EM 2008 - Kahn: "Umbruch nach der EM"

Eurosport - So 23.Mrz. 16:55:00 2008

Ex-Nationalkeeper Oliver Kahn geht davon aus, dass die deutsche Nationalmannschaft auf der Torwartposition unverändert in die EM gehen wird. "Ich denke, der Bundestrainer will keine Unruhe schaffen. Er weiß, was er an den Leuten hat. Nach der EM werden die Dinge da, glaube ich, ziemlich verändert."

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Der "Torwart-Titan" zeigte sich auch von der Nicht-Berücksichtigung eines Rene Adler für das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz (Mittwoch, 20:45 Uhr im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de) nicht überrascht. "Das ist normal bei der Nationalmannschaft. Wenn sich der Bundestrainer da einmal festgelegt hat, wird so etwas ungern aufgebrochen, weil es sich ja auch bewährt hat. Die drei Torhüter, die lange zusammen waren, reißt man auch im Vorfeld einer Europameisterschaft ungern auseinander", sagte Kahn im Anschluss an das Bundesliga-Spitzenspiel der Bayern gegen Leverkusen. Bundestrainer Löw hat für das Vorbereitungsspiel das bewährte Trio mit Jens Lehmann, Timo Hildebrand und Robert Enke eingeladen.

"Für Rene Adler oder auch Manuel Neuer ist das aber gar kein Problem. Sie sind beide noch so jung und nach der EM werden die Karten ohnehin ganz neu gemischt", machte der 38-Jährige den "Jungen Wilden" Hoffnung, schon in naher Zukunft im Kreis des DFB-Teams dabei sein zu können. "Es ist natürlich schade, dass ich nicht dabei bin, aber ich ärgere mich nicht", nahm auch Adler die Nicht-Berücksichtigung gelassen.

Auch der frühere Teamchef Rudi Völler rechnet mit einem Generationenwechsel nach der EM im Sommer. "Eins ist klar, da lehne ich mich mal sehr weit aus dem Fenster: In den nächsten Jahren wird entweder Rene Adler oder der Manuel Neuer die Nummer eins werden, da bin ich eigentlich völlig sicher", sagte Völler im ZDF. "Die Zeit von Adler und den jungen Torhütern wird kommen", prophezeite "Oldie" Kahn.

Seinem langjährigen Rivalen Jens Lehmann stärkte der Bayern-Keeper erneut den Rücken. "Jens hat bewiesen, dass er mit Druck umgehen kann", so der 86-fache Nationalspieler, der keinen Grund sieht, Lehmann in Frage zu stellen. "Jens hat solide Spiele in der Nationalmannschaft gemacht. Er muss natürlich zeigen, dass er auch ohne die permanente Spielpraxis auf höchstem Level spielen kann. Aber auch ansonsten müssen wir uns um diese Position keine Gedanken machen", sagte Kahn. "Wenn Jens ein gutes Spiel macht, kann er da für Ruhe sorgen", erklärte der dreimalige Welttorhüter.

Fabian Kunze / Eurosport