BBL - Bonn will "Fluch" trotzen

Eurosport - Mo 22.Jun. 17:39:00 2009

Auch wenn auf den gastgebenden Teams in den diesjährigen Playoffs ein Fluch zu liegen scheint - den ersten Titel der Vereinsgeschichte möchten die Telekom Baskets Bonn am Dienstag (18:30 Uhr live auf Eurosport) dann doch im eigenen Telekom Dome perfekt machen.

BASKETBALL 2008-2009 Bundesliga Bonn Oldenburg - 0

"Wir sind eigentlich ein heimstarkes Team, das wollen wir auch zeigen", sagte Bonns Trainer Michael Koch. Durch den hart erkämpften 81:78-Erfolg bei den EWE Baskets Oldenburg am Sonntag sind die Rheinländer in der "best-of-five"-Serie mit 2:1-Siegen in Führung gegangen. Nur noch 40 Minuten trennen den vierfachen Vizemeister von der Krönung seiner 13-jährigen Bundesliga-Geschichte.

Bundestrainer Dirk Bauermann traut den Bonnern den großen Coup in diesem Jahr zu. "Sie werden es schaffen, wenn nicht am Dienstag, dann am Donnerstag in Oldenburg", sagte der Nationalcoach. Doch eine weitere Fahrt in den Norden wollen sich die Telekom Baskets am liebsten ersparen. "Wir haben die Lehren aus unserem ersten Heimspiel gezogen. Meine Jungs wissen jetzt, dass sie auch zu Hause die nötige Intensität an den Tag legen müssen", sagte Koch.

"Brauchen anscheinend Rückstände"

Dies war in der zweiten Partie am vergangenen Donnerstag nur bedingt der Fall. Auch am Sonntag liefen die Bonner der Musik anfangs hinterher und lagen schnell mit bis zu 13 Punkten zurück. "Daran habe ich mich inzwischen gewöhnt. Meine Spieler scheinen diese Rückstände zu brauchen, um richtig in Fahrt zu kommen", meinte Koch fast schon ein wenig sarkastisch. Der Europameister von 1993, der maßgeblich für den Höhenflug des Clubs in den vergangenen Jahren verantwortlich ist, steht zur Zeit ständig unter Strom. Dennoch genießt der 43-Jährige die Situation. "Die Playoffs sind einfach die schönste Zeit des Jahres."

Am Sonntag durchlebte der Coach der Telekom Baskets wieder einmal ein Wechselbad der Gefühle. Zur Halbzeit sank er kopfschüttelnd auf seiner Bank zusammen, weil Brandon Bowman kurz vor der Pausensirene eine falsche Entscheidung getroffen hatte. Nach dem Schlusspfiff fiel er seinen Spielern jubelnd um den Hals, der langersehnte Titel ist nun zum Greifen nahe. Doch so ganz trauen wollen sie die Situation in der ehemaligen Bundeshauptstadt noch nicht. "Das wird noch eine heiße Kiste", warnte Artur Kolodziejski.

Bei den Oldenburgern herrschte dagegen großes Entsetzen. Nachdem sich die Niedersachsen den Heimvorteil durch den Erfolg in Bonn im zweiten Spiel zurückgeholt hatten, war der Optimismus bei den Norddeutschen riesig. Aber als es darauf ankam, wirkten die EWE Baskets am Sonntag wie gelähmt. Spielmacher Jason Gardner kam erneut überhaupt nicht in Schwung und wurde vom Bonner E. J. Rowland aus dem Spiel genommen. "Jason ist aber ein harter Hund. Er wird sich in Bonn wieder ganz anders präsentieren", sagte Gardners Team-Kollege Je'Kel Foster. Vielleicht hat den wertvollsten Spieler der Hauptrunde (MVP) ja auch der Heimfluch befallen. Dann wäre vom kleinen Amerikaner an diesem Dienstag in fremder Umgebung wieder einiges zu erwarten.

TV-Tipp:

Das Finale live auf Eurosport! Am Dienstag (18:30) kann Bonn den Titeltriumph perfekt machen. Eurosport überträgt Spiel vier der Finaleserie "best-of-five" in voller Länge.

dpa / Eurosport

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