Eurosport - Mo 22.Jun. 21:23:00 2009
US-Golfprofi Lucas Glover hat sich den Traum vom ersten Major-Titel seiner Karriere bei den US Open in Farmingdale/New York erfüllt. In einem spannenden Finale setzte sich der 29 Jahre alte Außenseiter nach vier Runden über fünf Tage mit 276 Schlägen auf dem Par 70-Kurs gegen drei Landsleute durch.
In dem atemberaubenden Finish landete Superstar und Titelverteidiger Tiger Woods mit 280 Schlägen auf dem sechsten Platz und verfehlte seinen 15. Grand- Slam-Sieg deutlich. Glover hatte bisher 2005 sein erstes und einziges US-Tour-Turnier gewonnen und erhielt für den ersten Major-Titel seiner Karriere 1,35 Millionen Dollar aus der Gesamtdotierung von 7,5 Millionen Dollar. "Das war heute ein Geduldstest", sagte der Überraschungssieger. "Es war hart, der anspruchsvolle Kurs hat uns alles abverlangt." Publikumsliebling Mickelson verlor seinen vierten Grand Slam-Titel nach zwei Bogeys auf den letzten vier Löchern.
Der sein nach acht Jahren ohne Erfolg grandioses Comeback feiernde Duval patzte nach einer 3er Birdieserie am 17. Grün. 2001 war der 37- Jährige nach einem Sieg bei der British Open die Nummer eins vor Woods in der Welt gewesen und dann bis zum Montag auf den 882. Rang in der Welt zurückgefallen. Und dem vom Auftakt frischweg auftrumpfenden Barnes fehlten die Nerven: Der 28-Jährige verspielte mit sieben Bogeys bis zum 12. Grün alles.
Aufholjagd von Tiger Woods
Für Glover wurde ein Märchen wahr, als er mit dem Putt zum Par auf dem 18. Grün am Ort seiner Flitterwochen den Riesenscheck und die Trophäe im Kreis seiner Familie entgegennahm. Für Woods hatte das zweite Major des Jahres von Beginn an unter einem schlechten Stern gestanden. Nach drei Runden auf dem Par-70 lag der 33 Jahre alte Superstar bei seiner von Regenstürmen und Abbrüchen gebremsten Aufholjagd mit 211 Schlägen immer noch acht hinter Barnes (202) und Lucas Glover (203). Dabei hatte sich zum ersten Mal seit Donnerstag das Gesicht des von 59 Konkurrenten gejagten Tigers unter dem wolkenverhangenen Himmel über Long Island leicht aufgehellt. "Es tat gut, den Tag mit einem Birdie auf dem wohl schwierigsten 7. Grün auf dem Platz zu beenden", meinte Woods noch hoffnungsvoll.
Doch nach dem Neustart am Montag blieben bei nur noch 11 für ihn zu spielenden Grüns die Löcher aus. "Das Einzige, was ich noch kontrollieren kann, ist, ob ich gut oder schlecht spiele." Woods fand aber nicht den Rhythmus, um auf den letzten Löchern weiter an die Spitze heranzukommen.
Glover hat 2005 seinen ersten und einzigen Sieg auf der US-Tour gefeiert. Der ehemalige US-Amateurchampion Barnes konnte bisher lediglich einen 14. Platz als bestes Tour-Ergebnis aufweisen. Der Weltranglisten-Zweite Mickelson erfuhr wenigstens wie keiner auf dem öffentlichen Platz bei New York die Zuneigung und moralische Unterstützung seiner Fans unter den täglich mehr als 40 000 Zuschauern, seit ein Brustkrebs bei seiner Frau Amy diagnostiziert wurde. Aber bei der gedanklichen Belastung nutzte dem Linkshänder die Erfahrung von 43 US-PGA-Tour-Siegen inklusive der drei Major-Siege beim US-Masters und der US PGA Championship nicht im Endkampf.
Ergebnisse
1. Lucas Glover (USA) 276 Schläge (69+64+70+73) Schläge; 2. Phil Mickelson (USA) 278 (69+70+69+70), David Duval (USA) 278 (67+70+70+71) und Ricky Barnes (USA) 278 (67+65+70+76); 5. Ross Fisher (England) 279 (70+68+69+72); 6. Tiger Woods (USA) 280 (74+69+68+69), Søren Hansen (Dänemark) 280 (70+71+70+69) und Hunter Mahan (USA) 280 (72+68+68+ 72); 9. Henrik Stenson (Schweden) 281 (73+70+70+68); 10. Rory McIlroy (Nordirland) 282 (72+70+72+68), Matt Bettencourt (USA) 282 (75+67+71+69), Sergio Garcia (Spanien) 282 (70+70+72+70), Ryan Moore (USA) 282 (70+69+72+71), Stephen Ames (Kanada) 282 (74+66+70+72) und Mike Weir (Kanada) 282 (64+70+74+74); ...61. Martin Kaymer (Mettmann) 145 (76+69)
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