doch so einen Fahrer mal auf der Nordschleife fahren. Wenn er da so was versucht beendet er die Runde nicht.
Mann baut doch endlich wieder vernünftige Rennstrecken, die mindestens eine lange(über 2,5 km )Gerade haben, und beim Verlassen der Strecke das Auto im Kies versinken lassen, oder es Zerstören.
Dann lernen die Fahrer wieder das Fahren auf und nicht neben der Strecke.
Tja, und die Bande um Börni und Berli erledigen so langsam die Formel 1, den fairen Sport haben sie ja schon geschafft.
ich tippe mal auf die Alte Juristische Einstellung das wir hier wieder sonnst ein Präzedenz Fall hätten und die Ehre diese Paar Stewards verletzt wäre wenn doch im Nachhinein anders entschieden wäre. Einzugestehen dass hier eine Fehlendscheidung passiert ist würde die Kompetenz der Rennkommissare in Frage stellen. Ergo, die Entscheidung darf nicht revidiert werden. Außerdem kann es ja sein das Hamilton doch die Punkte auf holt und somit würde die Fehlentscheidung in den Hintergrund fallen. Schwamm drüber so zu sagen. Ich meine Hamilton hat durch sein Korrektes Verhalten (überhohlen lassen)die Sache an Ort und Stelle in Ordnung gebracht und alles sollte weiter laufen. Er hat das ja doch nicht mit Absicht gemacht sondern wurde doch von der Bahn in der Vermeintlichen Kurve doch abgedrängt, oder? (please excuse any errors in my German).
Tja damit sollte das Thema für alle erledigt sein...
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