Bundesliga - "Reus? So etwas kann man nicht lernen"

Di 23.Aug. 08:06:00 2011

Im Exklusiv-Interview mit eurosport.yahoo.de ordnet Lucien Favres Vorgänger Michael Frontzeck den Höhenflug seines letzten Vereins Borussia Mönchengladbach ein. Er lobt den Sportdirektor des Tabellenführers und einen geläuterten Stürmer. Marco Reus sieht er unmittelbar vor einer goldenen Zukunft.

Bundesliga - Frontzeck im Interview

Das Interview führte Tobias Hlusiak

Herr Frontzeck, Borussia Mönchengladbach steht an der Tabellenspitze. Mit welchem Wort würden Sie das beschreiben?

Michael Frontzeck: Mit einem Wort ist das schwer zu beschreiben. Borussia hat in den letzten Monaten eine tolle Entwicklung durchgemacht und steht nicht zu unrecht so weit oben. Es ist im Endeffekt auch egal, ob man nach dem dritten Spieltag Erster oder Fünfter ist. Wichtig ist, dass der Start geglückt ist. Nach einem Sieg bei den Bayern und vier Punkten aus den Heimspielen gegen Stuttgart und Wolfsburg kann man davon sicherlich reden.

Das 4:1 über Wolfsburg war ein berauschender Auftritt. Können sich die Fans nun auf jede Menge solcher Auftritte freuen, oder war das ein Ausreißer nach oben?

Frontzeck: Meiner Einschätzung nach hat Borussia in dieser Saison die Möglichkeit, eine sehr erfolgreiche Runde zu spielen. Der Sieg gegen den VfL war ohne Frage hochverdient, für mich aber keine Überraschung.

Was sind die Gründe für den Höhenflug des Fast-Absteigers der Vorsaison?

Frontzeck: Die Entwicklung stimmt einfach. Der Kader ist von Sportdirektor Max Eberl sehr gut zusammengestellt worden und spielt in dieser Besetzung im Kern schon länger zusammen. Auch in der vorletzten Saison und nach den Zukäufen in der vergangenen Winterpause hat das Team ordentlich gespielt.

Damals waren Sie noch Trainer, wurden erst vergangenen März entlassen. Gehört Ihnen also auch noch ein Teil des Kuchens?

Frontzeck: Nein, ich habe einen Schlussstrich gezogen, beobachte das Geschehen nur noch aus der Ferne. Es ist aber schön zu sehen, dass einige Dinge auch im Nachhinein noch funktionieren.

Welchen Anteil hat Ihr Nachfolger Lucien Favre am Erfolg? Der Schweizer ist nun seit zehn Spielen ungeschlagen, die Defensive steht bombensicher.

Frontzeck: Die Leistung von Sportdirektor Eberl wird mir viel zu selten richtig gewürdigt. Er ist sicherlich hauptverantwortlich für den Kader. Lucien Favre hat selbstverständlich auch seinen Teil dazu beigetragen. Er war auch schon in Berlin ein guter Coach, hat die Hertha fast in die Champions League geführt.

Der überragende Spieler in der Borussen-Elf ist Marco Reus. Wo würde Mönchengladbach stehen, wenn er nicht mitspielen würde?

Frontzeck: Ich bin kein Freund davon, einzelne Spieler aus einer Mannschaft herauszustellen. Fußball ist ein Mannschaftssport. Der Erfolg der Borussia ist durch ein gut funktionierendes Kollektiv zustande gekommen. Marco ist ein Teil davon. Trotzdem kann man nicht von der Hand weisen, dass er Dinge beherrscht, die man nicht lernen kann. Wenn er so weitermacht – und das traue ich ihm durchaus zu –, steht er am Anfang einer großen Karriere. Ich gehe davon aus, dass er bald eine Stütze der Nationalmannschaft sein wird.

Auch Raul Bobadilla trumpfte gegen Wolfsburg groß auf. Haben Sie ihm nach dem halben Jahr in Griechenland zugetraut, dass er so zurückkommen würde?

Frontzeck: Auch im letzten Jahr hat Raul schon gute Ansätze gezeigt. Wenn er nun die richtigen Schlüsse zieht, kann ich ihm nur zustimmen, wenn er sagt: Ich kann mich nur selbst stoppen. Raul hat mit Sicherheit die Anlagen, ein überdurchschnittlicher Bundesligaspieler zu sein.

TV-Tipp:

Im Grimaldi Forum Monaco werden die Gruppenphasen der Champions League und der Europa League ausgelost. Verfolgen Sie die Ziehungen am 25. August (17:45 Uhr, Champions League) sowie am 26. August (12:45 Uhr, Europa League) LIVE im TV bei Eurosport, im Eurosport Player und im Live-Ticker auf eurosport.yahoo.de.

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