2010: Die Absteiger und Aufsteiger
Aufgehende Sterne, verglühende Sterne - grandiose Erfolge, bittere Niederlagen. Im Eurosport-Adventskalender präsentieren wir Ihnen heute die zehn Aufsteiger und zehn Absteiger des Sport-Jahres 2010.
DIE AUFSTEIGER
Viktoria Rebensburg: Gold im Riesenslalom - die Tegernseerin sorgte bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver für eine Sensation. Und auch in diesem Winter lässt die 21-Jährige es krachen, fährt Top-Ergebnisse in Serie ein. Rebensburg hat den Durchbruch geschafft und der Deutsche Skiverband hat seit diesem Jahr eine Topfahrerin mehr.
Füchse Berlin: Ein einziges Tor fehlte den Hauptstädtern am Ende der Bundesliga-Saison 2009/2010 zur erstmaligen Teilnahme am Handball-Europapokal. Doch die bittere Pille weckte den Kampfgeist der Berliner erst so richtig: Mit sieben Siegen in Serie starteten die Füchse in die neue Saison und schlossen die Vorrunde auf einem sensationellen zweiten Platz ab - noch vor Serienmeister THW Kiel.
Sebastian Vettel: Was für ein Showdown: In der “Wüste von Abu Dhabi” behielt der Heppenheimer im letzten Grand Prix einen kühlen Kopf, überholte Fernando Alonso und Mark Webber in der Gesamtwertung und kürte sich mit dem fünften Saisonsieg zum jüngsten Formel-1-Weltmeister aller Zeiten. Ganze vier Pünktchen trennten den 23-Jährigen am Ende von Alonso, der sich mit dem Titel des Vize-Champions begnügen musste.
Caroline Wozniacki: Am 11. Oktober war es soweit: Dänemark hatte erstmals in seiner Geschichte eine Nummer eins im Tennis. Die 20-jährige Wozniacki kletterte mit konstant starken Leistungen und den Turniersiegen von Ponte Vedra Beach, Kopenhagen, Montréal, New Haven, Tokio und Peking auf den Thron. In der kommenden Saison will der bekennende “Harry-Potter-Fan“ die dänischen Fans dann mit dem ersten Grand-Slam-Titel verzaubern.
Christian Reif: Nach 8,47 Meter landete der Weitspringer aus Speyer in der Sandgrube von Barcelona und sicherte sich damit den Europameister-Titel. Es war seine persönliche Bestleistung und der mit Abstand größte Erfolg für den 26-Jährigen, der außerdem 2007 und 2010 deutscher Meister wurde.
Thomas Müller: Am 15. August 2008 debütierte der Angreifer beim FC Bayern München in der Bundesliga, schon knapp zwei Jahre später ist Müller Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger, Champions-League-Finalist und WM-Torschützenkönig in Südafrika. Ein Aufstieg wie aus dem Märchenbuch, den der 21-jährige Fußball-Profi vom Ammersee da hinlegte. Der Lohn: Der deutsche Rekordmeister FC Bayern gab dem Jungstar einen Vertrag bis 2015.
Martin Kaymer: 277 Schläge zum Glück: Als zweiter deutscher Golfer nach Bernhard Langer (Masters-Sieger 1985 und 1993) gewann der gebürtige Düsseldorfer ein Major-Turnier. Bei der PGA Championship in Kohler, Wisconsin (USA) setzte sich der 26-Jährige sensationell durch. Am Ende der Saison gewann Kaymer das “Race to Dubai“ und wurde zu Europas Golfer des Jahres gewählt.
Tobias Kamke: Der 24-Jährige hat in dieser Saison Erstaunliches zu Wege gebracht: Zu Jahresbeginn noch in den Untiefen der Weltrangliste an Position 254 notiert, durchbrach Kamke am 2. August erstmals in seiner Karriere die Top 100 der Tennis-Weltrangliste und kletterte auf Platz 85. Am höchsten stand die "Kamke-Aktie" dann am 22. November mit Rang 66. Ein Aufstieg, der auch den Kollegen nicht verborgen blieb – und so wählten sie den Lübecker zum "Newcomer des Jahres".
