Eurosport - Mi 23.Apr. 00:33:00 2008
Tag vier der Weltmeisterschaft in Sheffield brachte die erste große Überraschung: Mit dem Vorjahresfinalisten Mark Selby verabschiedete sich der erste Top-Favorit aus dem Wettbewerb. Der zweifache Turniersieger dieser Saison unterlag Mark King in der ersten Runde mit 8:10.
Dabei war Selby bei den Buchmachern die Nummer zwei der Favoriten hinter Ronnie O'Sullivan auf den Titelgewinn und war als haushoher Favorit in dieses Match gegangen. Doch während Selby ungewohnte Schwächen zeigte machte der ehemalige German Open Champion King das Optimale aus seinen Möglichkeiten.
Bis zum 5:5 war das Match zwischen Mark King und Mark Selby vollkommen offen. Dann aber ging King dank eines bärenstarken 73er-Breaks mit 6:5 in Führung; dabei musste er komplett ohne schwarz und pink auskommen. Auch die nächsten beiden Frames gingen an King. Zwar verkürzte Selby mit einem Top-Break von 108 noch einmal auf 7:8, doch mit einer 116 kam King bis auf einen Frame ans Achtelfinale heran. Frame 17 holte sich Selby auf die Farben, doch die gewohnte Sicherheit und Präzision ließ er noch immer vermissen. Im 18. Frame machte King mit einer coolen 71 den Coup perfekt.
Enges Match zwischen Junhui und Fu
Erst nach einem Krimi setzte sich Ding Junhui mit 10:9 im chinesischen Duell gegen Marco Fu durch. Ding drohte in dem Match erst davonzuziehen, als er unter anderem mit Breaks von 113, 87 und 99 Punkten auf 5:1 davonzog. Doch dann zauberte Fu und hatte bis zum Ende der ersten Session mit 78, 103 und 100 den Anschluss zum 4:5 geschafft.
Ein Kopf-an-Kopf-Rennen war es am Abend. Ding schaffte mit 114 ein zweites Century, aber kein Spieler hatte jemals mehr als einen Frame Vorsprung. Im Entscheidungsframe verschoss Marco Fu dann eine lange rote. Ding Junhui nutzte das Bild zu einer Serie von 76 Punkten und hatte damit Frame und Match in der Tasche.
Williams weiter im Aufwind
Mark Williams setzte seinen Aufwärtstrend mit einem 10:3 gegen Mark Davis fort. In der ersten Session hatte der zweifache Weltmeister wie in alten Zeiten gespielt und führte mit 8:1 schon sicher. In der zweiten Session zeigte sich dann, dass eine hohe Führung es schwierig macht, die notwendige Konzentration zu finden. Der Motor bei "The Welsh Potting Machine" stotterte und Mark Davis konnte mit zwei Framegewinnen noch einmal seine Fähigkeiten zeigen, aber den sicheren Sieg von Williams konnte er nicht mehr verhundern.
Gelassen kann Shaun Murphy in die zweite Session gehen. Die Nummer eins der Provisorischen Rangliste nutzte die Fehler von Dave Harold konsequent aus und führt nach den ersten neun Frames klar mit 7:2. Eine Energieleistung zeigte der an Depressionen erkrankte Ex-Weltmeister Graeme Dott, der sich erst im letzten Moment zur WM-Teilnahme entschlossen hatte. Dott bewies wieder einmal sein Kämpferherz und hat nach dem 4:5-Zwischenstand gegen Joe Perry noch alle Chancen.