Eurosport - Fr 23.Jul. 07:53:00 2010
Andy Schleck hat die letzte Bergetappe der Tour de France auf dem Col du Tourmalet gewonnen, seinen großen Kontrahenten Alberto Contador allerdings nicht distanzieren können. Der Spanier wehrte alle Angriffe seines Herausforderers erfolgreich ab und bleibt somit im Gelben Trikot des Gesamtführenden.
Auf der Ziellinie des 17. Teilstücks ließ Contador Schleck den Vortritt. "Er hat nicht um den Tagessieg gesprintet, er ist ein echter Champion", kommentierte Schleck die Geste des zweifachen Tour-Siegers anschließend.
Der Luxemburger riss auf der Ziellinie zwar die Faust zum Zeichen des Sieges in die Luft, wirkte anschließend aber wenig glücklich, als ihn sein Kontrahent zur Gratulation umarmete und Schlecks Wange tätschelte. Trotzdem sagte er: "Ich bin sehr zufrieden. Es ist ein Traum, auf dem Tourmalet gewonnen zu haben."
"Könnte nicht zufriedener sein"
Deutlich breiter war da das Grinsen auf dem Gesicht von Contador. "Ich könnte nicht zufriedener sein", unterstrich der Spanier seine hervorragende Ausgangsposition für das alles entscheidende Einzelzeitfahren am kommenden Samstag über 52 Kilometer zwischen Bordeaux und Pauillac. "Klar ist mein Vorsprung nicht groß und ich hätte gern ein dickeres Polster. Aber ich denke es reicht."
Schleck jedoch will nicht aufgeben. Zwar eröffnete er seine Kampfansage fürs Zeitfahren mit den Worten, "ich glaube die ersten beiden Plätze im Gesamtklassement sind jetzt klar", doch damit meinte der Luxemburger nicht wie man vermuten könnte eine etwaige Entscheidung zwischen ihm und Contador, sondern lediglich, dass die Verfolger wohl keine Chance mehr haben dürften.
"Alles kann passieren"
"Ich will nicht arrogant klingen, aber ich glaube, die Anderen können nicht mehr eingreifen." Seine eigenen Chancen auf den Gesamtsieg sieht der 25-Jährige entgegen der Einschätzungen sämtlicher Experten weiter in Takt: "Es sind nur acht Sekunden, alles kann passieren."
Acht Sekunden, die Schleck seinem zwei Jahre älteren Gegner auf den letzten Kilometern in den Pyrenäen trotz aller Anstrengungen nicht abnehmen konnte. "Ich wollte Vollgas fahren bis er abreißen lässt", so Schleck über seine Taktik im Schlussanstieg. Der Luxemburger hatte rund 10,5 Kilometer vor dem Ziel aus dem Feld heraus attackiert und alle Kontrahenten abgeschüttelt - bis auf den Mann im Gelben Trikot.
Der blieb anschließend aber wie ein Schatten am Hinterrad von Schleck kleben und ließ im dichten Nebel keine Schwäche erkennen. Und dann "hat er sogar selbst attackiert, um mir zu zeigen, wie stark er ist", kommentierte Schleck das schier unmögliche Unterfangen, Contador zu distanzieren.
Sanchez hängt Mentschow ab
Hinter den beiden Hauptdarstellern der 97. Tour de France erreichte Joaquin Rodriguez als Tagesdritter das Ziel auf dem 2115 Meter hohen Col du Tourmalet. Der Spanier brachte jedoch bereits einen Rückstand von 1:18 Minuten mit. Im Duell um den dritten Platz auf dem Podium von Paris schlug Samuel Sanchez, der zu Beginn der Etappe schwer gestürzt war, den Russen Denis Mentschow um acht Sekunden und vergrößerte seinen Vorsprung im Gesamtklassement vor dem Zeitfahren auf deren 21.
Zuvor hatte eine siebenköpfige Spitzengruppe um den Deutschen Marcus Burghardt das Rennen bestimmt. Das Septett löste sich schon kurz nach dem Start durch die Attacke des Slowenen Kristjan Koren und verbuchte am ersten großen Anstieg des Tages, dem Col de Marie-Blanque, einen Maximalvorsprung von knapp zehn Minuten.
