The Masters - Final-Debüt für Murphy & Robertson
Neil Robertson hat beim Masters in London den Siegeszug von Judd Trump gestoppt. Der Australier nutzte die Schwächen des 22-jährigen Himmelsstürmers und schlug ihn im Halbfinale mit 6:3. Im Finale trifft er auf Shaun Murphy, der mit einer großartigen Leistung Hohn Higgins mit 6:4 schlug.
Beide stehen zum ersten Mal im Endspiel des Masters.
Judd Trump knüpfte in der Vorschlussrunde im Alexandra Palace nicht an die zuvor gezeigten guten Leistungen an. Zu hoch war seine Fehlerquote und zu schwach seine Chancenverwertung. Zwar agierte auch Neil Robertson, der mit einer frischen Pomeranze spielen musste, nicht fehlerlos. Aber der Australier machte durchweg deutlich mehr Punkte aus seinen Chancen und war vor allem in den entscheidenden Momenten stabiler als sein Konkurrent.
In die Luft gereckte Faust
Der erste Frame war sehr stark von der Taktik geprägt, doch nach 35 Minuten ging Neil Robertson in Führung. Mit Breaks von 40 und 100 Punkten erhöhte der Australier auf 2:0, ehe Judd Trump mit einer 76 den Anschluss schaffte. Ein flüssig gespieltes Break von 89 Punkten verschaffte Robertson dann aber wieder ein Polster von zwei Frames. Eine Vorentscheidung fiel in Frame fünf, in dem Trump die Chance zum Anschluss hatte. Der UK Champion verschoss jedoch am Ende Blau, und Robertson räumte die restlichen drei Farben zum 4:1 ab und erhöhte anschließend gar auf 5:1. Seine erste Chance zum Sieg vergab der Australier jedoch in Frame sieben, so dass Trump auf 2:5 verkürzte.
Judd Trump kam sogar auf 3:5 heran. Im achten Frame versuchte er zunächst ein Maximum, und nachdem er einmal Pink spielen musste wollte er zumindest noch das höchste Break schaffen. Nach 95 Punkten war zwar Schluss, aber der Druck für Neil Robertson wurde größer. Nachdem Trump aber im neunten Frame eine einfache Blaue verschoss nutzte Robertson diese Chance zu einer 69; den Frameball feierte er dabei mit der in die Luft gereckten Faust. Judd Trump brauchte schon vier Snooker, schaffte aber nur einen, bevor Robertson auch die letzte Rote lochte und damit seinen Finaleinzug perfekt machte.
Elfmeter eiskalt verwandelt
Zwar baute John Higgins in seinem Halbfinale einige ungewohnte Fehler ein, doch es war vor allem das phantastische Lochspiel und die Nervenstärke, die Shaun Murphy verdient gewinnen ließen. Breaks von 122, 101, 100, 86, 79 und 55 Punkten spielte der Magier. Den Grundstein hatte Murphy zu Beginn gelegt, als er auf 2:0 davonzog. Im dritten Frame führte Higgins zwar schon mit 63:0, aber Murphy konterte mit einer 69er-Clearance zum 3:0. In der Folgezeit kam Higgins zwar wieder heran und ließ sich auch nicht mehr abschütteln, aber Murphy hielt dem Druck stand.
John Higgins hätte es aber durchaus auch in den Entscheidungsframe schaffen können. Zwar hatte Shaun Murphy im zehnten Frame eine 55 vorgelegt, doch nach einer riskanten langen Roten von Murphy, die nicht passte, bekam der Schotte noch eine Chance. Die schien er auch zu nutzen, doch nach 48 Punkten verschoss er Pink lang und ließ den Ball vor einer Ecktasche stehen. Murphy hatte keine Mühe, diesen Elfmeter zu verwandeln, und stand im Finale.
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