Eurosport - Do 21.Jun. 14:40:00 2007
Serie A - Neuer Skandal im krisengeschüttelten italienischen Fußball: Den Mailänder Topclubs Inter und AC droht möglicherweise der Zwangsabstieg. Grund sind Vorwürfe der Bilanzmanipulation, durch die sich die Vereine die Lizenz erschlichen haben sollen - die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits.
Eine Anklage soll in Kürze erhoben werden - käme es zu einer Verurteilung, sind als Strafen neben hohen Geldbußen auch Punktabzüge, die Aberkennung von Inters Meistertitel 2006 und sogar der Zwangsabstieg möglich.
Beide Mannschaften haben die Anschuldigungen inzwischen vehement zurück gewiesen. Milans Vize-Präsident Adriano Galliani betonte, die Bilanzen des Champions-League-Siegers seien "absolut korrekt", Inter-Präsident Massimo Moratti nannte die Behauptungen "absurd".
Der konkrete Vorwurf lautet nach Berichten der "Gazzetta dello Sport", die Vereine hätten bei Spieler-Transfers absichtlich weit überhöhte Summen verbucht und damit Löcher in den Bilanzen gestopft. Als Beispiel wird der Fall von Matteo Giordano genannt: Dieser wurde von Inter im Sommer 2003 für 3 Millionen Euro an Milan abgegeben. Der realistische Wert habe aber nur bei maximal 300 000 Euro gelegen - so konnte Inter eine um 2,7 Millionen Euro überhöhte Einnahme verbuchen.
Damit auch der kaufende Verein profitieren konnte, sei das System meist über Tauschgeschäfte gelaufen: Der Wert beider Spieler sei dabei weit über dem üblichen Niveau taxiert worden, weshalb auf beiden Seiten ein Plus entstand. "Ohne diese Bilanz-Operationen hätten die Clubs nicht die Bedingungen für den Erhalt der Lizenz 2005/2006 erfüllt", soll daher auch das Fazit der Staatsanwaltschaft in ihrem Abschlussbericht lauten.
Eurosport - Andreas Schulz