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VfB nach 4:1 erleichtert - Platz fünf bleibt Ziel

So 23 Mär, 12:12 Uhr


Stuttgart (dpa) - Die Erleichterung über den 4:1 (0:0)-Pflichtsieg gegen den FC Hansa Rostock war Armin Veh deutlich anzumerken, doch gedanklich war der Trainer des VfB Stuttgart schon bei der erhofften Teilnahme an der internationalen Kür in der kommenden Saison.

«Wenn ich heute unterschreiben könnte, dass wir Platz fünf erreichen, würde ich das tun. Dann hätten wir eine Super-Saison gespielt», sagte der 47-Jährige, nachdem der deutsche Fußball-Meister mit einem in der Höhe schmeichelhaften Erfolg gegen Rostock den sechsten Tabellenplatz zurückerobert und damit Tuchfühlung zu den UEFA-Cup-Rängen gehalten hatte. Noch weiter nach oben wollte Veh seinen Blick in der Bundesliga-Tabelle aber nicht schweifen lassen: «Die Mannschaften oben sind wirklich gut, konstant gut. Und wir haben in der Vorrunde viele Punkte liegen lassen.»

Dass die Schwaben gegen engagierte Rostocker ihr Haben-Konto auf 16 von 18 möglichen Zählern aus den vergangenen sechs Spielen aufstockten, verdankten sie einer Leistungssteigerung in der zweiten Spielhälfte sowie einmal mehr ihrem Tor-Garanten Mario Gomez. «Dass er nach seinen Verletzungen wieder so eine Leistung abruft, spricht für seine Qualität. Er ist der beste Stürmer, den wir momentan in Deutschland haben», lobte Veh den 22-Jährigen, der mit seinem 15. Saison-Treffer zum beruhigenden 3:1 getroffen (87.) und Yildiray Bastürk mit einem uneigennützigen Querpass den Ball zum 4:1-Schluss- Akkord (90.+2) aufgelegt hatte. Zuvor hatte der Nationalstürmer den Ex-Stuttgarter Gledson mit einem Pass im Gäste-Strafraum zu einem Handspiel gezwungen, dank dessen Pavel Pardo den Torreigen der zweiten Halbzeit per Elfmeter eröffnen konnte (52.).

Dabei hatte es vor 48 000 Zuschauern zunächst nicht nach einem weiteren Tag des «Tor-ero» im Gottlieb-Daimler-Stadion ausgesehen. Mit einem Kopfball-Eigentor (54.) hatte der bislang beste Rückrunden- Torschütze nach Cacaus 2:0 (56.) ausnahmsweise dem Gegner Hoffnung gegeben. Nach dem Happy End nahm Gomez seinen Lapsus mit Humor. «Ich habe immer auf die Anzeigetafel geschaut und gesehen, dass Luca Toni schon zwei Tore hatte», meinte er mit Blick auf das Duell mit dem Bayern-Star um die Torjäger-Kanone. «Da dachte ich: Jetzt fange ich auch mal an - und hinten ist es einfacher.»

Entscheidend für die Fortsetzung der Erfolgsserie war neben Gomez' Effektivität das stetig wachsende Selbstbewusstsein der gesamten VfB- Stammformation, in der nach vielen Verletzungssorgen nur der Gelb- gesperrte Roberto Hilbert fehlte. «Es ist noch nicht die pure Ruhe eingekehrt wie in der letzten Saison», meinte Sportdirektor Horst Heldt. «Aber der Glaube an die eigene Stärke und daran, dass immer etwas passieren kann, kehrt langsam zurück.» Einen erneuten personellen Rückschlag musste der Meister dennoch hinnehmen: Ludovic Magnin zog sich einen Bänder- und Kapselriss im linken Sprunggelenk zu und fehlt der Schweiz im Länderspiel in Basel gegen Deutschland. Für den VfB dürfte der Verteidiger frühestens in zwei Wochen gegen den Hamburger SV wieder zum Einsatz kommen.

Ein betrübliches Osterfest gab es nach der 13. Saisonpleite an der Ostsee. «Die Mannschaft hat ein richtig gutes Spiel abgeliefert, ist aber leider nicht dafür belohnt worden», trauerte Hansa-Coach Frank Pagelsdorf den verpassten Torgelegenheiten seines Teams nach. «Aber die Stuttgarter sind mit ihren Chancen einfach cleverer umgegangen.»