Bundesliga - Schalker Hiobsbotschaften

Eurosport - So 23.Mrz. 17:04:00 2008

Das Ziel beim FC Schalke 04 ist klar: Ein Sieg bei Hertha BSC und die Champions-League-Plätze sind richtig greifbar nahe. Doch mit welcher Elf? Trainer Mirko Slomka gehen so langsam die Spieler aus. Mit nachdenklicher Miene verfolgte der Coach die Trainingseinheiten seines Teams unter der Woche.

FOOTBALL 2007-2008 Bundesliga Schalke Slomka - 0

Die Hiobsbotschaften kannten mit dem Gelsenkirchener Übungsleiter keine Gnade. Ein stetiges inneres Umdenken der taktischen Aufstellung war Programm. Wer fällt noch aus? Diese Frage geistert Slomka sicher noch bis kurz vor dem Anpfiff im Kopf herum. "Die Situation ist bitter, da die Verletzungen ohne Fremdeinwirkung entstanden. Außerdem sind das jetzt die Auswirkungen einer langen Saison mit vielen Spielen", erklärt Slomka, der sich trotz der Personalsorgen nicht vom Ziel abbringen lässt: "Wir wollen in der Liga oben dran bleiben, daher muss in Berlin ein Dreier her."

Die Konkurrenten um die Champions-League-Plätze, Leverkusen (in München) und Hamburg (in Wolfsburg), haben ebenfalls Auswärtstermine. "Wenn wir Hertha schlagen und die Konkurrenz auswärts patzt, dann sind wir richtig gut dabei", hofft Mittelfeldspieler Carlos Grossmüller.

Und diese Mission muss Schalke ohne Mladen Krstajic (Zerrung im Adduktorenbereich), Levan Kobiashvili (Adduktorenprobleme), Gustavo Varela (Dysfunktion der Schilddrüse), Ivan Rakitic (Kapselbandläsion im linken Sprunggelenk), Zlatan Bajramovic (Fußoperation), Ze Roberto (Muskelfaserriss) und Markus Heppke (Schulterverletzung) in Angriff nehmen.

Sorgen macht sich Slomka aber auch um den Einsatz von Kapitän Marcelo Bordon (Leistenprobleme). "Bei ihm hoffe ich, dass es noch klappt." Falls der Brasilianer ausfällt, dann muss der Schalke-Trainer in der Innenverteidigung ein komplett neues Duo aufstellen - vermutlich Benedikt Höwedes und Heiko Westermann. "Noch ist nichts entschieden. Ich gebe mein Bestes, um dabei zu sein", versucht Bordon wenigstens seinen Namen aus der Verletztenliste heraus zu halten.

Streit hofft auf Einsatz

Des einen Freud ist des anderen Leid - so könnte man die Situation um Albert Streit bezeichnen. Denn durch den Ausfall von Rakitic und Kobiashvili könnte Slomka den Winterneuzugang gegen die Berliner von Beginn an bringen. "Ich will spielen und zeigen, was ich kann", gibt sich Streit selbstbewusst. Sein Trainer könnte ihm am Sonntag diesen Wunsch erfüllen, wobei er ebenso Verständnis für dessen noch ausgebliebenen Durchbruch hat: "Wir haben einen guten Kader und demzufolge einen großen Konkurrenzkampf."

Ganz gleich welche Elf gegen die Hertha aufläuft, nach zwei Dreiern in Folge fordert auch Rechtsverteidiger Rafinha eine Fortsetzung der Siegesserie. Aber Berlin sei keine Mannschaft, die man nur so mal schlagen kann, mahnt Rafinha zur Vorsicht: "Daher müssen wir immer konzentriert bleiben. Wir haben in dieser Saison schon genug Fehler gemacht. Hertha hat eine sehr gute, offensive Mannschaft mit kreativen Spielern. Das Team ist unberechenbar und kann an einem guten Tag jeden schlagen."

Favre mit großer Überzeugung

Nicht nur in Gelsenkirchen machen sich Personalsorgen breit, auch Hertha-Coach Lucien Favre muss sich Gedanken um den Ausfall seines Superstars Marko Pantelic machen, der wegen einer Zyste in der Wade definitiv ausfällt. "Lima hat gut trainiert, wir werden sehen", so lautete Favres emotionsloser Kommentar auf den möglichen Pantelic-Ersatz. Persönliche Probleme mit dem verletzten Spieler hat Favre nicht. "Einmal kann man Marko ersetzen, bei mehreren Spielen wird es sehr schwierig", unterstrich er die Bedeutung des Serben für sein Team.

Respekt vor dem Gegner aus Gelsenkirchen hat Favre, aber eine Spur sanfter Ignoranz kann er dennoch nicht verhehlen: "Schalke ist ein anderes Kaliber als unsere letzten Gegner, aber wir wollen unsere Serie ausbauen. Die Schalker sind sehr zweikampfstark und spielen gute Standards. Aber eigentlich interessiert mich das nicht sehr."

Das Interesse am Duell ist groß - schon am Mittwoch waren 50.000 Karten verkauft, über 60.000 Fans werden zum Spiel erwartet. "Das wird ein tolles Spektakel werden. Die Duelle mit der Hertha sind immer voller Emotionen", freut sich Gerald Asamoah auf die 90 Minuten.

Hakan Uzun / Eurosport