GP Malaysia - "Iceman"-Triumph, McLaren patzt

Eurosport - So 23.Mrz. 22:54:00 2008

Kimi Räikkönen hat in der Hitze von Sepang zu seiner alten Coolness zurückgefunden. Der Ferrari-Pilot setzte sich beim Großen Preis von Malaysia in 1:31:18,555 Stunden souverän vor Robert Kubica (BMW-Sauber) und Heikki Kovalainen im McLaren-Mercedes durch. Nick Heidfeld wurde Sechster.

FORMULA 1 2008 Malaysia GP Ferrari The Race (56 Laps) Räikkönen - 0

Räikkönen rückt mit diesem Erfolg in der Gesamtwertung mit elf Zählern auf Rang zwei, vor den punktgleichen Heidfeld. Kovalainen (10) ist Vierter.

Aus einem Doppelsieg für die Roten wurde dennoch nichts: Felipe Massa, der lange Zeit das Feld anführte, rutschte nach rund einer Stunde ins Kiesbett - das Aus für den Südamerikaner. "Es war ein komisches Gefühl. Irgendetwas ist ausgefallen", sagte Massa frustriert, nachdem er schon in Melbourne wegen eines Problems im Motorenumfeld ausgefallen war.

Boxen- und Reifenpanne bei Hamilton

Das McLaren-Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Kovalainen machte nach der Strafversetzung zwar noch das Beste aus dem Rennen. Doch vor allem der Vizeweltmeister, der mit seinem fünften Rang die Spitzenposition mit 14 Punkten verteidigte, durfte nicht zufrieden sein: Zunächst verlor Hamilton bei einem vollkommen verpatzten Boxenstopp 20 Sekunden. Dann setzten der Engländer und das Team zwei Stints lang auf eine weiche Reifenmischung, mit der Hamilton einige Probleme hatte. Erst nach dem letzten Boxenstopp wechselte McLaren-Mercedes auf härtere Pneus. Das Resultat: Der Melbourne-Triumphator flog förmlich über die Strecke - aber zu spät.

"Es waren drei entscheidende Punkte: Zuerst die Strafversetzung nach dem Qualifying, dann Mark Webber, der Hamilton aufgehalten hatte, und drittens der missglückte Boxenstopp", analysierte Motorsportchef Norbert Haug das für Hamilton unbefriedigende Rennen.

Während sein Fahrer auf die Frage, ob die Reifenwahl die richtige gewesen sei, knapp "Ja" antwortete, gab Haug zu, dass die roten Konkurrenten diesbezüglich das feinere Händchen gehabt haben. "Ferrari hat sich bei der Wahl der Reifen sicherlich besser angestellt."

Desaster für deutsche Piloten

Aus deutscher Sicht war Sepang ein Desaster. Bis auf Heidfeld im BMW-Sauber, der immerhin in die Punkteränge fuhr, enttäuschten die deutschen Piloten: Timo Glock nach einem Zweikampf mit Nico Rosberg, Adrian Sutil (Hydraulikprobleme) und Sebastian Vettel (Hydraulikprobleme) schieden vorzeitig aus. Rosberg, der bereits im Qualifying mit dem 16. Rang hinter den Erwartungen zurückgeblieben war, arbeitete sich mit seinem Williams-Toyota auf den 14. Platz vor. In Melbourne hatten Heidfeld als Zweiter und Rosberg als Dritter noch für eine Sternstunde gesorgt.

Für das deutsche Trio Heidfeld, Rosberg, Glock begann das Rennen frustrierend. Der Melbourne-Zweite verlor nach dem Start fünf Plätze, nachdem er und Jarno Trulli im Toyota leicht mit den Vorderrädern aneinandergeraten waren, und musste sich vom zehnten Rang wieder mühsam nach vorne arbeiten. Rosberg und Glock rauschten nach einer Runde ineinander. Während der 22-Jährige einen Frontflügel verlor und nach einer Reparatur weiterfahren konnte, musste sein Landsmann seinen Toyota abstellen. "Ich habe einen Schlag auf die Hinterachse bekommen. Die Hinterradaufhängung ist gebrochen", sagte Glock.

Ferrari-Motor geht hoch

Sutil hingegen wurden in der siebten Runde technische Probleme an seinem Force-India zum Verhängnis. "Wahrscheinlich war es wieder ein Problem mit der Hydraulik. Ich konnte nicht mehr in andere Gänge schalten", sagte Sutil.

In der 41. Runde ging ein Ferrari-Motor in die Luft - dachten alle. Denn bei Vettel sah zunächst alles nach einem Motorschaden am Toro Rosso aus. Doch auch der Heppenheimer musste wegen Hydraulikproblemen das unfahrbar gewordene Auto abstellen. "Der Hydraulikdruck ist gesunken. Daran hängt alles. Dann hat der Motor aufgegeben", so der 20-jährige Pilot aus Heppenheim.

Währenddessen drehten die beiden Ferrari-Boliden ungefährdet ihre Runden. Der erste Boxenstopp brachte dann einen Führungswechsel. Der eine Runde später einbiegende Räikkönen tankte weniger und konnte so vor dem Brasilianer auf die Piste zurückkehren. Nach dem Ausfall Massas führte Räikkönen mit einem Vorsprung von rund 22 Sekunden das Feld an.

Stefan Zürn / Eurosport