Tour de France - Auferstehung und Horror-Sturz

Eurosport - Mi 22.Jul. 20:44:00 2009

Der Spanier Mikel Astarloza (Euskaltel) hat die 16. Etappe der Tour de France gewonnen. Für den Höhepunkt des Tages sorgte aber Lance Armstrong, der mit einem unwiderstehlichen Zwischenspurt seine Klasse unter Beweis stellte. Für Jens Voigt nahm die diesjährige Tour indes ein tragisches Ende.

CYCLING 2009 Tour de France 16e étape SLIDE Armstrong - 0

Ein Horror-Sturz des Mecklenburgers überschattete die heutige Etappe mit der Show von Armstrong. Voigt fuhr seit Beginn der Etappe mit Start in Martigny in einer Spitzengruppe und leistete im letzten Anstieg noch Helferdienste für seinen Kapitän Andy Schleck. Auf der Abfahrt zum Ziel in Bourg-Saint-Maurice kam der Routinier vom Team Saxo Bank zu Fall und musste ins Krankenhaus gebracht werden. "Er ist schwer verletzt, aber bei Bewusstsein. Er hat sich bewegt", betätigte Teamchef Bjarne Riis im Ziel Aussagen des französischen Fernsehens.

Astarlozas Flucht vor dem Sprint

Nach 159 Kilometern und zwei gewaltigen Anstiegen fiel die Entscheidung um den Tagessieg erst kurz vor dem Ziel. Astarloza setzte sich 2100 Meter vor dem Ziel nach fast 29 Kilometern in der Abfahrt mit einem beherzten Antritt von seinen Begleitern ab, zu denen er erst kurz vor der letzen Bergwertung wieder aufgeschlossen hatte. "Im Sprint hätte ich keine Chance gehabt", so die knappe Schilderung des Spaniers.

Der Euskaltel-Profi löste sich gerade noch rechtzeitig, bevor eine Verfolgergruppe mit den aussichtsreicheren Fahrern in einer Sprintankunft heran kam. Von jenen Verfolgern setzten sich schließlich Sandy Casar (2.), Pierrick Fedrigo (Bouygues Telecom/3.) und Nicolas Roche (Ag2r/4.) im Sprint durch.

Ein weiterer Gewinner zwischen dem Großen und dem Kleinen Sankt-Bernhards, war Franco Pellizotti. Der Italiener kam als Erster über beide Bergwertungen und konnte seinen Vorsprung im Kampf um das Gepunktete Trikot auf 58 Punkte ausbauen. Im Finale blieb dem Liquigas-Profi der siebte Platz. Das Gelbe Trikot verteidigte Astana-Kapitän Alberto Contador, der einen Angriff von Andy Schleck (Saxo Bank) abwehren konnte, vor seinem Teamkollegen Lance Armstrong. Alle drei kamen mit einer 18-köpfigen Gruppe mit einer Minute Rückstand ins Ziel.

Im Duett über das Dach der Tour

Die Etappe bot keine lange Einrollphase. Schon bevor der eigentliche Anstieg zum Dach der Tour auf dem Großen Sankt-Bernhard (2473m) begann ging es für das Peloton von Beginn an leicht bergauf. Da ist es kaum verwunderlich, dass schon früh die ersten Fahrer die Beine in die Hand nahmen und die Flucht nach vorne wagten. Mit dabei waren unter anderem auch Voigt, Casar, Fedrigo und Pellizotti, der sich noch vor dem höchsten Punkt absetzte und zusammen mit Vladimir Karpets (Katusha) bis vor dem zweiten Anstieg an der Spitze fuhr.

Egoi Martinez, größter Widersacher von Pellizotti in der Bergwertung, versuchte das Tempo des Liquigas-Profis mitzugehen, musste aber schnell einsehen, dass er dem heute nicht folgen konnte. Hinter der Spitze schlossen weitere Fahrer, mit dabei der später Tagessieger, zu den einstigen Begleitern des Führungsduos auf. Astana kontrollierte das Feld, das nur zwei Minuten nach der Spitze zur Bergwertung kam. Erst in der Abfahrt und dem anschließenden "Flachstück" zwischen den Gipfeln gewährte man den Ausreißern die sich zusammenschlossen ein Polster von mehr als fünf Minuten.