Felix Loch: Rodeln ist eine deutsche Domäne, die Frauen feierten in diesem Jahr den 100. Weltcup-Sieg in Serie. Etwas ruhiger ging es bei den Männern zu, nachdem Rodel-Legende Georg Hackl seine Karriere 2006 beendete. Doch mit Loch ist nun ein Nachfolger gefunden. Der Sonneberger raste bei den Olympischen Winterspielen von Vancouver im Einsitzer zu Gold und führt damit die Tradition fort.
Christoph Lemaitre: Es war sein Jahr. Der Sprinter aus der Olympia-Kandidatenstadt Annecy räumte ab, und das nicht zu knapp. Gold über 100 Meter, über 200 Meter und in der 4 x 100 Meter-Staffel bei den Leichtathletik-Europameisterschaften von Barcelona machten Lemaitre zum Star. Nebenbei lief der 20-Jährige am 29. August im italienischen Rieti in 9,97 Sekunden als erster Weißer die 100 Meter unter zehn Sekunden.
DIE ABSTEIGER
Alberto Contador: Tour-Sieg und Trauma. Der spanische Radstar holte sich zunächst im Juli den zweiten Erfolg bei der Tour de France in Folge, doch schon am 30. September wurde der Madrider gesperrt. In einer Probe vom 21. Juli wurde das auf der Dopingliste stehende Asthma-Mittel Clenbuterol nachgewiesen, sowohl in der A- als auch in der B-Probe.
Hertha BSC: Es ist noch gar nicht so lange her, da spielte die “Alte Dame“ um den Titel mit. 2008/2009 war das, am Ende landeten die Herthaner auf einem starken vierten Platz. Nur ein Jahr später folgte der Sturz ins Bodenlose, oder anders ausgedrückt: in die Zweitklassigkeit. Mit nur fünf Siegen und 20 Niederlagen aus 34 Saisonspielen war Berlin nicht mehr zu retten.
Haile Gebrselassie : Der äthiopische Wunderläufer musste in diesem Jahr erkennen: Irgendwann gibt es selbst für ihn eine Grenze. Der Marathon-Weltrekordler wollte die 42,195 Kilometer als erster Mensch unter zwei Stunden laufen. Nachdem er aber im November den New-York-Marathon nicht beenden konnte, beendete Gebrselassie seine Karriere - doch nur wenige Tage später revidierte er diese Entscheidung.
Thomas Muster: Eigentlich hatte der Österreicher seine Profi-Karriere 1999 beendet. Doch im Juni dieses Jahres wollte es der French-Open-Sieger von 1995 noch einmal wissen und kehrte zurück. Doch bei acht Starts gelang dem inzwischen 43-Jährigen nur ein Sieg, eine magere Bilanz für den Spätberufenen.
Frankreich: Ein Jahr zum vergessen für die "Equipe Tricolore": Zunächst machten die französischen Kicker durch ein Handspiel von Thierry Henry im Playoff gegen Irland die WM-Qualifikation perfekt, dann belegte das Team von Coach Raymond Domenech mit nur einem Punkt und einem Tor den letzten Platz in der Vorrundengruppe A. Doch damit nicht genug: Stürmer Nicolas Anelka beleidigte den Coach wüst, woraufhin der Nationalspieler vom französischen Verband von der WM ausgeschlossen wurde. Danach streikten die übrigen Spieler und verweigerten das Training. In der Heimat hatte die Posse ein mehrmonatiges Nachspiel, der Ruf des Teams ist gänzlich ruiniert.
