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Schalke droht Rafinha mit der juristischen Keule

Di 22 Jul, 19:20 Uhr


(sid) Mit der Androhung harter Konsequenzen und dem möglichen Gang durch die sportjuristischen Instanzen will Bundesligist Schalke 04 seinen abtrünnigen brasilianischen Abwehrspieler Rafinha im Streit um dessen Olympia-Teilnahme zu einem Sinneswandel bewegen. "Er hat mit Schalke 04 einen Vertragsbruch begangen, und es widerspricht der olympischen Charta, dass solch ein Spieler bei den Spielen antreten darf", sagte Schalke-Manager Andreas Müller am Dienstag im Trainingslager in Stegersbach.

Man habe den brasilianischen Fußball-Verband CBF und das Internationale Olympische Komitee (IOC) schriftlich aufgefordert, Rafinha bei den Sommerspielen in Peking nicht auflaufen zu lassen. Als Frist zur Klärung der Angelegenheit nannte der Bundesligist Mittwoch, 12.00 Uhr.

"Falls der CBF unserem Wunsch nicht entsprechen wird, werden wir vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS eine Klage einreichen", erklärte Müller, der sich mit dem DFB in Person von Präsident Dr. Theo Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach abgestimmt hat, um "rechtlich auf der sicheren Seite zu sein".

Der DFB leitete am Dienstagnachmittag den Schalker Protest an den Weltverband FIFA weiter. "Der DFB unterstützt den Protest und teilt die Rechtsauffassung des Klubs, dass keine Abstellungspflicht besteht, da das olympische Fußballturnier weder im internationalen Spielkalender der FIFA aufgeführt ist, noch ein entsprechender Beschluss des Exekutivkomitees der FIFA vorliegt, der Spieler einer bestimmten Alterskategorie zur Teilnahme verpflichtet", heißt es in einer Erklärung des Verbandes.

Auch Rafinha selbst, der am Montag eigenmächtig auf die Anreise ins Schalker Trainingslager verzichtet hatte und sich am Dienstag zum Olympia-Treffpunkt der "Selecao" in Paris begeben wollte, wurde mit den möglichen Konsequenzen seines Verhaltens konfrontiert. In einem Schreiben klärte ihn der Verein über die Strafe bei Vertragsbruch auf. Spekulationen zufolge soll sie bei 25. 000 Euro pro Tag liegen.

"Wir hoffen, dass bei Rafinha nun ein Sinneswandel einkehrt", meinte Müller und ließ dem Profi ein Hintertürchen zur Versöhung offen: "Falls er am Mittwoch oder Donnerstag im Trainingslager auftaucht, wird es keine weiteren Konsequenzen geben. Ich kann ja verstehen, dass ein junger Fußballer unbedingt bei Olympia dabei sein will, doch die Interessen des Vereins stehen nun einmal im Vordergrund."

 

Kommentare 1 - 5 of 5

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  1. Ich kann durchaus verstehen, dass z.B. eine nationale Basketballauswahl bei der Olympiade mit fähigen Spielern präsent ist, um mal einen anderen Ballsport zu nennen. Aber im Fussball hat die Olympiade so gut wie keinen Stellenwert, dafür gibt es schließlich die Fussballweltmeisterschaft der FIFA. Wenn also die Führung des S04, und nicht nur deren Führung, der Meinung ist, dass der Verein Vorrang hat, kann ich nur zustimmen. Das Fernbleiben von Rafinha mit Sanktionen zu ahnden halte ich für völlig legitim. Bleibt nur zu hoffen, dass er nach dem ganzen Gezeter wirklich nur durch Leistungsverweigerung glänzt, denn adäquaten Ersatz hat der S04 leider nicht hundertprozentig. Vielleicht sollte man dann Rafinha mal darauf aufmerksam machen, dass solche Kapriolen nicht gerade positiv auf einen künftigen potenziellen Brötchengeber wirken. Sollte dies nämlich wirklich eintreffen, wird er sich ganz schnell verabschieden müssen, denn solches Verhalten kann sich ein Verein wie Schalke, mit Ambitionen oben mitzuspielen, einfach nicht leisten, ohne das der Kader ein wenig entgleitet. Rafinha sollte sich vor Augen führen, wer seinen Porsche Cayenne finanziert hat. Sportkamerad und Landsmann Ailton hat es schon vorgemacht, wie man mit ein wenig Extravaganz und Überschätzung, bei respektabler, aber niemals überragender Begabung, seine Karriere vollends an Wand fahren kann, um nur ein Beispiel der jüngeren Schalker Vergangenheit zu nennen.

    Von amruronamie, am Di 22.Jul. 22:41
  2. wenn es auf Schalke jemanden mit ein bißchen Verstand geben würde, dann hätte Rafinha bis zu seinem Vertragsende jeden Tag 4 Stunden Gymnastik und 2 Stunden Schwimmunterricht und könnte sich die Spiele von der Tribüne aus anschauen.

    Damit könnte der Klub einen Teil seiner verlorenen Reputation wieder herstellen und weitere Eskapaden der Spieler würden in Zukunft vermieden.

    Von michael sail, am Di 22.Jul. 21:42
  3. Olympiade ist eh bloed und unsinnig...was soll der Quatsch?

    Von timmerinatlanta, am Di 22.Jul. 21:23
  4. Was ist wenn der zuruckkommt und die ganze saison hindurch keine leistung mehr erbring? da könnte ihr ihm nicht mehr mit sanktionen drohen und ihr müsste ihm auch sein gehalt für nix machen zahlen(siehe ronaldinho).
    Es ist schade dass schalke nicht zum vernunft kommt.

    Von Roger M, am Di 22.Jul. 14:32
  5. Olympia sollte über den Vereinen stehen.

    Von Marcel S, am Di 22.Jul. 14:09
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