Andy Schleck attackiert das Gelbe Trikot

Im letzten Anstieg wurde es dann richtig ernst. An der Spitze kristallisierten sich zwei Gruppen heraus, als es im Feld zur Sache ging. Saxo Bank übernahm die Kontrolle, bevor Andy Schleck sein Weißes Trikot in Szene setzte. Mit einem explosiven Antritt zeigte der Luxemburger den meisten Fahrern im Feld ihre Schwächen auf. Contador, bei dem es offensichtlich nichts aufzudecken gibt, ließ sich aber nicht beeindrucken und folgte zusammen mit Frank Schleck (Saxo Bank) dessen jüngerem Bruder. Auch Bradley Wiggins (Garmin), Andreas Klöden (Astana) und Vincenzo Nibali (Liquigas) konnten das Tempo mitgehen.

Als die Schlecks ihre Angriffsbemühungen einstellten, schloss zunächst Armstrong mit einer starken Einzelleistung auf, die an den Armstrong früherer Jahre erinnerte. "Ich fuhr mein Tempo. Ich habe mich besser gefühlt als vorgestern in Verbier", erklärte der Astana-Profi seinen grandiosen Zwischenspurt am Kleinen Sankt-Bernhard, der einer sportlichen Wiederauferstehung gleichkam. Später kamen auch weitere Fahrer wieder heran. Die Gruppe wurde inzwischen von Voigt angeführt, der sich aus der Spitze zurückfallen ließ. 2:11 Minuten nach der Spitze kam die Gruppe über den Kleinen Sankt-Bernhard.

Tour-Aus für Voigt

In der Abfahrt schlugen die Favoriten ein hohes Tempo an, um die Ausreißer doch noch einzuholen, als Voigt die Kontrolle über sein Rad verlor. An einem Belagswechsel auf der Straße rutschte dem Berliner sein Arbeitsgerät nach links weg und er schlug mit dem Kopf und der rechten Schulter auf den Asphalt. Damit muss Voigt seinen Traum von der zehnten Zielankunft in Paris begraben - es wäre vermutlich seine letzte gewesen. Ins Ziel kamen die Favoriten schließlich mit einem Rückstand von 59 Sekunden.

Die Milram-Profis Christian Knees und Linus Gerdemann kamen mit einer nächsten größeren Gruppe um Cadel Evans (Silence) und einem Rückstand von 3:55 Minuten ins Ziel. Bester Deutscher war aber auch heute wieder Klöden auf Rang 14. Bei Tony Martin (Columbia) dagegen schwinden die Kräfte gegen Ende seiner ersten Tour de France. Der 24-Jährige musste an beiden Anstiegen abreißen lassen und rollte schließlich 16:40 Minuten nach dem Sieger über die Ziellinie.

TV-Tipp:

Der Kampf ums Gelbe Trikot täglich LIVE: Verfolgen Sie die Tour de France hautnah mit allen 21 Etappen von Monaco nach Paris, über die Pyrenäen und Alpen, durch Regen und Hitze in unseren ausführlichen TV-Übertragungen, mit dem Eurosport Player oder im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de.

Jonathan Schwarz / Eurosport

Kommentare 72 - 91 of 91

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  1. Hallo Jens

    gerne erinnere ich mich an deine­ sypatischen und sportlichen Auftritte auch in der­ Schweiz. Ich wünsche dir gute Besserung.

    Albert

    Von akagsoftware, am Mi 22.Jul. 13:33
  2. Ich dachte bei Bergwertungen gibt es das gepunktete­ Trikot des Bergfahrers und nicht das Gelbe!
    Siehe:
    Der­ Italiener kam als Erster über beide Bergwertungen und­ konnte seinen Vorsprung im Kampf um das Gelbe Trikot­ auf 58 Punkte ausbauen

    Von Gagaratz, am Mi 22.Jul. 10:16
  3. Nun seht es endlich mal ein ihr Deutschen - anderen­ Nationen fahren zur Zeit einfach besser Rad. Auch Eure­ Zeite wird wieder kommen....irgendwann... mit Tony­ Martin habt ihr ja ein schnuckes Fohlen auf der Koppel.

