Eurosport - Sa 21.Jul. 20:20:00 2007
Der Spanier Sergio Garcia steht vor dem ersten Grand-Slam-Sieg seiner Karriere. Bei der 136. British Open im schottischen Carnoustie verteidigte der 27-Jährige mit 204 Schlägen (65+71+68) auf dem Par-71-Dünenkurs seine Führung vom Vortag.
"Eine Nacht noch Ruhe bewahren und cool bleiben. Ich fühle mich super, hatte alles unter Kontrolle", meinte Garcia nach dem letzten Putt des Tages und einer fehlerfreien 68er-Runde. Mit dem taktisch und strategisch gut abgestimmten Spiel auf dem fast 7 Kilometer langen Platz baute der Weltranglisten-13. die Spitzenposition vor den Verfolger Steve Stricker (207/USA) sogar auf drei Schläge aus.
Auch das Rudel der Verfolger mit seinem Flight-Partner K.J. Choi (Südkorea), 2002-Open-Sieger Ernie Els (Südafrika) sowie den irischen Ryder-Cup-Stars Padraig Harrington, Paul McGinley und den Amerikanern Stuart Cink und Chris DikMarco (alle 210) rechnen sich auch noch beste Chancen auf den prestigeträchtigsten Titel aus. Dabei hatte DiMarco von Rang 20 aus den größten Sprung gemacht.
Top-Favorit Woods zeigte sich bei dem mit 6,24 Millionen Euro dotierten Major von seinem rabenschwarzen Freitag zwar gut erholt. Aber die geplante Aufholjagd des Branchenführers aus Kalifornien blieb aus. Ganz in Schwarz und wieder mit dicken Handschuhen gegen die maximal 12 Grad Celsius Lufttemperatur "bewaffnet", reichte die 69er Runde nicht, um den Abstand auf den in Orange-Rot gekleideten Garcia um weniger als acht Schläge zu verkürzen.
"Es war eine Mixtur aus brillanten und frustrierenden Schlägen. Ich habe solche Rückstände schon meistern können. Zumindest habe ich mir eine Chance bewahrt", machte sich Woods Mut für das Finale. Vielleicht hatte er den 2006-Triumph in Liverpool im Hinterkopf, als der Tiger mit Garcia auf die Schlussrunde gegangen war und mit einer defensiv ausgerichteten Strategie den Spanier auf Platz fünf schachmatt setzte.
Woods hatte bei seinen bisher drei British-Open-Siegen 2000, 2005 und 2006 sowie acht weiteren Major-Titeln immer in Führung gelegen, aber immer dann bei den restlichen 36 verloren, wenn er zur Jagd auf die Spitze blasen musste. Mit zwei Bogeys (je ein Schlag über Lochstandard) und vier Birdies konnte Woods gerade noch den geteilten 15. Rang halten, während Garcia konzentriert seine Chance suchte.
Das Birdie gleich am ersten Grün verschaffte Garcia, der als 19- jähriger Amateur auf dem selben Platz seine größte Schmach mit einer 89er- und 83-Runde bei der British Open 1999 erlitten hatte, größtes Selbstvertrauen. Das zweite Birdie folgte zwar erst am 11. Grün, aber auch die Konkurrenz patzte.
Zu allem Überfluss hatte Woods auch noch am 6. Grün mit einem Querschläger eine Zuschauerin verletzt. Der Ball traf die 60-Jährige am Kopf. "Es war furchtbar mit anzusehen", sagte Woods. Er habe das schon erlebt und mit einem schlechten Gefühl im Magen weiter spielen müssen. Der 31 Jahre alte Superstar entschuldigte sich und schenkte der Dame, die ärztlich behandelt wurde, seinen linken Golfhandschuh.
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