Eurosport - So 23.Mrz. 00:03:00 2008
Der FC Bayern hat Bayer Leverkusen mit 2:1 bezwungen und den Vorsprung an der Tabellenspitze weiter ausgebaut. Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf dabei nicht wider, die Münchner waren über fast 90 Minuten das klar dominierende Team. Beide Tore für den FCB erzielte Superstar Luca Toni (17./59.).
Der Anschlusstreffer für die Werkself durch Dimitry Bulykin (83.) kam zu spät. An der Tabellenspitze liegt der Rekordmeister nun sieben Zähler vor dem Hamburger SV, der beim 1:1 in Wolfsburg Punkte ließ. Leverkusens Rückstand auf die Bayern wuchs gar auf neun Punkte. Die Skibbe-Elf könnte sogar noch auf Platz vier abrutschen, sollte Werder Bremen am Sonntag in Bielefeld einen Sieg einfahren.
1. Halbzeit:
Das Match vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena begann rasant. Die beiden UEFA-Cup-Viertelfinalisten stürmten von der ersten Minute an munter drauf los und zeigten dabei phasenweise hochklassigen Fußball. Eine Traumkombination der Hausherren über Franck Ribery und Miroslav Klose vollstreckte Toni mühelos und sorgte dabei für die nicht unverdiente Führung.
In der Folge baute Bayern die Feldüberlegenheit weiter aus, schnürte das Team von Coach Michael Skibbe in dessen Hälfte ein. Ze Roberto hätte in der 23. Minute das zweite Tor machen müssen, scheiterte aber an seiner Uneigennützigkeit - der Querpass allein vor Keeper Rene Adler landete beim Gegner. Auf der Gegenseite hatten die Münchner Glück, als eine abgefälschter Schuss von Bernd Schneider Torwart Oliver Kahn eher zufällig an die Fußspitze prallte und dadurch den Weg ins Tor nicht fand.
In Sachen Glanzparaden sollte sich jedoch nicht der Bayern-Schlussmann, sondern sein Gegenüber Adler hervortun. Fünf Minuten vor der Pause bewahrte der Youngster sein Team mit einem Klasse-Reflex gegen einen Kopfball von Klose vor dem 0:2.
2. Halbzeit:
In der Pause reagierte Gäste-Trainer Skibbe auf die fast schon erschreckende Harmlosigkeit seiner Offensivabteilung und ersetzte Sergej Barbarez und Theofanis Gekas durch Arturo Vidal und Paul Freier. Von Erfolg gekrönt war diese Maßnahme zu Beginn nicht, im Gegenteil: Leverkusen schien sich immer mehr dem eigenen Schicksal zu ergeben und ließ die Bayern spielen.
Nachdem Klose (50.) seine zweite hundertprozentige Torchance vergeben hatte, sollte es in der 59. Minute wieder Toni richten und per Kopf Adler zum zweiten Mal überwinden. In der Folge überboten sich der Italiener (66./72.) sowie der eingewechselte Lukas Podolski (78./79.) im Auslassen von Großchancen, sodass es am Ende noch einmal spannend wurde.
In der 83. Minute erzielte Dimitri Bulykin nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung wie aus dem Nichts den Anschlusstreffer für die Rheinländer. Spannung kam allerdings nicht mehr auf, das Tor des Russen war letztendlich aus Bayern-Sicht nur ein Ausrutscher.
Spieler des Spiels: Luca Toni
Dank seines Doppelpacks haben die Bayern nun anderthalb Hände an der Meisterschale. Der Stürmer übernahm zudem die alleinige Führung in der Torjägerwertung.
Manuel Schwarz / Eurosport