Bundesliga - Der Turm bricht weg: Wie reagiert Bayern?
So 22.Jan. 09:18:00 2012
Daniel van Buyten wird den Münchnern lange fehlen. Das Transferfenster ist noch bis zum 31. Januar geöffnet. Die Ansprüche in diesem Jahr sind enorm hoch und erfordern sämtliche Kräfte. Möglich, dass die Bosse jetzt einen neuen Verteidiger holen.
Weitere Links
- Nachbericht: Kritik an Neuer
- Slideshow: Die Bilder des Spiels
- Die Tabelle: An der Spitze wird es eng
- Schweinsteiger: "Müssen was tun"
- FC Bayern 2012: Triple oder Trauer?
- Torjäger: Reus pirscht sich heran
- Bayern-Schock: van Buyten lange raus
Video:Herrmann: "Haben Chancen genutzt"- Folge dem Autor auf twitter: @DanielRathjen
Von Daniel Rathjen (twitter: @DanielRathjen)
Der große Schmerz zog sich bis in den Samstagnachmittag hinein und hält noch an.
Als Bayern-Innenverteidiger Daniel van Buyten auf Krücken aus der Praxis von Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in der Münchner Innenstadt humpelte, wurde es ihm und den Bossen nochmals bewusst.
Die Röntgen-Untersuchung belegte den Mittelfußbruch - der Abwehrchef wird dem Rekordmeister bis zu acht Wochen fehlen, auch wenn der Arzt diese Prognose noch nicht seriös voraussagen wollte. Genaueres ließe sich erst nach der Operation bestimmen.
Van Buyten, der in dieser Saison in 21 Pflichtspielen zum Einsatz gekommen war, hatte sich beim Rückrundenauftakt in einem Zweikampf mit dem Noch-Gladbacher Marco Reus unglücklich verletzt und musste in der 76. Minute ausgewechselt werden.
Danach drängte sich - in diesem für den FC Bayern enorm wichtigen Jahr, in dem das Triple greifbar ist - umgehend eine Frage auf: Wie wird dieser Ausfall kompensiert? Mit dem vorhandenen Spielermaterial? Mit einer Neuverpflichtung? Das Transferfenster ist schließlich noch bis zum 31. Januar geöffnet.
Am wahrscheinlichsten ist die erste Variante. Das bekräftigt auch Sportdirektor Christian Nerlinger: "Wir haben mit Jerome Boateng einen Spieler, der in erster Linie für diese Position verpflichtet worden ist. Außerdem können Luiz Gustavo und Anatoli Timoschtschuk die Position spielen. Ich gehe nicht von Transfers aus."
Gustavo und "Timo" nicht optimal
Allen ist jedoch auch klar, dass das keine Optimallösungen sind. Gustavo und "Timo" fühlen sich in erster Linie als defensive Mittelfeldspieler und würden nur ungerne in die Abwehr rücken. Kaum vorstellbar, dass das ohne Unruhe ablaufen würde. Und unnötigen Wirbel wollen die Bayern unbedingt vermeiden. Problem-Brasilianer Breno ist nach seinen jüngsten Verfehlungen erst mal kein Thema.
In Kürze stehen wichtige Partien an, im Pokal wartet der VfB Stuttgart (8. Februar), in der Champions League United-Bezwinger FC Basel (22. Februar). Zudem wird es zunehmend eng im Kampf an der Bundesliga-Spitze.
Der Van-Buyten-Ausfall durchkreuzt die Pläne von Trainer Jupp Heynckes, der sich gerade erst auf Boateng als rechten Verteidiger festgelegt hatte, denn Rafinha soll - nach Informationen von eurosport.yahoo.de - nicht mehr das volle Vertrauen des Altmeisters besitzen.
Auch für van Buyten selbst ist die Verletzung bitter, hatte er doch in dieser Saison zu alter Stärke zurückgefunden.
Wer wird die "Bombe"?
Er war Stammspieler mit vier Treffern auf dem Konto. Beste Argumente für eine Verlängerung seines am Saisonende auslaufenden Vertrags. Nun ist seine Zukunft wieder ein Stück weit unsicherer. Zuletzt hieß es, der 33-Jährige habe mehrere Angebote vorliegen.
Vielleicht ziehen die Bayern nun einen großen Transfer vor, der unter normalen Umständen erst im Sommer über die Bühne gegangen wäre. Präsident Uli Hoeneß hatte vor kurzem sich schon klar zu diesem Thema geäußert und einen "neuen Innenverteidiger und eine Bombe für den Sturm" gefordert.
Erschwerend kommt aktuell jedoch hinzu, dass der Transfermarkt im Winter sehr viel schwieriger ist. Innenverteidiger von Weltklasseformat sind kaum erschwinglich, geschweige denn wechselbereit.
Gerüchte um Gladbachs Dante (Heynckes hat sich bereits als sein Fan geoutet) sind kaum ernst zu nehmen, weil ihn die Borussia garantiert nicht abgeben würde und sich das aufgrund der 17-Millionen-Ablöse für Marco Reus auch leisten kann.
Fakt ist: Schon zu Beginn des Jahres steckt der FC Bayern in leichten Schwierigkeiten. Die Lösung lässt noch auf sich warten.
Video: Herrmann: "Haben Chancen genutzt"
ITV 'Gladbach spieler 1
TV-Tipp:
Der African Cup of Nations - vom 21. Januar bis 12. Februar. Eurosport und Eurosport2 zeigen alle 32 Spiele live und berichten ausführlich aus Äquatorialguinea und Gabun. Mehr als 200 Stunden Berichterstattung lassen für Fußballfans keine Wünsche offen.
Eurosport
Bemerkung
Kommentarfunktion ist für diesen Artikel nicht verfügbar.