    Von Michel, am Mi 22.Jul. 9:08
  4. Also nach diversen Zeitlupen kann man wohl die Ursache­ für den Sturz von Jens Voigt erkennen: An der Stelle­ war die Fahrbahn "ausgebessert" worden, also­ ein Teil des Belags ersetzt worden. Leider war aber­ gerade dieses ca. 2-3m große "ausgebesserte"­ Stück Asphalt bereits wieder deformiert. Über diese­ Bodenwelle hoben viele Fahrer mit Vorder- und/oder­ Hinterrad kurz ab, auch Jens Voigt. Dabei rutschte der­ Berliner mit der linken Hand vom Lenker ab und verriß­ diesen leicht genau auf dem (immer etwas weniger­ griffigen) Mittelstreifen mit der rechten Hand nach­ rechts und rutschte in der Folge nach links weg und­ schlug mit Kopf und Oberkörper auf die Straße.

    Von smyslow, am Mi 22.Jul. 9:02
  5. anton.m
    wie heisst denn der arzt wo ein­ schuhmacher,kloeden,weinender zabel,und noch einige­ mehr ,immer verkehren,oder verkehrt­ haben??????????????????????

    Von seife1001, am Mi 22.Jul. 9:01
  6. anton,m
    tu dich bitte mit berti1985­ zusammen.......einigkeit macht stark!!!!!!!!

    Von seife1001, am Mi 22.Jul. 8:58
  7. berti 1985
    aha,da sticht der teutonen neid wieder­ raus...
    lieber dreck am stecken,als im kopf wo andere­ menschen ein gehirn haben!!!!!!!!!!!!!!

    Von seife1001, am Mi 22.Jul. 8:56
  8. Kommentar nicht angezeigt durch zu niedrige Bewertung. Zeigen

    Was hat dieser lance schon wieder gefressen - sicher­ nicht nur Blutdoping eingepackt
    sondern ganz anderes­ Zeug, welches in dem dreckigen Staat USA produziert­ wird, und von dem wir bis heute noch nichts wissen!­ Ganz sicher hat dieser Hund alle seine 7 TdF-siege nur­ mit solchen Mitteln erreicht - das und nur das ist eine­ Schande, aber die TdF-Verantwortlichen drücken hier­ nicht nur beide Augen zu, sondern das gesamte­ Gesicht!
    Wenn es eine Gerechtigkeit gibt, so darf­ dieser Lance nie und nimmer bis Paris fahren und hier­ auch noch ankommen - wir werden ja sehen, ob es eine­ Gerechtigkeit gibt.
    Marki

    Von Markus, am Mi 22.Jul. 8:55
  9. @ Seife

    Wie sagt man so schön, wer nur andere­ beleidigen kann hat Unrecht und das du jetzt noch einen­ Jens Voigt beschuldigst machts auch nicht besser.
    Ich­ würde dir dringend empfehlen dich über Fuentes zu­ informieren, dann kann man sich gern wieder unterhalten­ bis dahin bringts nix.

    Und wenn es Neid wäre, dann­ müsste ich ja Lance hassen, weil der 100x mehr erreicht­ hat als alle Schlecks und Contadors zusammen, aber dem­ ist nicht so, ganz im Gegenteil.

    Nur weil man sich­ Fakten anschaut und sie nicht ignoriert, ist man doch­ nicht neidisch. Wie alt bist du denn...

    Von Anton M, am Mi 22.Jul. 8:50
  10. 3 Luxemburger in den Top 10. Wieviel Einwohner ham die?­ Ne halbe Mille?
    Wie gesagt Leute, alle Topfahrer haben­ Dreck am stecken.

    Von berti_1985, am Mi 22.Jul. 8:38
  11. Ich hoffe,dass Jens bald wieder auf dem Sattel sitzen­ kann,alles Gute und beste Genesung

    Von Horst, am Mi 22.Jul. 8:27
  12. anton.m.
    wuesste mal gerne was zum beispiel ein andy­ schleck mit doping zu tun hat.........
    dass voigt­ nichts mit doping zu tun hat,entspringt wohl deiner­ gehirnzelle,,denn auch ein andy schleck spricht sich­ total gegen doping aus........
    also: wenn du von nichts­ eine ahnung hast,bitte behalte deine schmutzigen,von­ neid gepraegten kommentare, fuer dich`!!!!!!!!!!!!!!

    Von seife1001, am Mi 22.Jul. 8:24
  13. Die Etappe heute hüllte sich in viel Schatten, aber­ auch ein wenig Licht.

