Planica - Skiflug-"Marathon": Schmitt top

Eurosport - Mo 23.Mrz. 10:49:00 2009

Mit dem zweitweitesten Sprung des Tages segelte der Deutsche Martin Schmitt von Rang 24 nach dem ersten Durchgang im Finale von Planica noch auf den zehnten Platz vor. Sieger nach knapp drei endlosen Stunden beim letzten Wettkampf der Saison wurde der Finne Harri Olli vor Adam Malysz aus Polen.

SKI JUMPING 2008-2009 Planica Martin Schmitt - 0

Doch was einem vor allem in Erinnerung bleibt an diesem sonnigen Tag in Planica sind die Fans. Diese wechselten fast minütlich von einem Pfeifkonzert zu Begeisterungsstürmen. Freilich - die Pfiffe galten nicht den "Adlern", sondern der Jury, die im ersten Durchgang die Nerven der Springer, Fans und aller Zuschauer vor dem Fernseher erheblich strapazierte.

Startluke zehn hieß es noch zu Beginn. Von 33 Springern wurden 28 heruntergelassen. Dann schlug die Windlotterie der vergangenen Tage wieder zu. Immer wieder wurde gewartet, bis dann die Top Fünf des Weltcups endlich fliegen durften. Allerdings mussten die besten Athleten des Winters schon von Luke sechs starten, weil nach einem Sprung von Martin Schmitt auf 217,5 Metern erneut verkürzt wurde.

"Harry Potter" zeigts allen

Doch das ließ einen Mann unbeeindruckt. 233 Meter - das war der unglaubliche Flug von Simon Ammann. Und richtig, wieder reagierte die Jury und ging um weitere zwei Luken hinunter. Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer setzte mit 210 Metern zur Befriedigung der Verantwortlichen eine "angenehme" Weite in den Auslauf. Danach sprangen alle 32 zuvor gesprungenen hinter dem Saisonbesten nach, was die Spannung natürlich missen ließ - bis die besten des Weltcups erneut an der Reihe waren.

Adam Malysz segelte ebenfalls auf 210 Meter und krallte sich durch gute Haltungsnoten den Platz an der Sonne. 1,4 Punkte trennten den Polen von den vier Verfolgern nach dem ersten Durchgang. Harri Olli blieb mit 211 Meter und einer schlechten Landung um 0,3 Zähler zurück. Auf Rang drei landete Simon Ammann, der ebenfalls bei der gleichen Weite wie Malysz aufsetzte und durch bessere Noten Schlierenzauer auf Rang vier schob. Noriaki Kasai komplettierte die Top mit 210,5 Metern.

Deutsche springen nach

Nach sage und schreibe 105 Minuten war der erste Durchgang "endlich" vorüber. Hinterher geflogen waren dabei allerdings die deutschen Adler um Schmitt. Im gültigen Versuch kam der 31-Jährige nicht über 176,5 Meter und Platz 24 hinaus.

Im zweiten Durchgang hatte die Jury wieder etwas Gnade mit den Fans und verlängerte um eine Luke. Und prompt nützte Schmitt die guten Windbedingungen aus und segelte mit einem wunderschönen Flug auf 216 Meter, es sollte bislang der weiteste - gültige - Sprung des Tages sein.

Platz um Platz machte der DSV-Adler gut und fand sich am Ende als Zehnter im Klassement wieder. "Wenn man mit solch einem Sprung aus der Saison herausgeht, ist das natürlich schön. Da hat alles gepasst. Unter dem Strich bin ich sehr zufrieden." Seine Teamkollegen landeten im geschlagenen Feld. Michael Neumayer wurde 19. Stephan Hocke und Michael Uhrmann schlossen das Feld mit den Plätzen 29 und 30 ab.

"Hatte eine Bomben-Saison"

Auch vorne ging es spannend zu. Zu Begeisterungsstürmen riss die tosende Menge vor allem einer hin: Robert Kranjec. Achter nach dem Vormittag, sicherte sich der 27-jährige Slowene mit einem Flug über Meter 212,5 Meter punktegleich mit Simon Ammann den dritten Platz. Schlierenzauer kam über 200,5 Metern nicht hinaus und beendete den Winter als Fünfter. Dennoch strahlte er über eine gelungene Saison. "Es ist sehr emotional für mich. Ich hatte eine Bomben-Saison. Ich habe mit 19 Jahren schon so viel erreicht. Langsam realisiere ich, was mir da gelungen ist."