Charteau gewinnt das Bergtrikot
Doch sowohl Astana als auch Saxo Bank und Omega Pharma Lotto sorgten im Feld bald für die Verfolgung. Schon vor dem Schlussanstieg zum Col du Tourmalet war der Vorsprung auf 3:15 Minuten gesunken, und im Finale wurden die Ausreißer einer nach dem anderen eingeholt - zuletzt neun Kilometer vor dem Ziel der Russe Alexander Kolobnew.
Als Sieger der Bergwertung der 97. Tour de France steht bereits drei Tage vor Rundfahrt-Ende Anthony Charteau fest. Der Franzose vom Team Bbox Bouygues Telecom büßte auf dem Weg zum Col du Tourmalet keine Punkte gegen seinen Landsmann Christophe Moreau ein und kann auf den verbleibenden drei Etappen nicht mehr eingeholt werden.
Lance Armstrong schloss am Tourmalet an seine Leistung von der 16. Etappe in Pau an und belegte 4:12 Minuten hinter Schleck den 17. Platz im Tagesklassement. Der siebenfache Toursieger freut sich auf Paris und sagte nach einem kurzen Treffen mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy auf dem Tourmalet: "Dann beginnt mein Privatleben." Sein Teamkollege Andreas Klöden kam als bester Deutscher 42 Sekunden früher auf Rang 13 ins Ziel.
Und hier gibt es die Highlights der 17. Etappe als Video:
TV-Tipp:
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| Zeit | Entscheidung |
|---|---|
| 13:50 | San Vito di Cadore - Vedelago |
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Kommentare 46 - 65 of 65
übrigensw nach der geschichte mit jan ulrich (jetzt wieder im gespräch, zum glück, gefahren ist er ja totzdem selbst) wurde die ausgedehnte kopmmunikation mit jens heppner eingestellt? warum?
was ist mit uli jansch! einem der besten kommentatoren?
mann stelle sich vor fränk hätte die ersten 5 gezogen danach hätte andy auf die letzten 5, 1-2-x attackiert da wär Contadope aber aus den sidis gefallen und hätte andy nicht so im gesicht getätschelt. Der Spanier ist echt unsymphatisch.
"Schleck siegt von Contadors Gnaden"
warum liebes eurosport-team verbuendet ihr euch schon seit beginn der Tour gegen Schleck????
In jedem bis jetzt erschienem Text zieht Schleck den kuerzeren!!!
Warum kann man im Bezug auf dieses Thema nicht einfach mal schreiben, dass Schleck sich den Sieg auf dem Tourmalet verdient hat!!!!
Imerhin hat er den Angriff gestartet und ueber die gesamte Strecke das Tempo gemacht, wodurch nicht nur seine sondern auch Contadors Kontrahenten abgehaengt worden sind!!!
Sicherlich ist Contadorr am Ende ebenso wenig wie Schleck um den Sieg gesprintet, aber einen Sieg auf dem Tourmalet haette auch er sich sicher nicht nehmen lassen wollen, wenn er die Kraft dazu gehabt haette.
Sowas nennt wettbetrug
naja die 30 sec die schleck da verloren hat, helfen ihm auch nicht, wird bestimmt nur dritter menchov fährt beim zeitfahren noch auf 2.... und das schleck tempo machen lassen hat, als armstrong und contador abgehängt waren, weil frank gestürzt ist.... kann man genauso sagen das dass unsportlich war also ruhe ;)
Ach so, und alle die dem AC (berechtigter Weise) Doping unterstellen, sollen nicht glauben, dass die beswiesenen Zahlungen der Schleckbrüder an Fuentes, oder die überaus großzügige Reiseapotheke im Kofferraum des Vater Schleck nichts mit Betrug zu tun haben.
Ich denke auch, dass AC hätte noch angreifen können. Aber warum? Er spart die Kraft für das ZF. Nach der überaus unfairen Attake von Schleck auf der 4. Etappe, wo nicht nur AC, sondern auch Chavanel (gelb) gestürzt ist, hat er den Sieg auch nicht verdient. Sein Paufax war kein defkt, sondern ein Anfängerfehler! Man schaltet eben nicht unter voller Belastung vom großen aufs kleine Blatt-oder umgekehrt. Deshalb gab es überhaupt keinen Grund für AC auf Schleck zu warten. Demnächst muss man auch warten, wenn eine Fliege ins Auge fliegt, weil Herr Schleck seine Brille nicht trägt? Irgendwo ist dann auch mal Schluss mit dem "Ehrenkodex".
