Eurosport - So 22.Mrz. 12:20:00 2009
Der Österreicher Christian Hoffmann ist als erster Langläufer wegen eines nicht regelkonformen Verhältnisses von frisch gebildeten Blutzellen zum Hämoglobinwert mit einer 14-tägigen Schutzsperre belegt worden. Eine Dopingkontrolle bei dem Olympiasieger von 2002 hatte unregelmäßige Blutwerte ergeben.
Deshalb erteilte der Internationale Skiverband FIS vor dem Weltcup- Finale in Falun ein Startverbot von zwei Wochen. Die neue Regelung war zu Jahresbeginn in Kraft getreten und wurde nun erstmals angewendet. Der Weißrusse Sergej Dolidowitsch wurde wegen eines erhöhten Hämoglobinwertes mit einer fünftägigen Schutzsperre belegt.
Der Österreichische Skiverband (ÖSV) hat gegen die Sperre für Hoffmann jedoch Einspruch eingelegt, nachdem ein am Freitag durchgeführter Nachtest völlig andere Resultate als jener der FIS ergab. Der ÖSV führt den nicht regelkonformen Blutwert auf eine inkorrekt durchgeführte Messung zurück. Wenn das Verhältnis der frisch gebildeten Blutzellen (Retikulozyten) zum Hämoglobin von dem im Reglement festgelegten Normwert abweicht, kann dies ein Hinweis auf Blutmanipulation sein.
Teamarzt mit herber Kritik
Österreichs Langläufer und Biathleten hatten bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin für einen Dopingskandal gesorgt, in den Hoffmann allerdings nicht verwickelt war. Der 35-Jährige hatte 2002 Gold über 30 Kilometer gewonnen, nachdem Johann Mühlegg wegen Dopings disqualifiziert worden war. Vor zwei Wochen hatte Hoffmann beim Weltcup in Lahti als Dritter über 15 Kilometer seinen ersten Podestplatz in dieser Saison erreicht.
Laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA hat ÖSV-Teamarzt Ulrich Hägele in einer Stellungnahme das Testergebnis "für mehr als zweifelhaft und unzuverlässig" erklärt. Daher sei es "keinesfalls geeignet, eine Gesundheitssperre zu begründen". Nach Angaben von Hägele soll es Ungereimtheiten in der Testdurchführung und Auswertung gegeben haben. Der ÖSV beantragte daher bei der FIS die "umgehende Aufhebung der seitens der FIS verfügten vorsorglichen Maßnahme" sowie die Offenlegung von fünf Parametern, die Hägele als Voraussetzung einer korrekten Messung anführte.
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