    Dass wohl tragischste war, als­ Jens Voigt stürzte. Er gilt als einer der saubersten im­ Feld, er weiß vermutlich selber, dass er mit doping­ auch auf dem Treppchen landen könnte, aber er spricht­ sich gegen doping aus und das muss man ihm hoch­ anrechnen. Auch das er jedes Jahr immer und immer­ wieder mitfährt, obwohl er weiß das er keine Chance­ hat, ist schon tragisch.
    Ein weiterer Vorfall war der­ von Evans. Der ist so dermaßen eingebrochen, dass er­ die top 3 wohl abschreiben kann. Auch für ihn gilt­ wohl, dass er stets gegen doping ist.

    Ein wenig Licht­ gab es aber trotzdem und das in Form von Lance­ Armstrong. Als er abreißen lassen musste, hatte man das­ Gefühl das es vorbei sei und keiner die Listenfahrer­ mehr stoppen kann. Die Vorstellung das Contador und 2­ Schlecks auf dem Podium stehen würden, war nicht­ wirklich angenehm, weil es einfach zu viele begründete­ Zweifel gibt und ich denke keiner hier hat Lust so­ etwas wie die letzten Jahre noch einmal zu erleben, wo­ stets top 10 Fahrer im nachhinein noch überführt worden­ und die wahren Sieger, nicht in Paris feiern­ durften.
    Als Lance zurückkam, sahen sich die Schlecks­ & Co. verwundert an. Dass war ein Bild für die­ Götter und auch ein Zeichen.
    Geht man davon aus, dass­ Lance nicht so ein Wunder wie Landys hatte, sondern­ alles mit rechten Dingen zuging und davon geht man­ einfach mal aus, weil er wohl kaum bei der Berganfahrt­ kurz einen Blutbeutel geleert haben kann, dann ist­ diese Leistung auch ein deutliches Zeichen gegen­ doping!

    Gute Besserung an Jens!

    Von Anton M, am Mi 22.Jul. 3:40
  14. Kommentar nicht angezeigt durch zu niedrige Bewertung. Zeigen

    alle gedopt, auch der Jan

    Von gwh, am Mi 22.Jul. 2:24
  15. Allez andy, fränk a kim! Roude lèiw, huel se! Luxemburg­ ans podium bitte! :)

    Von tommy27, am Mi 22.Jul. 0:41
  16. Super spannende Etappe. Klasse leistung von dem ganzen­ Saxo-Bank team. Bessonders von Andy Schleck und von­ Voigt (gutte besserung!). Sie sind das einzige team das­ es mi Astana erfolgreich aufnimmt, darum find ich es­ besonders schlimm das Voigt gestürt ist und damit das­ ganze Team Saxo-Bank geschwächt ist. JEtzt sind sie nur­ noch zu siebt und haben es noch schwierige im Duell mi­ Astana. Ich frag mich nur warum alle anderen vielleicht­ ausgenommen von Garmin und Liquigas so passiv fahren.­ Entäuschend war die leistung vom Columbia team. Kim­ Kirchen war der einzige von Columbia de richtig gut­ gefahren ist.

    Von raftrojan, am Di 21.Jul. 22:25
  17. Bravo Lance!!!
    Jens gute besserung!

    Von Andreas, am Di 21.Jul. 22:22
  18. @ Josef­ Eck Lizenzfahrer,
    muß man Rennen bestritten­ haben, um hier einen Kommentar abgeben zu dürfen?
    Klar,­ an deiner Meinung und Kompetenz dürfte niemand vorbei­ kommen, trotzdem möchte der ein oder andere­ "Normalo" auch etwas dazu sagen und darf man­ meiner Meinung nach auch, sofern es im Rahmen­ bleibt!
    Ist halt oft nicht so, ich weiß! Das wird hier­ niemand ändern, nicht du , nicht ich.

    Trotzdem ist­ dein Beitrag schon ziemlich überheblich - ihr­ Nichtradrennfahrer die keine Ahnung haben vs dich­ Lizenzfahrer der Jens grüsst - also komm mal runter von­ deinem hohen Ross, lass die Angeberei und grüsse Jens­ lieber persönlich, denn der wird das hier kaum­ lesen...!

    Von crashbow11, am Di 21.Jul. 22:14
  19. Gute besserung an jens, kopf hoch!!!

    Von tommy27, am Di 21.Jul. 22:12
  20. Ich möchte noch eines anmerken!

    Alle reden von­ Armstrong und Contador!
    Ich finde Tony Martin fährt ne­ ganz klasse Tour!

    Von eckjosef, am Di 21.Jul. 22:08
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