Eurosport - Do 22.Jan. 18:43:00 2009
Vorjahressieger Andre Greipel hat die Tour Down Under nach einem Sturz auf der dritten Etappe verlassen müssen. Der Rostocker war nach rund 13 Kilometern in einen schweren Sturz von acht Fahrern verwickelt und musste mit einer ausgekugelten Schulter in ein Krankenhaus gebracht werden.
Dem Fahrer vom Team Columbia droht eine Zwangspause von bis zu drei Monaten. "Hoffentlich geht es doch ein bisschen schneller", sagte Greipel. Den Tagessieg nach 136 Kilometern holte Lokalmatador Graeme Brown im Zielsprint vor seinen Landsleuten Allan Davis und Stuart O'Grady. Superstar Lance Armstrong kam wie in den Etappen zuvor mit dem Hauptfeld ins Ziel.
Rabobank-Fahrer Brown setzte sich auf der Etappe in der Nähe von Adelaide vor Quick-Step-Fahrer Davis und dem dritten Australier, Stuart O'Grady vom Team Saxo Bank, durch. In der Gesamtwertung liegen Brown und Davis an der Spitze gleichauf. Armstrong griff wieder nicht in den Kampf um den Tagessieg ein.
"Das Rennen war hart", erklärte der siebenmalige Gewinner der Tour de France. Sichtlich gestört wurde der Texaner zudem durch einen TV- Hubschrauber, der lange Zeit dicht über dem Feld kreiste und den Wind noch verstärkte. Erst als Armstrong ein deutliches Zeichen gab, drehte der Helikopter ab. "So etwas muss nicht sein, vor allem nicht, wenn es stürmt", sagte der Amerikaner.
Operation in Deutschland
Bei schwierigen Konditionen mit sturmartigen Windböen war Greipel nach rund 13 Kilometern auf dem Teilstück von Unley nach Victor Harbor hinter einer Kuppe mit dem Motorrad zusammengestoßen. Mehrere andere Fahrer waren in den Unfall verwickelt, darunter auch der Führende in der Gesamtwertung, Allan Davis, der das Rennen aber fortsetzen und sogar auf dem zweiten Platz beenden konnte. "Die Situation war sehr unglücklich", sagte Columbia-Sportdirektor Allan Peiper, "das Rennen war sehr schnell, André konnte den Vorderteil des Feldes nicht sehen und ist als Erster in das Motorrad gekracht."
Greipel wurde in eine Klinik in Unley gebracht, wo er am rechten Arm, am rechten Ellbogen und am linken Bein genäht werden musste. Wie der Rennstall mitteilte, werde der 26-Jährige zurück nach Deutschland fliegen, wo er an der rechten Schulter operiert werden muss. "Es wird bis zu zwölf Wochen dauern, bis er wieder auf das Rad steigen kann", sagte Sportdirektor Peiper, "nach einer Schulter-OP muss der Arm lange ruhig gestellt werden und das wird seine Zeit dauern." Renndirektor Mike Turtur sagte nach dem Chaos-Rennen: "Auf dieser einen Etappe haben wir mehr Fahrer verloren als in der 10-jährigen Geschichte der Rundfahrt."
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