Das Highlight im Finale setzte der Finne Harri Olli, der auf unglaubliche 219,5 Meter sprang und seinen dritten Weltcup-Sieg feierte. Zehn Meter früher kam der Halbzeitführende Malysz auf und beendete eine durchwachsene Saison als Zweiter. Nach zwei Stunden und 45 Minuten fand das Abschlussspringen der Saison sein Ende.

Nicole Herbst / Eurosport

Kommentare 1 - 7 of 27

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  1. @glaserjens

    Deine Saisonbilanz wäre am Ende der­ letzten Saison passender gewesen. Das mit dem fehlenden­ Saisonsieg hat nix auszusagen. Mit ein wenig Glück wie­ es Okabe z.B. hatte, wäre da auch locker ein Sieg drin­ gewesen. Zum Planica Wochende hat napfkarl80 schon­ alles gesagt. Ich bin eigentlich recht zufrieden. Mitm­ Martin haben wir wieder einen top Springer. Die Jungen­ rücken langsam aber sicher nach. Neumeyer und Uhrmann­ kommen in der nächsten Saison sicher auch wieder besser­ zurecht.

    Einen darf man zusätzlich nicht vergessen.­ Mit einem fitten Georg Späth wäre die Saison sicher­ noch besser gelaufen.

    Von Ottmar V, am So 22.Mrz. 16:19
  2. @napfkarl80,
    muß nicht lesen, was ich gesehen.
    Mit dem­ Wind ,das ist so eine Sache. Heute hat sich das etwas­ durch zwei Durchgänge ausgeglichen. Im ersten war­ Schmitt 20. und im zweiten 2. Bei der WM gabs nur einen­ und daurch hat es sich nicht ausgeglichen. Aber das ist­ im Skispringen nun mal so und damit muß man leben.

    Von glaserjens, am So 22.Mrz. 16:16
  3. Wie wärs denn mal mit nem bild vom sieger des­ springens? das wär mal inovativ ;-)

    Von Daikku, am So 22.Mrz. 15:36
  4. neeee, is klar, lieber glaser - du hast den durchblick:­ lies halt mal, dann wüsstest du, dass schmit (wie ne­ menge anderer springer) pech mit dem wind hatte. was­ wär denn gewesen, wenn seine 217 im ersten der vielen­ 1. durchgänge letztlich heute gezählt hätten? mann, ich­ bin mit dem typ nicht verheiratet, aber diese saison­ von schmit war echt ok. und zum bild: welchen deutschen­ sollen sie denn sonst nehmen, wenn dir der beste schon­ zu schlecht ist? is dir nen bild von uhrmann lieber?­ mach dich mal locker!

    Von napfkarl80, am So 22.Mrz. 15:31
  5. Ein enttäuschendes Abschneiden bei den letzten­ Weltcupspringen der deutschen Athleten. Martin Schmitt­ schaffte es nicht mal sein Minimalziel, die­ Verteidigung des 5. Platzes im Weltcup und verlor ihn­ noch klar an Vassiliev. Dabei erzielte Schmitt mit­ Platz 20 und 10 nur Platzierungen im geschlagenen­ Feld.
    Insgesamt erzielte das Team angeführt von Martin­ Schmitt eine der schlechtesten Leistungen in der­ Geschichte des deutschen Skisprungs. Es gab keinen­ Saisonsieg und nur drei Podestplätze in Einzelspringen.­ Eine mehr als eine enttäuschende Bilanz für eines der­ in den letzten über fünfzig Jahren führenden­ Skisprunglandes der Welt.
    Leider besteht für das­ Olympiajahr wenig Hoffnung auf Besserung, vor allem­ wenn man bedenkt das dann Ahonen noch zurückkehrt.­ Damit paßte sich die deutsche Mannschaft würdig der­ Internetredaktion von Eurosport in Bezug Auswahl Fotos­ und Berichterstattung Skisprung an.

    Von glaserjens, am So 22.Mrz. 14:35
  6. great victory for harri today! janne väätäinen ist für­ mich der trainer des jahres..und harri hat bewiesen das­ er nicht nur ein aufwindspringer ist und auch die­ nerven bei schwierigen bedingungen behalten kann!!

    Von Daikku, am So 22.Mrz. 13:51
  7. Endlich ist es vorbei :)

    Von Schalwa, am So 22.Mrz. 13:26
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