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FC Bayern eilt davon - Bayer ohne «Ostergeschenk»

So 23 Mär, 11:38 Uhr


München (dpa) - Miroslav Klose und Franck Ribéry eilten zu ihren Nationalmannschaften, Ottmar Hitzfeld und Uli Hoeneß schlenderten gelassen in die Mini-Osterpause.

«Heute haben wir teilweise Extraklasse gespielt. Das war schon sehenswert», lobte der Manager des deutschen Fußball-Rekordmeisters Bayern München nach dem 2:1 im Spitzenspiel gegen Bayer Leverkusen. Sieben Punkte Vorsprung haben die Münchner auf den Tabellenzweiten, gar auf neun Zähler ist der jetzt ehemalige Konkurrent Leverkusen distanziert. Dennoch mochten die Münchner neun Spieltage vor Saisonende von einer Vorentscheidung im Streben nach dem 21. Meistertitel noch nichts wissen. «Davon kann man nicht sprechen. Wir haben auf jeden Fall einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht», sagte Nationalspieler Philipp Lahm.

Am attraktiven Spiel mit vielen Torchancen für die Münchner hatten nicht nur die 69 000 Zuschauer, sondern vor allem Doppeltorschütze Luca Toni seine Freude. «Natürlich zähle ich die Tore mit. Es ist mein Job, Tore zu machen, der Mannschaft zu helfen, in der Bundesliga zu gewinnen und noch so manchen Pokal», sagte der italienische Angreifer, der nach den Spielen gegen Nürnberg (2 Tore) und in Hannover (3) zum dritten Mal in der Liga als Mehrfachtorschütze der Bayern in Erscheinung trat. «Er hat einen unheimlichen Torriecher, ist brandgefährlich und sehr wertvoll für uns», hob Hitzfeld hervor.

«Toni legt Bayer zwei Tore ins Osternest», lautete nach der wieder einmal beeindruckenden Vorstellung des 30-Jährigen die Schlagzeile auf der Internetseite der glückseligen Bayern. Vor den zwei trainingsfreien Tagen für die Nicht-Nationalspieler gab es beim designierten deutschen Meister fast nichts zu bemängeln. «Der einzige Wermutstropfen war, dass wir hier nicht fünf, sechs Tore gemacht haben. So viel klare Torchancen in einem Spitzenspiel habe ich seit vielen Jahren nicht erlebt», betonte Hoeneß, der in der Schlussphase nach dem 1:2 durch Joker Dmitri Bulykin (83.) noch einmal zittern musste. «Es wäre fatal gewesen, wenn wir das 2:2 gekriegt hätten.»

Voller Lob waren nicht nur die Münchner über ihre zeitweilige Fußball-Feinkost, selbst der geschlagene Gegner zollte große Anerkennung. «Die Klasse der Bayern ist uns von der ersten Minute an entgegengeschlagen. Wir sind in erster Linie an der Qualität des Gegners gescheitert», sagte Gäste-Trainer Michael Skibbe. «Das Ergebnis war noch schmeichelhaft für uns, ein 2:2 wäre wirklich ein Ostergeschenk gewesen.»

Bei der Ursachenforschung für die Niederlage verwarf Skibbe eine Idee schnell wieder. «Vielleicht hätte man sich mehr hinten rein stellen müssen, aber das ist nicht unser Stil», sagte er und wusste auch, dass das Mitspielen der Leverkusener, die sich zu keinem Zeitpunkt aufgaben, auch der Schlüssel für ein attraktives Spiel war. «Das ist unterhaltsamer Fußball. Wenn eine Mannschaft hier herkommt, die mitspielt, dann tun wir uns leichter. Wenn sich einer hinten rein stellt, haben wir kein richtiges Konzept gefunden», freute sich auch Hoeneß über die Offensivpower vom Rhein.

«Wir verstecken uns aber nicht. Dafür wurden wir brutal ausgekontert», sagte Sportdirektor Rudi Völler. Sollte es am 24. April im UEFA-Pokal-Halbfinale zum nächsten Duell der beiden Viertelfinalisten kommen, hofft Völler auf weniger Furcht seiner Truppe. «Wir wissen, dass wir es besser machen können.»