Hannover (dpa) - Eher amüsiert hat Bundestrainer Otto Becker auf Paul Schockemöhles Forderung reagiert, durch Personalabbau beim Reitverband FN Geld für Spitzenpferde zu sparen.
«Ich würde mich freuen, wenn ich Paul als Besitzer eines Pferdes für die Nationalmannschaft begrüßen könnte», sagte der Coach der Springreiter. Grundsätzlich sei er wie Schockemöhle der Meinung, dass zu viele deutsche Pferde ins Ausland verkauft werden. Er hält aber wenig davon, das Thema mit Entlassungen zu verknüpfen. Becker hat bis vor drei Jahren für Schockemöhle gearbeitet, der zu Europas größten Pferdehändlern gehört.
«Wir haben schon seit längerer Zeit darauf hingewiesen, dass wir zu wenig Spitzenpferde haben», sagte Becker. «Am Mangel an talentierten Reitern liegt es nicht», dass die deutschen Springreiter in den zurückliegenden Jahren ihre einstige Vormachtstellung eingebüßt haben. «Es wäre schön, wenn Paul sich da einbringen würde», sagte Becker.
Schockemöhle hatte am Vortag mit seiner Forderung für Furore gesorgt. Er hatte von der FN verlangt, Personal abzubauen, um mit dem eingesparten Geld Beteiligungen an Toppferden zu kaufen. FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach hatte mit süffisantem Ton gekontert: «Selbst eine Massenentlassung bei der FN würde nicht für ein halbes Olympiapferd bei Herrn Schockemöhle reichen.»


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