Sölden - Rebensburg: "Das macht es so speziell"
Fr 21.Okt. 12:28:00 2011
364 Tage nach ihrem ersten Weltcup-Sieg kehrt Viktoria Rebensburg an den Ort ihres Erfolges zurück. Beim Saisonauftakt (Samstag, live im Ticker ab 9:30 Uhr) am Rettenbachferner oberhalb von Sölden will die Gesamtsiegerin des Riesenslalom-Weltcups nahtlos ans starke Vorjahr anknüpfen.
Von Felix Mattis
"Wenn es beim ersten Rennen gleich läuft, dann kann man viel Selbstvertrauen mit in die Saison nehmen. Es ist natürlich mein Ziel, gleich vorn mit dabei zu sein", so die 22-Jährige. Aber auch wenn nicht gleich alles klappt, wird Rebensburg nicht nervös. "Sölden ist ja sehr, sehr früh. Wenn es dort noch nicht läuft, dann habe ich vier Wochen Zeit bis zum nächsten Rennen. Das ist ein sehr langer Zeitraum, um sich zu verbessern."
Die Olympiasiegerin weiß, dass die Leistungen des Vorjahres keine Versicherung für den kommenden Winter sind. "Es geht wieder von null los, man muss von Anfang an alles geben." Doch sie habe im Sommer in Neuseeland und Chile gut trainiert, und sei bereit für die neue Saison.
Lust auf Geschwindigkeit
Im Fokus steht bei der Tegernseerin auch in diesem Winter zunächst ihre Parade-Disziplin: "Im Riesenslalom möchte ich die Kugel verteidigen", formuliert Rebensburg ihre Zielsetzung, deutet dann aber an, auch über den Tellerrand hinausblicken zu wollen. "Ich möchte jetzt auch in den Speed-Disziplinen nach vorne kommen. Ich hatte in den letzten Jahren ja schon eine gute Konstanz."
Auf Grund der vielen Verletzungen im Damen-Team des DSV wird die 22-Jährige zunehmend Verantwortung tragen müssen - und das immer mit den schweren Stürzen der Kolleginnen vor dem inneren Auge. Doch davon lässt sich Rebensburg nicht irritieren. "Natürlich war das für uns alle erstmal ein Schock. Aber letztendlich gehört es, so hart das klingt, zu diesem Sport dazu. Man muss einfach versuchen, sich auf sich selbst zu konzentrieren und weiter ans Limit zu gehen."
Dieselben Gegner wie zuletzt?
Als Konkurrentinnen für den Gletscher-Riesenslalom und auch den Rest der Weltcup-Saison im Kampf um die kleine Riesenslalom-Kristallkugel fallen Rebensburg zunächst die Gegnerinnen der Vorsaison ein. Zum Beispiel die auf den Tag genau gleichaltrige Tessa Worley aus Frankreich.
"Wir haben uns ja in der vergangenen Saison schon duelliert. Aber auch die Italienerin Federica Brignone hat am Schluss einen sehr starken Eindruck gemacht." Außerdem müsse man arrivierte Fahrerinnen wie "Tina Maze oder Tanja Poutiainen immer auf der Rechnung haben".
Um eine ernstzunehmende Prognose wagen zu können, will aber auch Rebensburg die ersten Saisonrennen abwarten. "Man weiß nie, wie jeder über den Sommer kommt", erklärt die Deutsche. "Vielleicht macht auch jemand einen brutalen Sprung. Man kann schon so ein bisschen erahnen, wie die anderen drauf sind, wenn man sie sieht. Aber letztendlich weiß man es erst im Ziel in Sölden. Das macht es gerade dort so speziell."
Viktoria Rebensburg im Interview
TV-Tipp:
Es geht wieder los: Die alpinen Skifahrer beginnen den Winter traditionell in Sölden. Den Riesenslalom der Damen (Samstag, 22. Oktober ab 09:30 Uhr) und den Riesenslalom der Herren (Sonntag, 23. Oktober ab 09:30 Uhr) erleben Sie LIVE bei Eurosport.
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