Bundesliga - Auf der Suche nach der Bestform

Di 24.Jan. 00:26:00 2012

Arjen Robben ist meilenweit von seiner wahren Stärke entfernt. Wie der Niederländer ist das komplette Team des FC Bayern nach dem Fehlstart in die Rückrunde aus der Balance geraten. Die Pleite in Gladbach wirft einige Fragen auf - auch wenn die Münchner sie nicht hören wollen.

robben bayern munich 2012 - 0

Von Daniel Rathjen (twitter: @DanielRathjen)

So schwach war Arjen Robben selten.

Es brauchte nicht viel Expertenwissen, um festzustellen, dass der niederländische Star des FC Bayern bei der bitteren Pleite gegen Borussia Mönchengladbach einen schwarzen Tag erwischt hatte.

Gelungene Dribblings? Gefährliche Torschüsse? Fehlanzeige. Filip Daems nahm den 28-Jährigen einfach aus dem Spiel.

Symptomatisch war die Szene vor dem 0:2 aus Münchner Sicht: Robben misslingt ein Dribbling, stößt mit Juan Arango zusammen. Und anstatt nachzusetzen, lässt er sich fallen und will einen Freistoß. Arango nimmt den Ball auf, Patrick Herrmann schließt den blitzschnellen Angriff kühl ab.

"Wir haben das Spiel hergeschenkt", jammerte der Flügelflitzer nach dem Spiel und schimpfte indirekt auf die Defensive inklusive Keeper Manuel Neuer: "Wir haben zu viele leichte Fehler gemacht! Es war klar, das wir mehr Ballkontakt haben würden als Gladbach, aber man darf nicht so viele einfache Fehler machen. Das haben wir nicht gut gemacht. Dann steht es auf einmal 0:1, und dann wird es schwierig."

Ob er sich mit in die Kritik eingeschlossen hat?

Fakt ist, dass der Rückstand den FC Bayern einmal mehr aus der Bahn geworfen hat und der Auftakt ins Jahr viel besser hätte verlaufen sollen für den ambitionierten Renommierklub. "Wir können nicht zufrieden sein, das ist klar", sah auch Kapitän Philipp Lahm im "kicker" ein. Zu offensichtlich waren die Defizite im Rhythmuswechsel: Hinten löchrig, vorne statisch - so wirkte das Spiel des Tabellenführers.

Heynckes bleibt noch gelassen

Trainer Jupp Heynckes bleibt noch gelassen. Sachlich analysierte er: "Nach der Winterpause, wenn du wieder den Rhythmus brauchst, ist es natürlich einfacher, wenn du wie Borussia aus einer kompakten Defensive spielst." Seine Elf sei "hinten offensiver orientiert, weil wir etwas Risiko gehen".

Im Borussia-Park wurde trotzdem deutlich, dass die Abwehr nicht gerade der stärkste Mannschaftsteil des Rekordmeisters ist. Von Balance, von Ausgewogenheit, war nichts zu erkennen.

Nach dem trainingsfreien Sonntag gilt es für die Münchner bis zur Partie am Samstag gegen den VfL Wolfsburg, genau die wieder herzustellen. Schließlich gelang das auch schon in der Hinrunde.

"Wir lassen uns von der Niederlage nicht aus der Bahn werfen. Wir sind nach wie vor Erster", meinte Nationalspieler Toni Kroos. Und Sportdirektor Christian Nerlinger betonte: "Wir werden die sportliche Antwort genauso wie in der Vorrunde geben." Zur Erinnerung: Auf das 0:1 am ersten Spieltag folgten sechs Siege mit 21:0 Toren.

Wie sich die Defensive künftig präsentiert, ist derweil noch unklar. Daniel van Buyten fällt mit seinem Mittelfußbruch aus, ein Transfer ist eher unwahrscheinlich.

Riberys Rückkehr als Lichtblick

Einerseits, weil bis zum Ende der Transferfrist am 31. Januar von jenen Kandidaten, die die Bayern vielleicht schon für die nächste Saison auf der Wunschliste stehen haben, kaum jemand kurzfristig verfügbar sein ist. Andererseits soll das Vertrauen in die vorhandenden Kräfte gewahrt werden.

"Mit dem aktuellen Kader werden wir in die Rückrunde gehen, weil wir diesem Kader total vertrauen", hatte Nerlinger schließlich oft genug gepredigt.

Ein Lichtblick für die nahe Zukunft ist in jedem Fall die Rückkehr von Franck Ribery, der in Gladbach noch gesperrt war. Dadurch dass der Franzose wieder einsatzbereit ist, kann Toni Kroos auch wieder ins Zentrum rücken, wo er für Stabilität sorgen kann. In der Innenverteidigung werden Anatoli Timoschtschuk oder Luiz Gustavo aushelfen, Rafinha würde als Rechtsverteidiger reinrutschen. Das wäre auch im Sinne von Ehrenpräsident Franz Beckenbauer, der bei "sky90" anmerkte: "Robben und Boateng - das passt nicht zusammen auf der rechten Seite."

Heynckes hat zudem die Qual der Wahl zwischen Thomas Müller und Robben. Einer von ihnen wird gegen Wolfsburg auf die Bank müssen. Trifft es dieses Mal möglicherweise Robben?

"Die Mannschaft weiß, worum es geht", stellt Lahm klar.

Video: Herrmann: "Haben Chancen genutzt"

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