Eurosport - So 23.Mrz. 00:41:00 2008
Während Ferrari beim Qualifying zum Großen Preis von Malaysia auf die Erfolgsspur zurückgekehrt ist und mit beiden Fahrern in der ersten Startreihe steht, gab es für die Silberpfeile einen herben Rückschlag: beide McLaren-Mercedes-Piloten wurden wegen Bummelns auf der Ideallinie strafversetzt.
WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton muss nun statt von Position vier aus der fünften Reihe von Rang neun ins Rennen am Sonntag (8:00 Uhr im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de) gehen. Sein Teamkollege Heikki Kovalainen startet vom achten Platz aus in das Rennen auf dem "Sepang International Circuit". BMW-Pilot Nick Heidfeld profitiert von der Strafe und rückt vom siebten auf den fünften Platz vor. Die Spitze des Feldes führen Pole-Mann Felipe Massa und Weltmeister Kimi Räikkönen an.
Zur Versetzung kam es, weil sich Heidfeld beschwert hatte, nicht das Optimum aus seiner schnellen Runde habe herausholen können. "Vor Kurve vier habe ich viel Zeit verloren, weil dort beide McLaren-Mercedes auf der Ideallinie rollten. Das hat mich sicher zwei Zehntelsekunden gekostet und das hätte Platz drei anstatt Platz sieben bedeutet", schimpfte der Mönchengladbacher, der ebenso wie Fernando Alonso aufgehalten worden war. Nach Anhörung aller Beteiligten entschieden sich die Rennkommissare zur Zurückstufung der Silberpfeile um jeweils fünf Plätze.
Das gleiche Schicksal ereilte schon Timo Glock vom Toyota-Team am vergangenen Wochenende in Melbourne. Der 26-Jährige sagte damals, wenn die Rennleitung diese Regel das ganze Jahr so anwenden würde, wäre die Entscheidung okay. Die Stewards zogen ihre Linie damit auch beim zweiten Lauf der Saison durch.
Heidfeld zum Slalom gezwungen
"Quick Nick" habe bei einer Geschwindigkeit von 289 Stundenkilometern im Slalom um die Silberpfeile fahren müssen, die rund 210 Stundenkilometer langsamer fuhren, um Sprit zu sparen. "Es waren einige Autos langsam unterwegs", meinte Heidfeld, fügte aber betont hinzu: "Die standen nicht im Weg."
Wie zu erwarten war, begrüßte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen die Kommissionsentscheidung: "Für mich geht das Urteil in Ordnung. Die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen Nick und den beiden langsamen Fahrzeugen betrug mehr als 200 km/h, so dass eine wirklich gefährliche Situation entstand."
McLaren akzeptierte das Urteil: "Wir fahren jetzt halt von weiter hinten los - wer weiß, wofür dies gut ist, vielleicht sind wir so am Ende der lachende Dritte, der profitiert, wenn zwei sich vor uns streiten", meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Pilot Hamilton ärgerte sich über sich selbst am meisten. "Um ehrlich zu sein, habe ich heute keinen perfekten Job gemacht", räumte der 23-Jährige ein, der jetzt das Feld von der Mitte aus aufrollen muss.
Maik Eckardt / Eurosport