Essen (dpa) - Thomas Rupprath sieht nach den Olympischen Spielen schwere Zeiten auf den Schwimmsport in Deutschland zukommen. «Nach Peking wird Schwimmen endgültig zur Randsportart», sagte der 30 Jahre alte Rostocker in einem Gespräch mit der «Westdeutschen Zeitung».
Rupprath begründet seine Prognose mit dem zu erwartenden dramatischen Schnitt nach den Olympischen Spielen im kommenden Jahr. Mehrere Leistungsträger würden ihre Laufbahn beenden, Teamchef und Bundestrainer aufhören.
«Die Zeiten von Michael Groß und Franziska van Almsick sind ohnehin lange vorbei. Und nach Peking kommt ein dramatischer Schnitt, auf den der Deutsche Schwimm-Verband überhaupt nicht vorbereitet ist», sagte der 67-fache deutsche Meister, Weltrekordler, Welt- und Europameister. «Es gibt keine Idole mehr, keine Reize mehr, für die der Nachwuchs das harte Schwimmtraining auf sich nehmen würde. Ich sehe schwarz für den Schwimmsport nach Peking.»
Rupprath sieht die einzige Chance in einem radikalen Umdenken im Management der Nationalmannschaft: «Wir brauchen einen Oliver Bierhoff für den Schwimmsport. Einen, der aus der Sportart kommt, der sich auskennt und über nationale und internationale Kontakte verfügt. Der sich wirklich um die Schwimmer kümmern kann und der von den Schwimmern ernst genommen wird.»


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