Eurosport - So 21.Jun. 21:25:00 2009
Jubel bei Norman Müller, doch Michael Schrader führt die Zehnkämpfer auch nach der letzten Qualifikation unangefochten als bester Deutscher zur WM nach Berlin. Müller wurde in Ratingen mit 8295 Punkten Zweiter beim Sieg des Kubaners Yordani Garcia (8348).
Auch Pascal Behrenbruch (Frankfurt/Main) hat trotz seiner Aufgabe dank der 8374 Punkte von Götzis die Fahrkarte nach Berlin sicher. Schrader hatte in Götzis vor drei Wochen mit 8522 Punkten gewonnen und sich in Ratingen mit Blick auf die Weltmeisterschaften (15. bis 23. August) geschont.
Bei den Siebenkämpferinnen gewann Jennifer Oeser aus Leverkusen mit persönlicher Bestleistung (6442 Punkte). Auch die drittplatzierte Lilli Schwarzkopf (Paderborn/6355) und Julia Mächtig (6074) aus Neubrandenburg haben sich für die Weltmeisterschaft in Berlin (15. bis 23. August) qualifiziert.
"Knoten noch nicht geplatzt"
Müller erzielte zwar ebenfalls persönliche Bestleistung, war jedoch nicht vollkommen zufrieden. "Alle Leistungen waren oberes Top-Niveau. Aber es platzt noch nicht endgültig der Knoten", sagte der 23-Jährige. Mit einem starken Wurf im letzten Speerwurf-Versuch hätte er dem kubanischen Sieger kurz vor Schluss noch gefährlich werden können, übertrat allerdings knapp. Der 20 Jahre alte Garcia war wegen Visa-Problemen erst am späten Freitagabend gelandet.
Enttäuschend verlief der Wettkampf hingegen für den Frankfurter Behrenbruch. Der EM-Fünfte von 2006 zeigte schwache Leistungen im Weitsprung (6,78 Meter) und Hochsprung (1,90 Meter). Beim Stabhochsprung (4,00 Meter) blieb er sogar 70 Zentimeter unter seiner persönlichen Bestmarke und trat zum 1500-Meter-Lauf nicht mehr an.
Riesenfreude bei Oeser
Ausgepumpt lag die Siegerin von Ratingen nach dem abschließenden 800-Meter-Lauf auf der roten Bahn. Jennifer Oeser hatte die Angriffe der zweitplatzierten Russin Tatjana Tschernowa (6386) erfolgreich abgewehrt und brauchte einige Momente, um sich über die deutsche Jahresbestleistung im Siebenkampf freuen zu können. "Ich wollte als beste Deutsche nach Berlin fahren. Das gibt mir jede Menge Selbstbewusstsein", sagte die 25 Jahre alte Olympia-Elfte.
Die überragende Oeser glänzte besonders im Weitsprung mit 6,50 Metern. Einzig die schwache Leistung im Speerwurf wäre ihr beinahe zum Verhängnis geworden. Sie verpasste mit 42,12 Metern ihre Bestleistung um mehr als sechs Meter und verlor rund 250 Punkte auf Schwarzkopf, die mit 55,25 Metern persönliche Bestleistung warf. "Das ist eine Menge Holz. Im vergangenen Jahr habe ich 46 bis 47 Meter geworfen", sagte Oeser. Auch die viertplatzierte Mächtig hatte etwas an ihrem Wettkampf auszusetzen: "Ich habe das WM-Ticket, aber eigentlich bin ich überhaupt nicht zufrieden. Ab dem Hochsprung hat es in keiner Disziplin mehr geklappt", erklärte die 23-Jährige.
"Richtung Medaille schauen"
Deshalb sieht Disziplin-Trainer Klaus Baarck bei allen drei WM-Starterin noch Reserven für Berlin. "Ich hoffe, dass sie dort mit dem Publikum im Rücken 6500 Punkte machen können und Richtung Medaille schauen können."
Dann wird Sonja Kesselschläger ihre Kontrahentinnen von der Tribüne anfeuern. Die 31 Jahre alte Olympia-Sechste von 2004 erreichte mit 6010 Punkten in Ratingen nur den sechsten Platz und verpasste die Teilnahme an der WM. "Es freut mich aber, dass Julia es geschafft hat. Das ist mein Trost", sagte Kesselschläger über ihre Teamkollegin Mächtig.
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