Eurosport - So 23.Mrz. 12:29:00 2008
Die Nürnberg Ice Tigers sind im Playoff-Viertelfinale der DEL nach einer 1:2-Heimpleite gegen die DEG Metro Stars in Rückstand geraten. Ihre zweiten Siege feierten die Iserlohn Roosters mit dem 4:3 n.V. bei den Frankfurt Lions und die Eisbären Berlin mit dem 6:1-Erfolg über die Hamburg Freezers.
Frankfurt und Iserlohn mussten auch im dritten Viertelfinale eine Extraschicht einlegen. Sie dauerte diesmal jedoch nur 42 Sekunden, dann traf Ryan Ready für die Sauerländer in Überzahl. Iserlohn führte schon 2:0 durch Jimmy Roy (14.) und Pat Kavanagh (25.). Doch statt eines dritten Treffers fiel der Ausgleich durch Überzahl-Tore von Richie Regehr (28.) und Jason Young (31.).
Nach dem 2:3 durch Kavanagh (43.) retteten sich die Lions erst 25 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit durch Chris Armstrong in die Verlängerung, wo erneut Iserlohn jubelte. Top-Torjäger Michael Wolf ist wegen einer Spieldauerdisziplinarstrafe allerdings im vierten Spiel gesperrt.
Tigers-Coach Laporte übt Kritik
Vorrundenmeister Nürnberg erwischte einen idealen Start dank eines Eigentores von Düsseldorfs Torhüter Jamie Storr (2.), der den Puck im Liegen über die Linie drückte. Im zweiten Drittel genügte den Gästen auch ohne Kapitän Daniel Kreutzer und Marian Bazany eine kurze Drangphase, um binnen 74 Sekunden in Führung zu gehen. Patrick Reimer (31.) und Peter Boon (32.) waren erfolgreich.
Danach brachten die Rheinländer um den sicher haltenden Storr den Vorsprung trotz Nürnberger Drucks über die Zeit. "Wir geben zu leichte Tore weg", sagte Trainer Benoit Laporte gegenüber "Premiere" und kritisierte zudem seine sonstigen Leistungsträger wie Torjäger Ahren Spylo.
Furiose Eisbären
Die Eisbären legten wie schon am Donnerstag in Hamburg ein furioses erstes Drittel hin. Brandon Smith (2.), Florian Busch (8.), Denis Pederson (11.), Deron Quint (15.) und Richard Mueller (17.) in Unterzahl schossen bis zur ersten Pause ein 5:0 gegen die müden Hanseaten heraus, die damit noch gut bedient waren.
Allerdings kehrte der zuvor drei Monate am Knie verletzte Pederson zum zweiten Drittel nicht mehr auf das Eis zurück. Mark Beaufait (28.) und der Hamburger Peter Sarno (51.) erzielten die übrigen Tore.
Denkwürdiges Rekordspiel in Köln
Die Kölner Haie und Meister Adler Mannheim haben nur zwei Tage nach dem bislang längsten deutschen Eishockey-Spiel in Iserlohn für den nächsten Rekord gesorgt. Der 5:4-Erfolg von Köln im dritten Playoff-Viertelfinale stand erst in der sechsten Verlängerung nach 168:16 Minuten Spielzeit fest. "Es ist zwanzig Minuten nach Zwölf, es war ein gutes Spiel. Gute Nacht", grantelte Mannheims Trainer Dave King nach dem verlorenen Marathon-Match, dem schon am Ostermontag (14:30 Uhr) die Fortsetzung folgt.
Es war weltweit das zweitlängste Spiel der Eishockey-Geschichte. Zum 72 Jahre alten Rekord aus der NHL fehlten nur 8:14 Minuten. 1936 gewann Detroit nach 176:30 Minuten 1:0 gegen Montréal. Der Siegtreffer zum 3:2 der Iserlohn Roosters über die Frankfurt Lions war am Donnerstag nach 117:45 Minuten gefallen. In Köln erlöste Philip Gogulla am Sonntag um 0.11 Uhr die Fans und brachte die Haie mit 2:1-Siegen in Führung.
"Das war ein unglaubliches Spiel", sagte Haie-Coach Doug Mason. In den acht Drittel-Pausen habe er kaum noch gecoacht, sondern mehr den Muntermacher gespielt: "Ich war mehr Cheerleader." Ein Sonderlob spendete er Torwart Robert Müller, der 93 Schüsse auf sein Gehäuse bekommen hatte. "Er hat den Sieg gerettet." Den Hut zog Mason auch vor seinem Kapitän Dave McLlwain, mit 40 Jahren ältester DEL-Spieler. "Es ist sagenhaft, wie er das in seinem Alter durchgezogen hat", sagte der Trainer.
dpa / Eurosport