Eurosport - Mo 21.Jul. 08:29:00 2008
Die deutschen Männer haben in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele im vierten Länderspiel ihren zweiten Erfolg gefeiert. Der Weltmeister besiegte in Stuttgart Rekord-Europameister Schweden mit 29:22 (14:8) und revanchierte sich eindrucksvoll für die 25:27-Niederlage am Vortag in Mannheim.
Zuvor hatten die deutschen Frauen mit 27:24 (15:13) gegen Schweden gewonnen. Drei Wochen vor Beginn der olympischen Handball-Turniere absolvierten die beiden deutschen Auswahl-Mannschaften die ersten Härtetests für ihre 15-köpfigen Olympia-Formationen mit durchwachsenen Leistungen.
Während in Mannheim zahlreiche Stockfehler die Spiele prägten, waren die Auftritte sowohl der Männer als auch der Frauen in Stuttgart ansprechend. Vor 6.200 Zuschauern in der ausverkauften Porsche Arena waren Holger Glandorf (Nordhorn), Michael Kraus und Florian Kehrmann (beide Lemgo/je 5) beim Team von Weltmeister-Trainer Heiner Brand und Grit Jurack (Viborg/8/2) in der Mannschaft von Frauen-Coach Emrich beste Werfer.
"Habe auch positive Dinge gesehen"
"Wir sind noch weit weg von dem Punkt, wo wir hin wollen. Die Schwankungen waren zu groß, die Aussetzer zu häufig", monierte Bundestrainer Heiner Brand. Beim Comeback des 38-jährigen Routiniers Christian Schwarzer (Rhein-Neckar Löwen), der bei seinen ersten beiden Länderspielen nach 17-monatiger Abwesenheit mit Einsatz und Team-Führung überzeugte, fand der Bundestrainer aber auch Lob. "Ich habe auch positive Dinge gesehen", sagte der 55-Jährige. Dazu zählte er die Spielführung von Neuling Oliver Köhrmann (Großwallstadt) und die Treffsicherheit von Lars Kaufmann (Lemgo).
Brands Kollege Emrich attestierte seinen Frauen eine Verbesserung. "Wir sind zwar noch nicht in der Form für das olympische Turnier und müssen noch unseren Rhythmus finden. Aber wir haben ansteigende Form bewiesen", urteilte er. Emrich hob gute Ballpassagen hervor, bemängelte aber auch die Abschlussschwäche vor dem gegnerischen Tor. "Uns fehlt noch der Feinschliff", sagte Welthandballerin Nadine Krause (Kopenhagen). "Wir haben noch ein paar Baustellen", pflichtete Kreisläuferin Anja Althaus (Viborg) bei.
Am kommenden Wochenende messen sich die Männer in Köln und Halle/Westfalen mit Russland, die Frauen spielen an gleicher Stelle gegen Afrikameister Angola.
Männer: Stenogramm Deutschland-Schweden 29:22 (14:8)
Deutschland: Fritz (Rhein-Neckar Löwen), Bitter (HSV Hamburg) - Roggisch (Rhein-Neckar Löwen), Klein (THW Kiel) 2, Köhrmann (TV Großwallstadt) 1, Glandorf (HSG Nordhorn) 5, Zeitz (THW Kiel) 1, Jansen (HSV Hamburg) 1, Klimovets (Rhein-Neckar Löwen) 3, Kraus (TBV Lemgo) 5, Kehrmann (TBV Lemgo) 5, Kaufmann (TBV Lemgo) 4, Haaß (GWD Minden), Schwarzer (Rhein-Neckar Löwen) 2
Schweden: Beutler, Sandström - Gustafsson, Petersen 2, Andersson 3, Lundström 3/1, Seifert, Lennartsson 3/1, Doder 2, Arrhenius 3, Larsson 1, Carlen 4, Karlsson 1, Meijer
Schiedsrichter: Gjeding/Hansen (Dänemark) / Strafminuten: 2:2
Frauen: Stenogramm Deutschland-Schweden 27:24 (15:13)
Deutschland: Englert, Schülke, Woltering; Härdter (3), Jurack (8/3), Wörz, Müller (3), Steinbach (2), Loerper (2), Hering, Krause (3/1), Neukamp (2), Baumbach (1), Melbeck (1), Althaus (2)
Schweden: Bengtsson, Grundström; Flognman (2), Boson (5), Holmgren (1), Islas Helgesson (3), Wiel Fredén (3), Gulldén, Toveby, Utkovic (1), Enström, Skogsberg, Eriksson (2), Ahlm (3/1), Torstenson (4), Wiberg
Schiedsrichter: Krstic/Lubic (Slowenien) / Strafzeiten: 4:6
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