Trotzdem meine Hochachtung für die Leistung von Andy!
was für ein schwachsinn contador sei stärker gewesen... schleck hat die ganze zeit das tempo gemacht und contador ist nur hinterhergefahren.. für mich waren beide gleich stark nur schleck hat deutlich mehr für seinen etappenerfolg tun müssen und contador wird die tour nur durch diese hinterhältige attacke gewinnen als schleck eine panne hatte
unsportliche Geste von Contador sonst nix!
durch solche aktionen tour de france wird noch unsympatischer.
Ich finde Andy Schleck richtig sympatisch!
@Philipp W,
Wenn man keine Ahnung hat..... einfach mal die.... halten ;)
Armstrong hat ullrich auch schonmal den Sieg überlassen auf einer Bergetappe ;)
naja wie dem auch sei contador wird das ding gewinnen, nächstes jahr wirds sicherlich spannender denn schleck wird jetzt mit sicherheit vieles daran tun seine Zeitfahrqualitäten zu verbessern....
Allerdings denke ich das nächstes jahr Brajkovič die tour gewinnt mit lance als sportlichem leiter :)
@arwschenheitl
wer, deine Familie ?
Ich denke, dass wohl beide am Limit gefahren sind, die haben sich neutralisiert. Sowohl Andy wie auch Conte konnten auf die jeweiligen Attacken reagieren.
Also in Contadors Gnade find ich zu hart beide haben ein starkes rennen gezeigt und so ein Kommentar nur weil nach einer solchen Etappe nicht noch gesprintet wird. So macht man es einfach wenn man Gelb hat, dann gibt man den Etappensieg ab, gelb ist der größere Erfolg. Nur Armstrong hatte zu viel Ego um in Gelb seinem mitfahrer am Berg den Tagessieg nicht zu gönnen. So hat AC wieder größe gezeigt einmal durch das eindeutige Signal nach dem Sturz von Sanches und dadurch nicht auf letzter rille um den Etappen sieg zu fahren. Er ist ein würdiger Sieger und ich freu mich schon auf die duelle in den nächsten Jahren besonders wenn die beiden Schlecks wieder mit vereinten Kräften Aggieren können.
Wieso darf eigentlich Alberto Contador teilnehmen, Alejandro Valverde hingegen nicht?
Ich denke das Contador auch am Limit war.
Damit meine ich nicht am Zielsprint,sondern es wäre ihn nicht möglich gewesen Zeit rauszufahren.
Die Geste am Ende war auch ein Zeichen von Anerkennung der starken Leistung von Schleck.
War eine tolle Etappe,nur das Wetter hätte besser sein können:-)
Fall AC ncht stürzen sollte wird die Tour entschieden sein.
Wozu diese komische Vorstellung? Soll man glauben, Schleck hätte nicht den Cont d´Or abzuschűtteln? Denn er hat es nicht einmal probiert... Funny Freundschaft zwischen den guys. Eine komische Oper .... Sollten sich die beiden schämen.
schleck war der verdiente gewinner dieser etappe, weil er mehr investiert hat. es war nur fair von conte, besser als zu warten bis die kette runter fällt........
tourmalet ist eine schöne strecke, kann ich nur empfehlen.
Mal eine Frage an euch: Denkt ihr nicht auch das Contador wenn er gewollt hätte noch einiges hätte zulegen können? Er hat angegriffen ich weiß aber Andy sah so aus als wär er am absoulute Limit und Contador hingegen schien mir als wäre da noch Luft. Kann sein, dass es einfach nur so aussah aber so hat er es letzes Jahr am Montoux auch gemacht. Einfach dran bleiben und nicht mehr tun als nötig. Ich hätte gern gesehen was passiert wäre, hätte Andy die 38 Sekunden vor wenigen Tagen nicht verloren aber nunja ich werde es wohl nie erfahren.
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