Michael Schumacher: 2006 drehte der siebenfache Weltmeister bei Ferrari seine vorerst letzten Runden als Formel-1-Pilot. Doch Schumi zog es zurück ins Cockpit, 2010 folgte das Comeback bei Mercedes. Die Saison verlief allerdings ernüchternd: 72 Punkte, nur Platz neun in der Fahrerwertung und auch das teaminterne Duell mit Nico Rosberg, der fast doppelt so viele WM-Zähler (142) sammelte, ging klar verloren.
Handball-Nationalteams: Im Januar sorgte die von Heiner Brand trainierte Männer-Nationalmannschaft für einen historischen Tiefpunkt. Bei der EM in Österreich reichte es nach nur einem Sieg aus sechs Partien nur für Rang zehn - eine schlechtere EM-Platzierung gab es für die DHB-Auswahl noch nie. Im Dezember zogen dann die Frauen nach: Die von Rainer Osmann trainierte Mannschaft wurde bei der EM in Norwegen in der Vorrunden-Gruppe C Letzter. Das bedeutete Platz 13 bei 16 Teams – die anvisierte Medaillenmission geriet zur Blamage.
Arthur Abraham: Bis zum 26. März dieses Jahres hatte “König Arthur“ eine makellose Profi-Karriere hingelegt. 31 Kämpfe, 31 Siege, zehn erfolgreiche WM-Titelverteidigungen als Mittelgewichts-Champ. Doch 2010 gab es für den aus Armenien stammenden Boxer nichts zu ernten. Eine Klasse höher kassierte Abraham beim Super-Six-Turnier der Supermittelgewichtler zwei Niederlagen gegen Andre Dirrell und Carl Forch. Trainer Uli Wegener kritisierte den 29-Jährigen danach hart, nannte ihn "feige" und "überheblich".
Curling-Frauen: Die deutschen Curlerinnen fuhren als Titelverteidiger zur Europameisterschaft nach Champéry in der Schweiz. Doch nach fünf Niederlagen aus neun Partien war schon nach der Vorrunde Endstation für die Mannschaft um Skip Andrea Schöpp.



Kommentare 1 - 7 of 7
Also ich glaube, die Curling Frauen wurden dieses Jahr Weltmeister. Auch wenn sich der Olli-Kahn-Verschnitt ansonsten nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, ist das doch schonmal nicht ganz so schlecht, würde ich meinen.
Wo ist Timo Boll? Weltklasse ist er schon seit Jahren, aber in 2010 hat er die Punkte für den Wiederaufstieg (zuletzt 2003) zum Weltranglistenersten gesammelt.
Ein Aufsteiger des Jahres wurde hier wohl unterschlagen. Und das ist ganz klar der BVB mit Jürgen Klopp. Wie diese junge Mannschaft in dieser Saison mit dem Rest der Liga spielt ist einfach klasse. Danke nach Dortmund und natürlich auch nach Mainz und Hannover, die uns gezeigt haben das guter Fußball nichts mit satten millionenschweren Profis zu tun hat.
@Ruediger: 'Tschuldigung, aber Bayern hat das Double geholt und stand im CL-Finale. Das willst du auf eine Stufe mit mit dem Tabellen-letzten Hertha BSC stellen? Du bist echt krank.
Aber unter den Aufsteigern fehlt die Eishockey-NM. Sportlich nicht mal für die WM qualifiziert, als Gastgeber aber gesetzt und dann bis ins Halbfinale gekommen und gegen die Russen wirklich gut gut gespielt. Dazu kommt noch die Rekordkulisse beim Eröffnungsspiel gegen die USA.
An Kom. 2
Ja genau,Absteiger des Jahres,die FDP
H.Westerwelle macht Urlaub,sollte aufpassen,daß er nicht auch noch von
den Möven gepickt wird,oder ?
Arminia hat sich dieses Jahr ebenfalls alles andere als mit Ruhm bekleckert... die Trainerverpflichtung(Ewald Lienen) war das einzig positive/ vernünftige!
Wenn fast alle Aufsteiger des Jahres aus Deutschland kommen, kann ja für 2011 kaum noch was schief gehen ;)
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